Wintersport: Jachenau präsentiert neues Spurgerät der Öffentlichkeit

Moderne Technik für Loipen-Paradies

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Der Stolz der Gemeinde: Die Jachenau muss ihr neues Loipenspurgerät auf acht Jahre finanzieren. Bürgermeister Georg Riesch und die Gemeinderäte präsentierten das Gerät nun den Bürgern.
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In der Jachenau wird ordentlich gespurt – und zwar jetzt besonders effektiv mit Hilfe einer teuren Neuanschaffung, die dieser Tage den kirchlichen Segen erhielt und der Öffentlichkeit präsentiert wurde.

Jachenau – Auf der Jachenauer Loipe geraten die Wintersportler ins Schwärmen. „Wir sind gern hier in dieser traumhaften Landschaft“, sagt der Wackersberger Thomas Meier, der zusammen mit seiner Frau Regina Pauli hergekommen ist. Sie stimmt in die Lobeshymne mit ein: „Heute ist es besonders gut. Der Schnee ist schön griffig, und trotzdem gleitet man hervorragend – und dazu dieses Herrgottswetter.“ Die seit diesem Winter erhöhte Loipengebühr – 3 statt bisher 4 Euro – zahlen sie gern. Denn die Gemeinde hat im Gegenzug auch kräftig investiert und für rund 157 000 Euro ein neues Loipenspurgerät gekauft.

Jetzt, da die Saison im vollen Gange ist, stellten der Bürgermeister und die Gemeinderäte den Bürgern und allen Interessierten stolz die Neuanschaffung vor. Pfarrer Willi Milz spendete dem Spurgerät bei dieser Gelegenheit den kirchlichen Segen.

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Von der Ausgabe kommt zwar viel über einen staatlichen Zuschuss und die Mehrwertsteuer-Verrechnung wieder herein, erklärt Bürgermeister Georg Riesch. Trotzdem muss die Gemeinde noch 87 000 Euro selbst aufbringen – für die kleine Kommune eine beträchtliche Summe, die über acht Jahre abgestottert wird.

Doch bei einem Loipennetz von 40 (klassisch) beziehungsweise 35 Kilometern (Skating) lohnt sich die Investition. Die Maschine des Herstellers Kässbohrer „hat 204 PS und einen Vier-Zylinder-Mercedes-Motor“, erklärt Riesch. Das vorne angebrachte Räumschild hat zwölf Funktionen. „Es ist seitlich und in der Höhe verstellbar, und man kann jeden Flügel separat steuern“, erläutert der Bürgermeister weiter. Auf diese Weise kann man jederzeit den nötigen Schnee beiseite oder auf die Bahn schieben – egal, an welcher Böschung oder welchem Buckel man sich gerade befindet.

Loipen-Fahrer Georg Sachenbacher kommt bereits bestens mit dem Gerät zurecht, das seit diesem Monat im Dauereinsatz ist. „Es ist für mich wesentlich komfortabler“, erklärt er auf dem luftgefederten Sitz, auf dem er, wenn es schneit, täglich viel Zeit bei der Arbeit verbringt – dank der neuen Technik nun aber eine Stunde weniger, weil das Spuren schneller geht. Ein großer Vorteil: Mit dem Gerät lassen sich gleichzeitig die Skatingspur auf ganzer Breite mit zwei bis drei Zentimetern Tiefe und nur die klassische Spur mit acht Zentimetern Tiefe spuren. „Das spart Zeit, Leistung und damit auch Kraftstoff“, freut sich Riesch.

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Der Jachenauer Langläufer Nikolaus Danner hat schon eine Verbesserung der Loipenqualität bemerkt. „Mit dem alten Gerät konnte man die Loipe nicht so gut aufrauen, wenn sie gefroren war.“

Den Weg von Geretsried bis zur Jachenauer Loipe nehmen Frank Dempwolf und seine Familie auf sich. „Die Loipen sind sehr gut in Schuss, das Tal ist schön lang gezogen und abwechslungsreich, und die Skatingspur ist so breit, dass man gut überholen kann“, zählt er die Vorteile auf. Daher begrüßt auch er, dass die Gemeinde so viel Geld in die Hand genommen hat, um ihrem Ruf als Langlaufparadies weiter gerecht zu werden. „Das lohnt sich.“

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