Ein fulminanter Start nach einer aufwendigen Renovierung: Das Rat.Haus.Café. öffnete beim Wirtefest die Türen. In den Lokalen in Wolfratshausen war viel los.
Wolfratshausen – Was für ein fulminanter Start für das neue Rat.Haus.Café.: Pünktlich zum Wirtefest eröffnete das grundlegend renovierte Café mit Bistro von Hans-Joachim und Michaela Kunstmann am Samstagabend mit einer spanischen Fiesta. Jede Menge Menschen aller Altersklassen waren unterwegs in Wolfratshausen an dem verregneten Abend. Und viele, viele von ihnen machten sich persönlich ein Bild von der neuen Location in der Altstadt – die unsere Zeitung exemplarisch beim Wirtefest besucht hat.
Wolfratshausen: Eröffnung auf dem Wirtefest: Rat.Haus.Café. feiert mit hunderten Gästen
Bereits um 14 Uhr schließen die Kunstmanns das ehemalige Rathauscafé, zuletzt Café Streicher, auf. Die ersten Neugierigen lassen sich Zwetschgendatschi, Mango-Käsekuchen, Prinzregententorte oder Panna Cotta mit Früchten schmecken. Derweil bereiten der Projektleiter im Kunstmann-Team, Michael Scholz, und der Technische Leiter, Michael Räß, in der gusseisernen Riesenpfanne im Rathaus-Innenhof die Paella für den Abend vor. Je fünf Kilo Gambas und Meeresfrüchte und vier Kilo Muscheln braten sie in Olivenöl an. Anschließend kommen Paprika, Zwiebeln, Erbsen, Reis und Safran unter ständigem Rühren hinzu.
Wolfratshausen: Rat.Haus.Café eröffnet mit Paella und Gemüsespießen
Scholz führte zehn Jahre lang ein Tapas-Lokal in München, zehn Jahre lang arbeitete er als Koch in Andalusien, bevor Hans-Joachim Kunstmann ihn engagierte. Neben dem spanischen Nationalgericht Paella serviert der Küchenchef beim Wirtefest Hühnchen- und Gemüsespieße sowie kalte Vorspeisenplatten mit Serrano-Schinken, Manchego-Käse, Oliven und Tomaten mit selbst gebackenem Baguette. Dazu Wein und Cocktails oder – wer es bayerisch mag – Tegernseer Bier.
Wirtefest: Viele Besucher wandern von Restaurant zu Restaurant
„Wow, wie großzügig das jetzt hier wirkt“, stellen der Dorfener Günter Schamberger und seine Begleitung beim Betreten des Gastraums erstaunt fest. Schuld daran sind die unverputzte, hohe Decke mit den Kronleuchtern und die minimalistische Einrichtung. Eine lange, durchgängige Bank an der Längsseite des Lokals, Holztische und -stühle, behutsam eingesetzte Deko und ein paar Grünpflanzen in Metallständern verleihen dem einstmals plüschigen Kaffeehaus modernen Pfiff. „So etwas hat gefehlt in der alten Flößerstadt Wolfratshausen. Das ist ein Treffpunkt für junge Leute“, schwärmt Schamberger – wenngleich selbst nicht mehr ganz so jung.
Live-Musik und Tanzeinlagen: Wirtefest in Wolfratshausen bietet bunte Mischung durch alle Stilrichtungen
Das Publikum am Abend ist bunt gemischt. Jugendliche in Grüppchen, Paare, Eltern mit Kindern und ältere Semester sitzen an den Tischen, wenn sie reserviert oder Glück haben – oder sie unterhalten sich an den Stehtischen. Sogar auf den Bierbänken im Freien nehmen einige trotz der einstelligen Temperaturen Platz. Im Eingangsbereich sorgen Alejandra Marini, eine argentinische Künstlerin aus Wolfratshausen, und Manuel Ragué aus Andalusien musikalisch mit Rumba-, Flamenco- und Popklängen, begleitet von Gitarre und Maracas für mediterranes Urlaubsfeeling. Etliche Gäste fühlen sich animiert, mit den Musikern das Tanzbein zu schwingen. Je später der Abend, desto ausgelassener die Stimmung.
Shuttlebus von Kneipe zu Kneipe: Wirtefest in Wolfratshausen ist trotz Regen gut besucht
Auf ihrer Tour durch die Wirtshäuser macht auch Familie Jankovic Station im Rat.Haus.Café. Ranko Jankovic ist ein großer Fan des Wirtefests, wie er sagt. 2018 und 2019 fuhr er den Shuttle-Oldtimerbus, der die Besucher von Event zu Event brachte. Der aus Montenegro stammende Wolfratshauser erzählt, er habe zusammen mit seiner Frau Bettina und Tochter Masa schon in der La Bottega am Untermarkt eine Kleinigkeit zu italienischer Live-Musik gegessen. Nach Flamenco und Caipirinha wolle er nun noch ins Wirtshaus Flößerei, um sich „Alpen-Pop“ von der Gruppe Gaudibox anzuhören.
Rathauscafe eröffnet am Wirtefest - die Zeppelin-Bar macht zu
Es ist ein Kommen und Gehen. Die meisten Besucher bleiben eine Stunde oder etwas länger in dem neuen Treffpunkt am Loisachufer und ziehen dann weiter. „Alle sind total entspannt“, findet Bedienung Alexandra Vögtle. Am Service gibt es auch nichts auszusetzen. Die Getränke werden schnell gebracht. Draußen an der Paella-Pfanne lädt Michael Scholz die Holzschüsselchen randvoll. „Es fällt mir schwer, hier wegzugehen, weil die Atmosphäre einfach toll ist“, sagt Beate Köhler, die mit einem Glas Prosecco in der Hand zu den lateinamerikanischen Melodien mitwippt. Aber das Cabana und die Zeppelin-Bar, die sich an diesem Samstagabend wie berichtet aus dem Wolfratshauser Nachtleben verabschiedet, stehen noch auf ihrer Liste.
„Alle haben Lust auf Party“: Wirtefest in Wolfratshausen ist Publikumsmagnet
Hans-Joachim Kunstmann, Unternehmer und Vorsitzender des Werbekreis Wolfratshausen, würde es natürlich freuen, wenn die Eröffnungsveranstaltung bei vielen einen guten Eindruck hinterlassen hat. Der erfahrene Gastronom meint zu späterer Stunde: „Aus meiner Sicht hätte es nicht besser laufen können.“
Auch in den übrigen Bars, Wirtshäusern sowie im Jugendhaus La Vida ging’s rund. „Alle haben wieder Lust auf Party“, fassten es die jungen Wirtefest-Besucher Steffi und Oliver Rilk, Florian Hartmann und Steffi Jung aus Wolfratshausen und Eurasburg zusammen.
(Unser Wolfratshausen-Geretsried-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alle wichtigen Geschichten aus Ihrer Region. Melden Sie sich hier an.)



