„So noch nie beobachtet“

Fühlt sich in Oberbayern offenbar wohl: Wolf vergnügt sich vor Wildkamera – Hier im exklusiven Video

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Ein Wolf, der sich am helllichten Tag minutenlang in einer Pfütze suhlt und sein Revier markiert, das alles direkt vor einer Wildtierkamera: Sensationelle Szenen hat ein Jäger aus dem Landkreis Weilheim-Schongau gefilmt. Unterdessen wurde bekannt, dass der Tod eines Lamms und eines Schafes vermutlich nicht auf einen Wolf zurückzuführen ist.

Schönberg – Recht ruhig war es die vergangenen Monate beim Thema Wolf: Wie berichtet, war zuletzt Ende vergangenes Jahr bekannt geworden, dass das heimische Wolfspaar im Revier Staffelsee-West, das Teile der Landkreise Weilheim-Schongau und Garmisch-Partenkirchen umfasst, gleich drei Welpen aufgezogen hat. Einer der Nachwuchs-Wölfe, die mittlerweile ausgewachsen sind, ist ebenfalls schon aktenkundig geworden, weil er am 10. Januar ein Hirschkalb nahe Schöffau gerissen hat.

Ein Screenshot des Videos, das nahe Schönberg aufgenommen wurde und einen Wolf zeigt.

LfU liefert Ergebnisse: Tod von Lamm und Schaf geprüft

Jetzt wurden vom Landesamt für Umwelt erneut der Tod von zwei Tieren untersucht, die im Revier aufgefunden worden waren: Einmal am 23. Mai ein totes Lamm, außerdem am 30. Mai ein totes Schaf, beide im Garmischer Landkreis. Doch bei beiden Fällen war das heimische Wolfsrudel vermutlich nicht beteiligt, wie das LfU mitteilt. Beim toten Lamm habe es keine Hinweise auf einen Wolf gegeben. Bei dem Schaf sei wegen des Zustands des Tiers keine Beurteilung mehr möglich gewesen. Laut LfU hatte ein Passant das Tier am Straßenrand gefunden, nicht mal der Halter konnte ermittelt werden.

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Die seltensten Tiere Bayerns: Wer sie erblickt, darf sich glücklich schätzen – oder muss Angst haben

