WASSERSCHUTZZONE THALHAM-REISACH-GOTZING

„Wir haben viel erreicht“: Verein Unser Wasser sieht sich in seiner Strategie bestätigt

+
Sehen sich in ihrer Strategie bestätigt: (v.l.) Tobias Müller, Norbert Kerkel (Bürgermeister Waakirchen), Gerhard Braunmiller (Bürgermeister Miesbach), Alois Fuchs (Beisitzer), Jens Zangenfeind (Vize-Landrat & Bürgermeister Hausham), Leonhard Obermüller (Vize-Bürgermeister Warngau), Alexander Bronisch (stellvertretender Vorsitzender) und Andreas Hallmannsecker (Vorsitzender).
  • schließen

Bei der Mitgliederversammlung des Vereins Unser Wasser am Mittwochabend im Wieser Feuerwehrhaus war die Stimmung gut. Der Grund: Wie berichtet, hat das Landratsamt die Stadtwerke München (SWM) per Bescheid aufgefordert, für die Nutzung des Wassers aus der Reisachfassung eine Gestattung zu beantragen.

Die Stadtwerke reagierten mit einer Klage vor dem Verwaltungsgericht. Dabei werden wohl auch die sogenannten Altrechte thematisiert.

„Das war das, was wir immer wollten“, stellte der Vereinsvorsitzende, Valleys ehemaliger Bürgermeister Andreas Hallmannsecker, erfreut fest. „Dass sich ein Gericht mit den Altrechten befasst.“ Bekanntlich hätten SWM, Landesamt für Umwelt und Umweltministerium stets eine Überprüfung kategorisch abgelehnt. „Umso mehr Respekt vor Landrat Olaf von Löwis – bei dem Gegenwind.“

Lesen Sie auch: Das sind die Folgen der neuen Entwicklung

Der Verein stellt die beantragte Ausweitung der Schutzzone mehr denn je infrage. Allein schon wegen der neuen UV-Anlage in Deisenhofen, die bei Bedarf 21 000 Liter pro Sekunde keimfrei machen kann. Hallmannsecker: „Damit gibt es praktisch keine Gefahr mehr für die Landeshauptstadt. Warum also ein größeres Schutzgebiet?“ Gerade der Streit um ein vorgezogenes Dünge- und Beweidungsverbot, das per Petition abgewendet wurde (wir berichteten), sei dabei nicht mehr zu verstehen.

Starkes Bevölkerungswachstum in München beunruhigt Vereinsmitglieder

Doch die Sorgen bleiben. Aktuell decke der Landkreis 80 Prozent des Bedarfs, den die Landeshauptstadt mit ihren 1,6 Millionen Einwohnern sowie 18 Umlandkommunen habe. 295 Millionen Liter werden täglich aus dem Landkreis Miesbach in Richtung München geleitet. Und der Bedarf soll weiter steigen: „Bis 2040 sollen 250 000 Einwohner dazukommen – das sind zweieinhalb Landkreise wie Miesbach, die alle unser Wasser brauchen.“ Der Verein und alle seine Mitstreiter würden sich also auch in Zukunft weiter starkmachen müssen. Dabei setze man weiter auf absolute Sachlichkeit. „Denn unsere Aufklärungskampagne“, so Hallmannsecker, „hat überzeugt.“

„Das Thema geht alle Gemeinden im Landkreis an“

Auch wünscht sich der Vorstand mehr als seine derzeit 184 Mitglieder. „Eigentlich müssten alle Kommunen bei uns Mitglied sein, denn das Thema Wasser betrifft den ganzen Landkreis“, sagte Hallmannsecker. Immerhin: Vor Kurzem seien die Stadt Tegernsee sowie Kreuth und Rottach-Egern beigetreten.

ddy

Noch mehr aktuelle Nachrichten aus dem Landkreis Miesbach und der Tegernsee-Region finden Sie auf Merkur.de/Miesbach.

Kommentare