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Vor drei Jahren wurde die Landkreis-Wohnungsbaugesellschaft gegründet. Nun erfolgte der Spatenstich für das erste Bauprojekt in Fürstenfeldbruck. Geschäftsführer Christoph Maier sprach von einem großen Tag.
Fürstenfeldbruck – Zum symbolischen Spatenstich trafen sich Vertreter der Wohnungsbaugesellschaft (WBG), der Stadt, der Regierung von Oberbayern, die zwei beteiligten Architekturbüros, der Chef der VR-Bank, Robert Fedinger, sowie Landrat Thomas Karmasin auf dem landkreiseigenen Grundstück an der Friedrich-Ebert-Straße 17. Der Tag erfülle ihn mit Stolz, sagte WBG-Geschäftsführer Christoph Maier. Als beeindruckend bezeichnete er das Genehmigungsverfahren. „In nur vier Monaten die Baugenehmigung zu erhalten, das ist schon sehr sportlich“, lobte Maier in Anwesenheit des Leiters, Johannes Dachsel, das städtische Bauamt. „Hier werden Menschen einziehen, die unsere Gesellschaft dringend braucht, die beispielsweise im Krankenhaus arbeiten.“
Aktuell fehlen in Deutschland über 700 000 Wohnungen, vor allem Sozialwohnungen. Das sei eine riesige Herausforderung, die man im Bund, im Land und natürlich auch auf kommunaler Ebene vor sich habe. Deshalb sei er den vielen Kommunen im Landkreis sehr dankbar, die sich verpflichtet haben, hier etwas zu tun, sagte er mit Blick er auf die 15 Mitglieder in der WBG.
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„Ich glaube, wir sind uns einig, dass der kleine Schritt heute in die richtige Richtung geht und dann auch gemacht wird“, sagte Landrat Karmasin. „Er ist oftmals besser als die große Wegplanung für die Welt, der dann keine Schritte folgen.“ Der Landkreis habe das Grundstück sozusagen großzügig zur Verfügung gestellt, sei aber gleichzeitig auch Nutznießer später, weil hier bezahlbarer Wohnraum für förderberechtigte Beschäftigte des Landkreises geschaffen werde. Die Zeiten werden nicht einfacher, so Karmasin. Er wies auf die nicht mehr bestehende Nullzinspolitik, die Inflation und auf die Lieferverzögerungen im Bausektor hin. Er hoffe, dass das Projekt von alledem verschont bleibe und das Bauvorhaben 2024 fertiggestellt werde.
Die Wohnungssituation sei längst ein ganz entscheidender Faktor bei Einstellungsgesprächen in seiner Behörde, berichtete der Landrat. „Der sichere Arbeitsplatz zählt fast nichts mehr, die Leute haben heutzutage viele andere Möglichkeiten. Aber die Wohnung, die spielt eine große Rolle.“
Zwölf Wohnungen
Auf dem landkreiseigenen Grundstück entstehen zwei Wohngebäude mit insgesamt zwölf preisgünstigen Mietwohnungen. Das Angebot umfasst Ein-, Zwei- und Drei-Zimmer-Wohnungen für Familien, Alleinstehende, Auszubildende und ältere Menschen. Die Wohnungen werden im Fördermodell der Einkommensorientierten Förderung (EoF) errichtet. Der Quadratmeterpreis ist abhängig vom Haushaltseinkommen der Mieter und beträgt zwischen sechs und acht Euro. So schwankt die Kaltmiete für eine Dreizimmerwohnung je nach Einkommensstufe zwischen 390 Euro bis 520 Euro pro Monat. Beim Bauvorhaben stehen Ökologie und Nachhaltigkeit im Vordergrund. „Gebaut wird in Holzbauweise, mit einer Solaranlage auf dem Dach und einer Wärmepumpe für die Heizungsversorgung“, sagte dazu der technische Geschäftsführer der WBG, Markus Ostermair.
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