In wenigen Wochen eröffnet mit dem „Tingel-Tangel“ eine neue Bar am Hans-Urmiller-Ring. Gastronom Sepp Schwarzenbach hat sich dafür ein ganz besonderes Konzept überlegt.
Wolfratshausen – Ein Treffpunkt für alle, eine Bühne für Szene-Kunst, Retro-Boxen und moderne Dekoration: So lässt sich das Konzept vom „Tingel Tangel“ grob zusammenfassen. Die Bar in einem Kellerraum des Turm-Gebäudes am Hans-Urmiller-Ring ist das dritte Nachtleben-Projekt von Gastronom Sepp Schwarzenbach.
Wolfratshausen: Neue Bar am Hans-Urmiller-Ring
In Rufweite führt der 29-Jährige die Zeppelin-Bar. Nachdem die Tex-Mex-Bar in der Glashütte geschlossen hat, ist das Zeppelin aktuell der einzige Treffpunkt für Jugendliche am Freitag- und Samstagabend. „Ich möchte für sie eine neue Anlaufstelle schaffen“, sagt der Gastronom beim Rundgang über die „Tingel Tangel“-Baustelle.
Neue Bar in Wolfratshausen: Jede Woche ein neues Motto
Bis vor einigen Monaten führte Schwarzenbach hier eine Shisha-Bar. Das „Tingel Tangel“ soll komplett anders werden. Regulär soll die Bar nur samstags öffnen – jedes Mal unter einem neuen Motto. Am frühen Abend, so Schwarzenbachs Plan, könnten junge Musiker – „Punker, Rapper, alles was laut ist“ – auf einer Bühne spielen. Zu späterer Stunde verwandelt sich die Location in einen Club. „Die Partys stimme ich auf das Programm davor ab“, erklärt Schwarzenbach. Black Music dröhnt nach Rap-Auftritten aus den orangefarbenen 1990er-Jahre-Horn-Anlagen. Nach Punk-Musikern donnern schrille, laute Töne durch den Kellerraum. Wenn sich mal keine Band findet, können sich Zocker und Nostalgiker zum Beispiel beim Kult-Konsolen-Spiel Mario Kart messen oder Fußballfans Live-Spiele gucken.
Tingel-Tangel in Wolfratshausen: Bühne „für die wilden Künste“
Wenn Sepp Schwarzenbach über seine Pläne nach der offiziellen Eröffnung am 13. März spricht, zwirbelt er seinen Schnurrbart und streicht über die Krempe seines schwarzen Huts. Der 29-Jährige ist ein Unikat. Wenn es nach ihm geht, sollen seine Gäste das auch über das „Tingel Tangel“ sagen können. „Es soll etwas Besonderes werden“, sagt er und blickt auf eine erhöhte Holzbühne, auf der später ausrangierte Flügel als Stehtische dienen sollen. Dahinter klebt eine Helferin orange-schwarze Wanddekoration fest. Schräg darüber hängt ein „Tingel Tangel“-Schriftzeichen in außergewöhnlichem Design – entworfen hat Schwarzenbach all das selbst. Sein langjähriger Freund und Veranstaltungstechniker Maxi Schmidt half, den Kellerraum so flexibel wie möglich zu machen. „Wir wollen für die verschiedenen Veranstaltungen gerüstet sein“, sagt Schwarzenbach. Genau so etwas – eine Bühne für junge Leute ohne Kleinkunst aber dafür mit umso lauteren Bässen – fehle im Umkreis. Eine Bühne „für die wilden Künste“, wenn man so wolle.
Auch daher der eigenartig anmutende Name: „Tingel Tangel“, ein fast schon verstaubtes Wort, wird unter anderem abfällig für billige, schmuddelige Tanzlokale gebraucht. Ein bisschen Augenzwinkern ist bei der Namenswahl dabei.
Doch nicht nur in der Wolfratshauser Barszene tut sich was: Zahlreiche Geschäfte und Cafés eröffnen in Kürze neu, darunter auch das Rathauscafé. Langjährige Institutionen in der Wolfratshauser Wirtschaftswelt schließen hingegen. Ein Rundgang.
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