Weiter Parkplatz-Misere rund ums Tulpenfeld

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Fürstenfeldbruck - Wer sich in Bruck in den Quartieren rund ums Tulpenfeld auf die Suche nach einer Park-Lücke macht, findet höchstens Lücken in der Planung von Stadt und Landkreis:

Weil die Stellplätze dort bei weitem nicht reichen, parken Schüler praktisch jeden Quadratmeter zu. Der Ärger der Anlieger wächst.

„Das geht doch nicht so weiter“, sagt Hans Ranftl. Der 54-Jährige wohnt am Wittelsbacher Platz. Jeden Wochentag bietet sich ihm das gleiche Bild. „Es ist einfach alles zugeparkt. Solange Schule ist, bekomme ich so gut wie nie einen Stellplatz.“ Notgedrungen weichen er und die anderen Anlieger oft auf Halteverbotszonen oder Gehwege aus. „Deswegen habe ich schon den ein oder anderen Strafzettel gesammelt.“

Das Problem ist nicht ganz neu, wird aber immer drängender: Seit dem Bau des Schulzentrums am Tulpenfeld mit Rasso-Gymnasium und FOS/BOS sind Parkplätze rund um den Bahnhof, in einigen Wohngebieten sowie in der Nähe von Real- und Berufsschule Mangelware. Das E-Center an der Ecke Münchner Straße/Oscar-von-Miller-Straße sowie die Bahn haben bereits Konsequenzen gezogen. Sie verlangen Gebühren auf ihren Stellplätzen. Das hat die Schüler in die Anwohnerstraßen vertrieben - und den Leuten auch noch eine ungeahnte Verkehrsdichte beschert.

„Ab 13 Uhr herrscht totales Chaos“, sagt Hans Ranftl. Nicht nur Schüler, die nach Hause wollen, sondern auch endlos viele Mama-Taxis im Abholverkehr verstopfen die Straßen. Besonders schlimm ist es auch in Rosen-, Nelken- und Krebsenbachstraße. Und die Parkplatzsucher erweisen sich als kreativ, wenn sie dort scheitern. Immer wieder stellten sie ihre Wagen am Rande der Pfaffinger Straße ab. Sogar eine Wiese haben sie als wilden Parkplatz aufgetan. Der Besitzer sah schließlich keinen anderen Ausweg, als die Wiese abzusperren. Den vorderen Teil hat er umgeackert, damit keine Autos mehr drauf kommen. Den Rest erledigt ein rot-weißes Band.

Ans Absperren denkt man auch im Finanzamt an der Münchner Straße/B 2. Noch sei die Situation erträglich. Kollegen, die mal später zum Dienst kommen, haben allerdings schon Probleme. Sollte die Lage schlechter werden, kann sich das Amt vorstellen, einzuschreiten, wie Sprecherin Tanja Firgau sagt. Man denkt an eine Zufahrtsbeschränkung im Stile des E-Centers. Dort gibt es eine Schranke. Die ersten beiden Stunden sind kostenlos. Jede weitere angefangene Stunde kostet zwei Euro. Am S-Bahnparkplatz kostet eine 50 Cent, der Tag einen Euro, eine ganze Woche fünf Euro.

Stadtverwaltung und Landratsamt werden nicht müde zu erklären, dass sie in Sachen Parkplätze am Tulpenfeld völlig korrekt gehandelt hätten. „Die von der Bauordnung vorgeschriebenen Plätze sind vorhanden“, sagt ein Sprecher des Brucker Bauamts. Der Wunsch nach mehr Plätzen - den Anwohner und Schüler gleichermaßen hegen - könne nicht erfüllt werden. Würden so viele gebaut wie verlangt, bestünde die Innenstadt bald nur noch aus Parkplätzen.

Ursprünglich habe man in den Wohngebieten rund um die Schulen Anwohner-Parkzonen einrichten wollen. Das wurde dann aber als „rechtlich unberechtigt“ ad acta gelegt, weil laut Gutachten ausreichend private Stellplätze vorhanden seien. Dass die bereitgestellten Flächen zum Parken für die Schulbesucher nicht ausreichen, liege wohl daran, dass mehr Schüler als nötig mit dem Auto fahren würden. Lösungsansätze gebe es nicht.

Christina Strobl

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