Großes Stillschweigen

Wer fordert den Bürgermeister heraus? Parteilose stellen Kandidaten – Name noch unter Verschluss

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Am 8. März 2026 entscheiden die Bürger von Oberammergau, wer den Thron im Rathaus einnimmt.
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Sein Name fällt immer wieder: Michael Fux von der Parteilosen Wählergemeinschaft Oberammergau. Ob er tatsächlich gegen Bürgermeister Andreas Rödl (CSU) antreten wird, zeigt sich bei der Versammlung am 21. November.

Noch ist es ruhig in Oberammergau. Fast schon gespenstisch ruhig – vor dem Hintergrund, dass in weniger als vier Monaten die Kommunalwahlen über die Bühne gehen. Politische Scharmützel? Fehlanzeige. Nicht einmal ein Kontrahent für Bürgermeister Andreas Rödl (CSU) hat sich bisher aus der Deckung gewagt. Das wird sich am Freitag, 21. November (19 Uhr; Beim Kirchenbauer), ändern. Die Gelben läuten den Wahlkampf ein und lüften ein wohlgehütetes Geheimnis: Die Parteilose Wählergemeinschaft präsentiert ihren Kandidaten für das höchste Amt in der Gemeinde.

Wer gegen den aktuellen Rathauschef antreten wird? Kein Wort, keinen Anhaltspunkt verlieren die Vertreter über ihren Aspiranten. „Wir werden bis Freitag das Stillschweigen durchhalten“, betont Michael Fux. Was er aber durchblicken lässt: In den vergangenen vier Wochen hat sich konkretisiert, wer den Amtsinhaber herausfordert. Die Spekulationen im Ort überschlagen sich bereits seit geraumer Zeit. Ganz nach dem Geschmack der PWG. „Dann ist man im Gespräch“, sagt Fux. Doch je näher der Termin am Freitag rückt, desto hartnäckiger hält sich ein Name – und zwar seiner.

Gibt‘s doch noch eine Überraschung?

Den Hotelier amüsiert das Gerede, das Rätselraten. „Es ist doch toll, wenn viele Infos eintrudeln.“ Nur eine Sache bestätigt er: Die Gelben werden einen Kandidaten ins Rennen schicken. Abwegig ist es keinesfalls, dass Fux in die Rolle schlüpft. Immerhin verfügt er als langjähriger Gemeinderat und Tourismusreferent über kommunalpolitische Erfahrung, die Konfrontation scheut er ebenfalls nicht. Doch wäre es der PWG durchaus zuzutrauen, entgegen der aktuell vorherrschenden Meinung am Freitag eine Bombe platzen zu lassen. Einen Überraschungsbewerber aus dem Hut zu zaubern. Immerhin geisterten auch Namen wie Christine Ruppenthal (2020 auf Listenplatz 5) schon durchs Dorf.

Mit einem dritten Aspiranten rechnet Fux nicht mehr. Zumal einem „Neuling“, der noch Unterschriften sammeln müsste, langsam die Zeit davonlaufen würde. Ein Duell präferiert der PWG-Vorsitzende. „Als größte Oppositionsfraktion stellen wir eine Option für die Bürger.“ Dass der Gemeindechef als einziger Kandidat zur Wahl steht, entspreche nicht dem Demokratieverständnis der Gruppierung. Und die verspürt einen leichten Aufwind – der Wellenberg-Debatte wegen. Mit ihrem Drängen auf ein Ganzjahresbad sammeln sie bei einem Teil der Bürger Pluspunkte. Die Entwicklung des Schwimmbads dürfte aller Voraussicht nach auch das Wahlkampfthema schlechthin sein, bietet es doch die größte Angriffsfläche gegen Rödl.

Heiße Phase ab 6. Januar

In die heiße Phase steigen die Gelben aber erst im neuen Jahr, nach dem 6. Januar, ein. „Wir wollen den Weihnachtsfrieden wahren“, sagt Fux. Nur beabsichtigten sie. früher als vor sechs Jahren ihren Kandidaten vorzustellen. Damals hatten die Konservativen die Karten erst in der zweiten Januarwoche 2020 auf den Tisch gelegt, Ludwig Utschneider zum Hoffnungsträger gekürt. „Das war zu spät“, räumt der Hotelier ein. Der Lehrer unterlag Rödl mit 45,2 Prozent. „Deshalb geben wir diesmal im November schon die Marschroute vor.“ Am Freitag mit dem Bürgermeisterkandidaten, am 9. Dezember mit der Aufstellung der Liste.

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