In Bayern treiben sich viele der seltensten Tiere Deutschlands herum. Die meisten gibt es im Alpenraum oder rund um den Bayerischen Wald, manche finden sich aber auch in Franken und Schwaben. Auf den nachfolgenden Bildern finden Sie eine Auswahl der seltensten Tiere, die Ihnen im Freistaat begegnen können.
In Bayern treiben sich viele der seltensten Tiere Deutschlands herum. Die meisten gibt es im Alpenraum oder rund um den Bayerischen Wald, manche finden sich aber auch in Franken und Schwaben. Auf den nachfolgenden Bildern finden Sie eine Auswahl der seltensten Tiere, die Ihnen im Freistaat begegnen können. © IMAGO / alimdi
Der Fischotter galt als fast ausgerottet, konnte aber unter anderem im Bayerischen Wald überleben. Von dort breitete er sich wieder etwas auf weitere Teile Bayerns aus, vor allem nach Oberbayern. Seine größte Gefahr der Gegenwart ist der Autofahrer. Mit etwas Glück können Waldspaziergänger Fischotter in der Nähe von oder auf Gewässern erspähen.
Der Fischotter galt als fast ausgerottet, konnte aber unter anderem im Bayerischen Wald überleben. Von dort breitete er sich wieder etwas auf weitere Teile Bayerns aus, vor allem nach Oberbayern. Seine größte Gefahr der Gegenwart ist der Autofahrer. Mit etwas Glück können Waldspaziergänger Fischotter in der Nähe von oder auf Gewässern erspähen. © Cover-Images / IMAGO
Mit sehr viel Glück kann man in der Oberpfalz, Mittelfranken, Niederbayern und in Oberfranken einen Seeadler über den Himmel gleiten sehen. Zu seinen größten Gefahren zählt das Landesinstitut für Umwelt mutwillige Nestzerstörungen und Abschüsse.
Mit sehr viel Glück kann man in der Oberpfalz, Mittelfranken, Niederbayern und in Oberfranken einen Seeadler über den Himmel gleiten sehen. Zu seinen größten Gefahren zählt das Landesinstitut für Umwelt mutwillige Nestzerstörungen und Abschüsse.  © kolbert-press / IMAGO
Der Bestand des Luchses hat sich in den letzten Jahren leicht erholt. In der freien Wildbahn selten anzutreffen ist er aber allemal – die Raubkatze ist vor allem Nachts unterwegs, legt weite Strecken zurück und ist ein Einzelgänger. Die meisten Luchse in Bayern leben im Bayerischen Wald und in Franken.
Der Bestand des Luchses hat sich in den letzten Jahren leicht erholt. In der freien Wildbahn selten anzutreffen ist er allemal – die Raubkatze ist vor allem Nachts unterwegs, legt weite Strecken zurück und ist ein Einzelgänger. Die meisten Luchse in Bayern leben im Bayerischen Wald und in Franken. © Daniel Scharinger / IMAGO
Die gefleckte Schnarrschrecke kommt in Deutschland nur im Süden von Bayern vor. Früher konnte sie noch in Norddeutschland gefunden werden, dort ist sie aber inzwischen ausgestorben. Heute findet man die gefleckte Schnarrschrecke nur noch „auf den leicht bewachsenen Schotterterrassen von Flüssen und Bächen im Alpenvorland“, wie deutschlands-natur.de schreibt.
Die gefleckte Schnarrschrecke kommt in Deutschland nur im Süden von Bayern vor. Früher konnte sie noch in Norddeutschland gefunden werden, dort ist sie aber inzwischen ausgestorben. Heute findet man die gefleckte Schnarrschrecke nur noch „auf den leicht bewachsenen Schotterterrassen von Flüssen und Bächen im Alpenvorland“, wie deutschlands-natur.de schreibt. © McPHOTO / IMAGO
Der Feldhamster zählt zu den massiv bedrohten Tieren in Bayern – denn den Nagetieren fehlt es an Nahrung und Schutz vor Greifvögeln. Populationen gibt es heute nur noch in vereinzelten Regionen Unter- und Mittelfrankens, schreibt augsburger-allgemeine.de. Die kleinen Tierchen sind damit ebenso äußerst selten geworden.
Der Feldhamster zählt zu den massiv bedrohten Tieren in Bayern – denn den Nagetieren fehlt es an Nahrung und Schutz vor Greifvögeln. Populationen gibt es heute nur noch in vereinzelten Regionen Unter- und Mittelfrankens, schreibt augsburger-allgemeine.de. Die kleinen Tierchen sind damit ebenso äußerst selten geworden. © imagebroker / IMAGO
