Weilheim

Mitten in München: Weilheimer Künstler setzt Mahnmal gegen Verschwendung

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Mit „Tetrapack Totems“ im Alten Botanischen Garten beteiligt sich Frank Fischer (Mitte) an einer Kunst-Aktion, die quer durch München auf das Problem der Lebensmittelverschwendung hinweist. Die Weilheimer Heiner Putzier (l.) und Ottmar Back unterstützten Fischer dabei.
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Der Weilheimer Künstler Frank Fischer hat schon mit einigen spektakulären Aktionen für Aufsehen gesorgt. Nun ist er an einem außergewöhnlichen Projekt in München beteiligt.

Weilheim/München – „Es ist kaum vorstellbar“, meint der Weilheimer Künstler Frank Fischer: „Jeden Tag werden in der Landeshauptstadt München 138 809 Kilogramm Lebensmittel weggeworfen.“ Um diesen Missstand (die Zahl ist statistisch berechnet) ins Bewusstsein der Münchner zu bringen, hat die gemeinnützige Lebensmittel-Verwertungsküche „Community Kitchen“ aus Perlach eine außergewöhnliche Aktion gestartet: 25 individuelle Kunstwerke von 25 Künstlern visualisieren in den 25 Münchener Stadtbezirken die tägliche Menge an weggeworfenen, essbaren Lebensmitteln – und zwar in Form von Kunstwerken aus gebrauchten und gesammelten Tetrapacks.

Totems als Symbole für „ein Leben in Gemeinschaft und in Verbundenheit mit der Natur“

Mit von der Partie bei diesem Projekt unter dem Titel „Tetrap-Act on Foodwaste“ ist der Weilheimer Frank Fischer, der unter anderem mit seiner seit sechs Jahren laufenden Kunstaktion „wERDschätzung“ überregionale Bekanntheit erlangte (wir berichteten). Der Künstler hat seit Anfang des Jahres 4349 Tetrapack-Verpackungen – was den täglich weggeworfenen Lebensmitteln allein in der Münchner Maxvorstadt entspricht – zu Säulen verarbeitet, die seit vergangenem Wochenende am Neptunbrunnen im Alten Botanischen Garten nahe dem Lenbachplatz stehen.

„Tetrapack Totems“ nennt Fischer seinen Beitrag: „Das Totem“, erklärt er, „ist eine weltweit verbreitete, uralte Symbolik für ein Leben in Gemeinschaft und in Verbundenheit mit der Natur.“ Sein Werk wolle daran erinnern, achtsam mit allen natürlichen Ressourcen – wie Nahrung – umzugehen. „Was können wir von Indigenen Völkern dazu oder wieder lernen, um die Probleme der Nahrungs-, Umwelt- und Klimakrise zu lösen?“, so Fischers Frage: „Denn diese werfen sicher nicht mehr als ein Drittel all ihrer Lebensmittel weg.“

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Es ist die weltweit größte Kunstausstellung gegen Lebensmittelverschwendung

Bis zum 8. August sind die Totems im Rahmen der „weltweit größten Kunstausstellung gegen Lebensmittelverschwendung“ zu sehen (nähere Informationen unter www.community-kitchen-muc.org/tetrapact). Und Fischer verbindet mit der Aktion einen persönlichen Tipp: „Regional und saisonal einkaufen, Spaß haben am selber Kochen, alles verwerten.“

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