Neues Baugebiet

Wildsteig will wachsen und bietet Bauwilligen 14 Parzellen

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Platz für Wohnhäuser: Auf diesem Gelände am Rand der jetzigen Wohnbebauung des Tassilo-Zöpf-Wegs (links) soll das neue Baugebiet „Am Grohholz“ entstehen.
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Wildsteig bekommt ein neues Baugebiet. Am Ortsrand südöstlich des Tassilo-Zöpf-Wegs sollen 14 Parzellen entstehen. Der Gemeinderat brachte das Verfahren auf den Weg. Bis die Häuslebauer starten, braucht es aber Zeit.

Wildsteig – Das kleine Wildsteig mit seinen rund 1300 Einwohner will wachsen: Die Kommune möchte ein neues Baugebiet ausweisen. Der Gemeinderat beschloss einstimmig, dass ein Bebauungsplan aufgestellt wird. Der Entwurf des Kaufbeurener Architekturbüros „abtplan“ sieht ein circa 1,7 Hektar großes Areal „Am Grohholz“ im Ortsteil Kirchberg-Süd vor – im Norden und Westen angrenzend an den Tassilo-Zöpf-Weg. 14 Parzellen sind geplant.

Der Entwurf, vorgestellt von Planer Thomas Haag, erntete im Gremium Wohlwollen. „Vom Grundsatz her passt es“, sagte Bürgermeister Josef Taffertshofer. Noch gibt es zwar keine Erschließungsplanung mit Straßenverlauf – die Räte verständigten sich jedoch, in welche Richtung es baulich geht. Die Grundstücke schwanken zwischen rund 600 und 790 Quadratmetern Größe. Das ist weniger als bei früheren Baugebieten. Taffertshofer spricht auf Nachfrage von einem „Gebot des Flächensparens“. Im „Grohholz“ sollen Ein-Familienhäuser stehen, auf einigen Parzellen wären Zwei-Familienhäuser möglich. Doppelhäuser will der Gemeinderat nicht. Dafür gebe es in Wildsteig keinen Bedarf, erklärt Taffertshofer.

Der Entwurf sieht 14 Bauplätze zwischen 600 und 790 Quadratmetern Größe vor.

Das Areal soll als allgemeines Wohngebiet ausgewiesen werden. Dies ist Voraussetzung, damit die Gemeinde das Vorhaben im verkürzten Genehmigungsverfahren – zum Beispiel ohne aufwändigen Umweltbericht – umsetzen kann. Dafür sind jedoch gewerbliche Einrichtungen wie Beherbergungsbetriebe, Gartenbau und Tankstellen nicht zugelassen. Obwohl es ein reines Wohngebiet wird, schützt die Kommune ihre Bauernschaft: Laut Planer Haag wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass landwirtschaftliche erzeugte Immissionen „ortstypisch“ und von den Anwohnern als unvermeidlich hinzunehmen sind. Das betrifft Gülleausbringung, Düngung, Betriebsverkehr und gerade Milchtransporte zu Nachtzeiten.

Wasserwirtschaftsamt schaut genau hin

Ein großes Thema bei jedem neuen Baugebiet ist die Entsorgung des Niederschlagswassers. Das Wasserwirtschaftsamt schaut genau hin. Im „Grohholz“ will die Gemeinde das Oberflächenwasser auf dem Grundstück versickern, zum Beispiel mit Rigolen. Auch der Regenwasser-Rückhalt ist eigenverantwortlich zu gestalten, das anfallende Nass wird gedrosselt in den gemeindlichen Regenwasserkanal geleitet.

Der Entwurf ging glatt durch, der Bebauungsplan wird jetzt öffentlich ausgelegt. Bürger und Fachbehörden können ihre Stellungnahmen abgeben. Diese werden im Gemeinderat behandelt. Der Bürgermeister möchte möglichst zum Jahresende die Erschließung ausschreiben. Klappt alles, können die Arbeiten 2020 anlaufen. Ende kommenden Jahres wäre Baureife für die Parzellen. Diese vergibt die Gemeinde nach einem Punktesystem an Bewerber. Für Taffertshofer ist die Ausweisung der richtige Weg: „Wildsteig muss sich dauerhaft dem demografischen Wandel entgegenstemmen. Das geht nur mit Wachstum.“

Zuletzt wurde das Baugebiet „In der Elle“ in Morgenbach erschlossen

Zuletzt wurde 2016/2017 das Baugebiet „In der Elle“ in Morgenbach erschlossen. 13 Bauplätze entstanden im Mischgebiet, elf Parzellen liefen über die Gemeinde. Zuletzt hatte der Gemeinderat im März ein Einfamilienhaus abgesegnet. 2012 wurde das Wohn- und Gewerbegebiet „Am Unterfeld“ mit 15 Bauplätzen erschlossen.

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