Ein Großprojekt reiht sich an das nächste

Baugenossenschaft Wolfratshausen trotzt allen Widrigkeiten

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Einstimmig wiedergewählt: (v. li.) Josef Wehbe (Vorstand der Baugenossenschaft), Ralf Langnickel (Aufsichtsrat), Christian von Stülpnagel (Aufsichtsratsvorsitzender), Dieter Scheller (Aufsichtsrat) sowie Winfrid Borcherdt (Vorstand).
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Corona, Lieferengpässe, Baustoffmangel: Die Baugenossenschaft hat mit vielen Problemen zu kämpfen. Davon lässt sie sich aber nicht beirren.

Wolfratshausen – „Zweck der Genossenschaft ist die Förderung ihrer Mitglieder vorrangig durch eine gute, sichere und sozial verantwortbare Wohnungsversorgung.“ So lautet Paragraf 2 der Satzung der Baugenossenschaft Wolfratshausen, und er wurde in der Mitgliederversammlung am Dienstagabend im Saal der Sparkasse an der Sauerlacher Straße mehrfach zitiert. Denn: Diesem Ziel fühlt sich der Vorstand weiter verpflichtet, allen Widrigkeiten wie Corona, Lieferengpässen und Baustoffmangel zum Trotz. Der überhitzte Wohnungsmarkt in Wolfratshausen mache es schlicht notwendig. „Manchmal erkennt man den Weg erst, wenn man sich aufmacht“, sagte Vorstandsmitglied Britta Wurm im Beisein von 42 Mitgliedern.

Das Großprojekt an der Blombergstraße ist fertig

Dass die Genossenschaft durchstartet, zeigt die Tatsache, dass auf das Mammutprojekt Blombergstraße heuer praktisch nahtlos das Mammutprojekt Am Waldrand folgt. „Wir gönnen uns keine Ruhepause“, erklärte Vorstand Winfrid Borcherdt. Die Sanierung der Blombergstraße 2 - 4 sowie der Neubau der Blombergstraße 6 - 8 (die letzten Wohnungen wurden vor wenigen Tagen übergeben) schlugen mit 13 Millionen Euro zu Buche. 19 Millionen Euro sind für das Areal Am Waldrand 22 - 24 sowie 26 eingeplant. Dass dieses Vorhaben so exorbitant ausfällt, ist auf den verheerenden Brand im August vergangenen Jahres zurückzuführen. Das Haus am Waldrand 26 ist nicht mehr bewohnbar, das ganze Areal wird überplant. Das Ziel: 82 Wohnungen auf 5900 Quadratmetern. Es ist davon auszugehen, dass die 1,3 Millionen Euro Bilanzgewinn des vergangenen Jahres für die Abbrucharbeiten des Brandhauses verwendet werden müssen.

Dringender Appell an die Mieter, Gas zu sparen

Auf der Tagesordnung stand am Dienstag auch eine Änderung der Satzung. Die alte stammt aus dem Jahr 2008 und war in einigen Punkten nicht mehr zeitgemäß. Borcherdt erläuterte die Neuerungen, darunter die Erhöhung der Vorstandsmitglieder von zwei auf drei („Die Belastung ist vielfältig geworden“), den Verzicht auf Gewinnausschüttungen („Wir brauchen jeden Cent“) sowie die Möglichkeit, digital durchgeführter Versammlungen („Das könnte in Zukunft nötig sein“). Die Versammlung votierte einstimmig dafür.

Aufsichtsratsvorsitzender Christian von Stülpnagel appellierte dringend an die Versammlung, behutsam mit Feuer umzugehen. Der Brand beim Griechen in Farchet vor wenigen Wochen sei der dritte in einem Jahr gewesen. „Wir wollen nicht, dass diese betrübliche Statistik weiterwächst“, sagte er. Achtung sei vor allem auf Balkon und Terrasse geboten, wo ein kleiner Funke genüge, um eine Katastrophe auszulösen.

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Von Stülpnagel legte den Mitgliedern, das heißt, den Mietern ans Herz, für die zu erwartende Preissteigerung beim Gas vorzusorgen. Zwar hätten sie bis 2024 gültige, sehr günstige Verträge. Sobald aber Wirtschaftsminister Robert Habeck im Rahmen des Notfallplans Gas den Energieunternehmen erlaubt, die gestiegenen Kosten durchzureichen, werde es teuer. „Wir reden hier nicht von zehn, sondern eher von 30 oder 40 Prozent Steigerung.“ Auf diesen Punkt zielte auch eine Nachfrage aus der Versammlung, nämlich ob es nicht möglich sei, Dämmungen anzubringen. Vorstand Josef Wehbe sagte zu, dass man sich Einzelfälle anschauen werde.

Da einige Aufsichtsrats- und Vorstandsmitglieder nach drei Jahren turnusgemäß ausgeschieden sind, standen Wahlen an. Alle traten wieder an, alle wurden einstimmig wiedergewählt. Dem Vorstand gehören weiter Winfrid Borchert und Josef Wehbe an, dem Aufsichtsrat Christian von Stülpnagel, Thomas Grauel, Ralf Langnickel und Dieter Scheller.

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