Die Kurzohrmaus wurde in Bayern entdeckt, (Hat daher auch ihren Namen: „Microtus bavaricus“), galt jedoch sofort als verschollen, da sie jahrzehntelang nicht mehr gefunden wurde. In den 2000ern wurde sie dann in Österreich entdeckt. Aufgestellte Wildkameras legten in den letzten Jahren jedoch wieder den Verdacht nahe, dass die Maus mit ihren vollständig im grauen Fell versteckten Ohren auch noch in Bayern vorkomme. Vor Kurzem nun die Sensation: Eine Kurzohrmaus tappte in eine Lebendfalle in Bayern und belegte die Vermutung, dass sie auch in Bayern heimisch ist – aber sehr selten.
Die Kurzohrmaus wurde in Bayern entdeckt, (Hat daher auch ihren Namen: „Microtus bavaricus“), galt jedoch sofort als verschollen, da sie jahrzehntelang nicht mehr gefunden wurde. In den 2000ern wurde sie dann in Österreich entdeckt. Aufgestellte Wildkameras legten in den letzten Jahren jedoch wieder den Verdacht nahe, dass die Maus mit ihren vollständig im grauen Fell versteckten Ohren auch noch in Bayern vorkomme. Vor Kurzem nun die Sensation: Eine Kurzohrmaus tappte in eine Lebendfalle in Bayern und belegte die Vermutung, dass sie auch in Bayern heimisch ist – aber sehr selten. © picture alliance / dpa | Richard Kraft
150 Jahre lang ausgestorben in Bayern, jetzt ist er wieder da – und sorgt für zahlreiche Schlagzeilen: der Wolf. Für viele Bauern mindestens ein Ärgernis, es gibt viele Berichte von gerissenen Schafen und anderen Weidetieren. Während sich der Bestand der Wölfe in Bayern erholt, gibt es mittlerweile wieder genehmigte Entnahmen. Trotzdem: Der Wolfsbestand in Bayern wächst.
150 Jahre lang ausgestorben in Bayern, jetzt ist er wieder da – und sorgt für zahlreiche Schlagzeilen: der Wolf. Für viele Bauern mindestens ein Ärgernis, es gibt viele Berichte von gerissenen Schafen und anderen Weidetieren. Während sich der Bestand der Wölfe in Bayern erholt, gibt es mittlerweile wieder genehmigte Entnahmen. Trotzdem: Der Wolfsbestand in Bayern wächst. © picture alliance / Florian Eckl/dpa | Florian Eckl
Auch der Kiesbank-Grashüpfer ist in Deutschland sehr selten geworden. In Bayern kommt er nur noch in den Schotterterrassen dealpiner Flüsse in den Nordalpen vor.
Auch der Kiesbank-Grashüpfer ist in Deutschland sehr selten geworden. In Bayern kommt er nur noch in den Schotterterrassen dealpiner Flüsse in den Nordalpen vor.  © imagebroker / IMAGO
Brunos Geschichte – und sein Ende als ausgestopfter Bär im Museum – dürfte den meisten Menschen bekannt sein. Immer wieder streifen Bären bis heute durch Bayern, die Sichtungen sorgen dann stets für viel Aufsehen. Doch einen Bärenbestand gibt es im Freistaat nicht (der nächste Bestand ist in Trentino, 120 Kilometer im Süden), daher zählt er auch nicht zu den seltensten Tieren in Bayern. Selten ist es jedoch tatsächlich, wenn einem ein Bär begegnet. Auch wenn darüber dann wohl wenig Freude herrschen dürfte.
Brunos Geschichte – und sein Ende als ausgestopfter Bär im Museum – dürfte den meisten Menschen bekannt sein. Immer wieder streifen Bären bis heute durch Bayern, die Sichtungen sorgen dann stets für viel Aufsehen. Doch einen Bärenbestand gibt es im Freistaat nicht (der nächste Bestand ist in Trentino, 120 Kilometer im Süden), daher zählt er auch nicht zu den seltensten Tieren in Bayern. Selten ist es jedoch tatsächlich, wenn einem ein Bär begegnet. Auch wenn darüber dann wohl wenig Freude herrschen dürfte. © Astrid Schmidhuber / IMAGO

Sensationelles Wolfsvideo: Tier suhlt sich vergnügt in Pfütze – so noch nie beobachtet

Vergangenes Wochenende wiederum hatte Werner Schubert, Jagdpächter bei Schönberg, seinen Augen nicht getraut, als er eine Wildkamera ausgewertet hat: Mitten am helllichten Nachmittag ist dort ein Wolf zu sehen, der sich genüsslich in einer Pfütze suhlt und offensichtlich sein Revier markiert. „Ich habe mit anderen Jägern gesprochen, so ein Verhalten hat auch noch nie jemand beobachtet“, sagt Schubert. Zwei Wochen vorher hatte sich an genau derselben Stelle ein Wildschwein gesuhlt, vielleicht hat das den Wolf angelockt.

Rubriklistenbild: © Werner Schubert

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