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Der Mini-Kreisel in Mammendorf avanciert so langsam zur unendlichen Geschichte. Ein Bürger fordert jetzt: er muss weg.
Mammendorf – Nun hat in der Aktuellen Viertelstunde zu Beginn der Gemeinderatssitzung Bürger Albert Dobner den Rückbau des Kreisverkehrs an der Kreuzung Bahnhof-/Michael-Aumüller-Straße gefordert. Der Gemeinderat hat das vorerst abgelehnt. Aber es soll ein
Experte befragt werden.
Mehrere Schwerverletzte, mehrere Tote
Man habe, seitdem der Kreisel besteht, etliche schwerverletzte Radfahrer zu beklagen gehabt, führte Dobner als Begründung ins Feld. Im Gegensatz dazu habe es seines Wissens an der Kreuzung vor dem Umbau aber keinen Personenschaden gegeben. „Tote hat es gegeben, mehrfach Tote an dieser Kreuzung“, unterbrach ihn sogleich Altbürgermeister Johann Thurner (BGM) – ein Verweis auf die Zeit, bevor der Kreisel gebaut wurde.
Er wisse von vier, fünf Radlfahrern, die schwerverletzt wurden und im Krankenhaus landeten, fuhr Dobner unbeirrt fort. Er schlug den Bau einer richtigen, erhöhten Mittelinsel vor. „Bei jedem anderen Kreisverkehr haben wir eine kleine Insel, wo man sieht, wenn man drauf zufährt: Da ist was. Das ist leider bei dem Kreisverkehr hier nicht der Fall.“ Seiner Meinung nach sei Platz genug für eine Insel – oder aber man sollte die Kreuzung mit einer Ampel regeln.
Der Minikreisel wurde gebaut, weil davor an der Kreuzung schwere Unfälle passiert waren, sagte Bürgermeister Josef Heckl (BGM). Zu Beginn seiner Amtszeit sei nochmals die Diskussion um den Kreisel aufgekommen und man habe rot-weißen Beschränkungen aufgestellt. Heckl räumte ein, dass der Kreisel für Radler und Fußgänger nicht optimal sei. Man habe aber kaum Platz, um dort viel zu ändern.
Mit dem Traktor wird´s schwierig
Martin Neheider (BGM), der als Landwirt mit großen Fahrzeugen die Situation gut kennt, schlug Dobner eine Versuchsfahrt im Kreisel vor. Er gebe Dobner ein landwirtschaftliches Fahrzeug: „Und wenn du es dann schaffst, da rumzukommen, ohne über den Kreisel zu fahren, können wir weiterreden.“ Umfahrungen über die Kreuzstraße gestalten sich schwierig, so Neheider, weil sie massiv zugeparkt sei.
Zweiter Bürgermeister Peter Muck (CSU) berichtete von einer Ortsbesichtigung mit dem Bauausschuss, bei der der Busfahrer gebeten wurde, den Kreisel vorschriftsmäßig zu durchfahren. „Da musste er über den Gehweg fahren, weil er keine Chance hatte herumzukommen.“ Am Ende einigte sich das Gremium darauf, sich im Zuge der Sanierung der Bahnhofstraße mit einem Verkehrsplaner nochmals Gedanken zu machen.
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