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Windkraft und Strom aus Photovoltaikanlagen: Massiver Ausbau nötig

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Photovoltaik und Windkraft (Beispielfoto).
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Das Ziel, Klima-Neutralität zu erreichen, liegt in weiter Ferne. Im Landkreis Fürstenfeldbruck wäre ein enormer Zubau an erneuerbaren Energien notwendig – und entsprechende Investitionen.

Landkreis – Schon vor vielen Jahren nahm sich der Landkreis vor, klimaneutral zu werden. Teil der Pläne war es, etwa die Hälfte des Energieverbrauchs zu vermeiden. Dieser Gedanke muss von der Realität als überholt betrachtet werden. Das liegt zum einen am Zuzug in die Region, aber auch daran, dass generell mehr verbraucht wird.

77 Windräder

Der Verein Sonnensegler hat unlängst für Aufsehen gesorgt, als er von 77 Windrädern sprach, die für die Energiewende im Landkreis nötig wären. Wie aber kommen die Sonnensegler zu dieser Zahl? „Wir haben den Verbrauch des Landkreises anhand der Daten aus dem Klimaschutzmanagement, eigener Erhebungen und öffentlich zugänglicher Daten über alle Energieträger ermittelt“, erklärt Falk-Wilhelm Schulz, Vorstandsvorsitzender der Sonnensegler. „Dann haben wir diesen Verbrauch in die Sparten Wärme, Mobilität, Industrie umgerechnet auf den notwendigen Stromverbrauch, wenn alles elektrisch bereit gestellt wäre.“

Ausgenommen wurde auf Basis dieser Umrechnung im Folgenden dann die Wärmeversorgung. Diese würde später sinnvollerweise auf Geothermie umgestellt. Die Möglichkeit dazu ergebe sich, weil hochverdichtete Versorgungsstrukturen vorliegen. „Wir haben also angenommen, dass alle anderen Haushalte mit einer Wärmepumpe heizen und mit Elektroautos fahren und in der Industrie nur Strom genutzt würde.“

Gesamt-Verbrauch

Daraus wurde ein Gesamtstromverbrauch ermittelt. „In einer überschlägigen Struktur sind dann weitere 77 Windräder und 600 Hektar Photovoltaik notwendig sowie sechs Geothermiebohrungen mit Wärmenetzen“, so Schulz.

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Dazu müssten natürlich auch die Stromnetze massiv ausgebaut und Speicher errichtet werden. In diesem Modell wäre der Landkreis lediglich bilanziell voll versorgt, nicht aber zu jeder Viertelstunde und er würde auch noch nicht die großen Städte wie München beliefern.

In Zahlen gehen die Sonnensegler von 2,2 Milliarden Kilowattstunden an Strombedarf aus. Dazu käme der Bedarf für die Geothermie, der bei etwa 650 Megawattstunden läge. Pro Windrad rechnen die Sonnensegler mit einer Stromerzeugung von zehn Millionen Kilowattstunden. Das heißt: Der Berechnung liegen die neuartigen, besonders hohen, Windräder, zu Grunde. Das Fotovoltaik-Ziel sei wohl zu erreichen, meint Schulz. „Da mache ich mir nicht so viele Sorgen.“ Bei der Windkraft und beim Netzausbau seien aber massive Anstrengungen nötig.

Die Stadtwerke

Massiv in Sachen Energiewende unterwegs sind auch die Brucker Stadtwerke, deren Versorgungsgebiet aber nicht deckungsgleich mit dem Landkreis ist. Olching, Germering, Puchheim oder Gröbenzell etwa gehören nicht dazu.

Bereits fertiggestellt ist die eine Photovoltaik-Freilflächenanlage bei Kottgeisering. Sie bringt 1,3 Megawatt (MW) bringt. In Bau befinden sich Anlagen der Brucker Stadtwerke für weitere 5,2 MW ebenfalls bei Kottgeisering und Windach. Weitere 4,0 MW seien geplant, berichtet eine Sprecherin auf Nachfrage. Zwei Windkraftanlagen bei Mammendorf und Malching laufen bereits mit jeweils um die 3 MW.

Geplant seien vier weitere Räder bei Pfaffenhofen an der Glonn (jeweils 5,5 MW ) sowie zwei bei Maisach/Rottbach mit jeweils 5,5 MW. Derzeit rechnet man damit, dass ein Windrad zwischen fünf und sechs Millionen Euro kostet.

Die Kernaussage der Stadtwerke: In den nächsten 13 Jahren müssen im Durchschnitt jährlich fünf MW Photovoltaik und 3,5 MW Windkraft in Betrieb genommen werden, um die Energiewende bis Ende 2035 zu erreichen.

Die jährlichen Investitionskosten lägen nach heutigem Stand bei 8,3 Millionen Euro, so die Stadtwerke. Die Stadtwerke geben sich optimistisch: „Wir nehmen die Energiewende in die Hand und schaffen es bis 2035.“

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