VonMagdalena Höcherlschließen
Nach dem Reizgas-Alarm an der Sporthalle am Hammerschmiedweg saß der Schreck beim TSV-Nachwuchs tief. Für das nächste Training hat sich die Polizei daher etwas Besonderes einfallen lassen.
Wolfratshausen – Der Schreck saß tief beim TSV-Nachwuchs, als ein Unbekannter vor Kurzem in einer Umkleide in der Turnhalle am Hammerschmiedweg Tierabwehrspray versprüht und damit fast 40 Kinder verletzt hat. Die Polizei fahndet noch nach dem Täter. Für die Kinder überlegte sich Polizeichef Andreas Czerweny nun etwas Besonderes, als am Mittwoch das nächste Turntraining des Wölfe-Nachwuchses anstand: Zwei Beamte des Reitertrupps aus Rosenheim kamen mit den Pferden „Cäsar“ und „Domino“ nach Wolfratshausen.
„Die Überraschung ist geglückt. Das war eine ganz coole Nummer“, berichtet der Dienststellenleiter unserer Zeitung. „Ich hatte wirklich Mitleid mit den Kindern. Wir wollten ihnen einfach etwas Gutes tun.“ Gummibärchen zu verteilen hielt Czerweny für wenig originell, dafür spielte ihm der Zufall in die Hände. Bei einer Motorradaktion in Rosenheim wurde er auf die Reiterstaffel aufmerksam und organisierte kurzerhand einen Besuch in der Flößerstadt. Die Kollegen seien zunächst entlang Isar und Loisach Streife geritten und hätten dort auf die Leinenpflicht für Hunde und das Grillverbot hingewiesen. „Zufällig sind sie dann pünktlich zu Beginn des Turntrainings zur Sporthalle gekommen“, sagt Czerweny mit einem Augenzwinkern.
Die Mädchen und Buben freuten sich sehr über die unerwarteten Gäste. Die berittenen Beamten Bernhard Loferer und Stefan Kießling beantworteten alle Fragen zu den Tieren. „Ein Kind wollte wissen, ob die Kollegen von Rosenheim über die A8 gekommen waren. Das verneinten sie, da sei zu viel Stau gewesen“, sagt der Hauptkommissar schmunzelnd. „Sie kamen mit einem Pferdeanhänger über die Landstraße.“ mh
Lesen Sie auch: Tierisches Deja-Vu: Rinder besuchen Geretsrieder Polizei – so cool reagieren die Beamten
