Klimaschutzaktionstag

Waldramer Grundschüler staunen über Auswirkungen des Plastik-Konsums

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Plastik und Alternativen zeigte Melanie Eben den Schülern der vierten Klassen an der Grundschule Waldram am Dienstag.

Wie viel Plastik versteckt sich im Klassenzimmer? Diese Frage stellten sich die Waldramer Grundschüler beim Klimaschutzaktionstag - und waren überrascht.

Wolfratshausen – Als Melanie Eben die rund 20 Schüler fragt, wer eine nachfüllbare Glasflasche benutzt, meldet sich fast ein Dutzend der Viertklässler. Als es darum geht, wie viele Kinder ihre Pausenbrote nicht in einer Plastikbox mitbringen, meldet sich nur Tamina. „Ich nehme dafür Tüten, die man wieder hernehmen kann.“

Naturpädagogin und Umweltbildungsreferentin Eben informierte die vierten Klassen der Grundschule Waldram am Dienstag über „eine Welt voller Plastik“ – und gab den Zehn- und Elfjährigen Tipps, wie sie das Material im Alltag vermeiden können.

Aus dem Klassenzimmer sammelten die Kinder Gegenstände aus Plastik zusammen. Beim Anblick des großen Stapels staunten die Heranwachsenden. Bälle, Tüten, Trinkflaschen, Schulranzen, Aufbewahrungsboxen, Spielzeug, einige Elektro-Geräte und sogar ein Besen kamen zusammen. „Dabei könnte man alles auch ohne Plastik kaufen“, weiß Valentin. Nur bei elektronischen Geräten gibt es laut Eben keine umweltschonende Variante: „Die Kabel kann man noch nicht plastikfrei herstellen.“

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Was die Fülle an Plastik für die Natur bedeutet, zeigte Eben mit einem Zeitstrahl auf, der den Zeitraum von einem bis 600 Jahren symbolisierte. Die Kinder sortieren einige Alltagsgegenstände an den Zeitstrahl – nämlich an die Zahl der Jahre, bis die einzelnen Materialien verrottet sind. So braucht ein Apfel rund zwei Monate, eine Zeitung sechs Wochen. Eine einzelne Plastikflasche hingegen löst sich erst nach etwa 450 Jahren auf, eine Getränkedose braucht 200 Jahre. „Mehr als doppelt so lange, wie wir leben“, staunte Kati.

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Mit einprägsamen Bildern zeigte Eben auf, was das Plastik bis zu seinem Verrotten anrichten kann: Riesige Müllinseln in den Weltmeeren sahen die Kinder genauso wie einen qualvoll verendeten Wasservogel, dessen Mageninhalt fast ausschließlich aus Plastikmüll bestand. Schockierend fand Tamina auch das Foto einer Schildkröte, die sich inmitten von alten Plastiknetzen verheddert hatte. „Diese Schildkröte konnte noch gerettet werden“, beruhigte Eben das Mädchen. Allerdings würden täglich viele andere Meeresbewohner qualvoll an den Folgen des weltweiten Plastikkonsums sterben.

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Um diesen einzudämmen, kann laut Eben jeder etwas tun – zum Beispiel mit einfachen Hausmitteln. Die Waldramer Schüler kreierten selbstständig eine Zahnpasta. Sie verrührten zwei Teelöffel Birkenzucker mit der gleichen Menge Kokosöl und einem viertel Teelöffel Natron. Heraus kam eine weiße Paste, die als Zahncreme benutzt werden kann. „Die riecht auch noch richtig gut“, tönte es aus dem Getummel. Auch dem Geschmackstest hielt das Gemisch offensichtlich stand. „Vielleicht muss ich keine Zahnpasta mehr kaufen“, meinte ein Bub.

Dominik Stallein

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