VonMagdalena Höcherlschließen
Im Frühling kommt es auf den Straßen in der Region vermehrt zu Wildunfällen. Wie man dem vorbeugen kann und was bei einem Zusammenstoß zu tun ist, erklärt Jäger Josef Brunner.
Wolfratshausen – In der Dämmerung passiert es schnell: Ein Reh steht am Straßenrand, einen Augenblick später läuft es über die Straße. Und als Autofahrer kann man nicht mehr bremsen. Das Tier überlebt den Zusammenstoß oft nicht, Fahrer und Auto nehmen ebenfalls häufig Schaden. Im Frühling kommt es in den Morgen- und Abendstunden auf den Straßen in der Region vermehrt zu Wildunfällen.
„Das liegt daran, dass es jetzt wieder wärmer wird und die Feistzeit vorbei ist“, erklärt Josef Brunner, Vorsitzender der Jagdkreisgruppe Wolfratshausen. In der Waidmannsprache wird so die Zeit vor der Brunft bezeichnet. „Da braucht das Wild wenig Nahrung, ist wenig in Bewegung und hat einen niedrigen Herzschlag“, erklärt der 67-Jährige. Doch mit den steigenden Temperaturen werden die Tiere gerade bei Einbruch der Dunkelheit wieder aktiv. „Ähnlich wie der Mensch hat auch das Wild im Frühjahr mehr Motivation und Lust auf Bewegung“, sagt Brunner. Hinzu komme die verstärkte Suche nach Nahrung und der Fortpflanzungstrieb. Die Tiere konzentrierten sich mehr auf die Partnersuche als auf Straßen und Fahrzeuge.
Unfallstelle so genau wie möglich markieren
Deshalb sollten Autofahrer im Frühjahr gerade in Waldstücken umso aufmerksamer unterwegs sein und auf entsprechende Straßenschilder achten. „Ein springender Rehbock bedeutet, dass hier besondere Vorsicht geboten ist“, sagt der Jäger aus Endlhausen. Außerdem sollte man lieber nur 70 oder 80 Stundenkilometer fahren, um bei Wildwechsel eher bremsen zu können.
Wenn ein Autofahrer trotzdem einmal mit einem Reh zusammenstößt, ist es wichtig, die Unfallstelle so genau wie möglich zu markieren. „Sonst tut sich der Jäger danach sehr schwer.“ Die einfachste Methode: „Den Kilometerzähler auf Null setzen, bis zur nächsten Ortstafel fahren und die Kilometer aufschreiben“, erklärt der Jagkreisgruppen-Vorsitzende. „Dann alarmiert man die Polizei, die wiederum den Jäger benachrichtigt.“ mh
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