VonSabine Hermsdorf-Hissschließen
Die Sängerin Claudia Sommer und der Kulturverein Isar-Loisach starten eine Zusammenarbeit. Die Wolfratshauserin hat eine neue musikalische Heimat.
Wolfratshausen – Wenn zwei Powerfrauen aufeinandertreffen, können nur gute Ideen entstehen. Die eine der beiden ist Claudia Sommer, Künstlerin, Stimmbildnerin und bekannte Sängerin, die andere Assunta Tammelleo, Chefin des Hinterhalts sowie Vorstand des Kulturvereins Isar-Loisach (KIL).
Musik am Schwankl-Eck: Wieder Sommer in Wolfratshausen
Sommer lebt zwar seit 16 Jahren in München, hatte aber dennoch an der Bahnhofstraße in Wolfratshausen einen Gesangsraum, unterrichtete hier ihre Gesangsschüler, hielt Workshops ab und singt mit ihrem Chor „SommerSound“. „So hatte ich nie den Kontakt zur Loisachstadt und den Menschen hier verloren“, erzählt sie. Doch nun wurde ihr wegen Eigenbedarfs gekündigt. „Zuerst habe ich mir überlegt, eine Art Laden oder Raum anzumieten“, sinniert Sommer. „Aber ich unterrichte ja nicht fünf Tage die Woche.“
Ausstellungen, Lesungen, Theater - und Musik: Der Kunstturm am Schwankl-Eck
Hilfe kam von Assunta Tammelleo und dem Verein KIL, die 2020 am Schwankl-Eck den „Turm für Kunst und Kommunikation“ ins Leben gerufen haben. Hier finden regelmäßig Ausstellungen, Lesungen, Theater- und Musikveranstaltungen statt. Und sollte es wegen Corona-Beschränkungen nicht möglich sein, Gäste zu empfangen, wird – wie mit den Live-Streams aus dem Hinterhalt – auf Kreativität gesetzt, indem eben die Fenster nach außen zur Ausstellungsfläche werden.
Sommer singt in Wolfratshausen
Die KIL-Vorsitzende bot den Kunstturm als neue, musikalische Heimat an – und Sommer sagte sofort zu. „Ich finde das sehr sinnig“, so Tammelleo, „dass die Räume mehr genutzt werden.“ Sommer wiederum freut die zentrale Lage und dass ihre Schüler die Räumlichkeit genauso gut und schnell erreichen können wie die bisherigen.
Dass es zwischen den beiden Damen zu Unstimmigkeiten kommen könnte, ist nahezu ausgeschlossen. Dazu verbindet sie von den Einstellungen her viel zu viel. Beide leben nach dem Motto: „Was selber zu tun, ist das Beste, was man machen kann“. Optimismus, Lebensfreude und ein gewisses Urvertrauen kommen dazu ebenso Experimentierfreude. „Ich kann mir gut vorstellen“, so Tammelleo, „dass Claudia das Fenster beim Singen aufmacht und unten die Leute stehen und zuhören.“ „Sie können ja auch reinkommen und mitmachen“, ergänzt die Sängerin. „Hauptsache, alle haben ihren Spaß daran.“ Schließlich macht es Spaß und gute Laune zu singen, egal, wie alt man ist.
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Nur auf eines wird man im Kunstturm vergeblich warten: ein gemeinsames Konzert der beiden Frauen. „Ich hatte mich als Kind mal an der Flöte versucht“, so Tammelleo. „Man legte mir aber im Sinne der Nachbarn recht schnell nahe, das wieder aufzugeben.“
SABINE HERMSDORF-HISS
