Bei Schuhen bröckelt die Kleiderordnung

Wolfratshausen: „White Dinner“ lockt rund 300 Gäste ans Loisachufer

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Ganz in Weiß gekleidet verzehrten die Besucher auf festlich gedeckten Tischen ihre mitgebrachten Speisen und Getränke.
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Ganz in Weiß: Das „White Dinner“ lockte am Samstag rund 300 Gäste ans Loisachufer. Sie genossen den Abend in einer ganz besonderen Atmosphäre.

Wolfratshausen – Seit 2018 organisieren der Verein Lebendige Altstadt Wolfratshausen (LAW) und der Werbekreis Einkaufstadt Wolfratshausen an der alten Floßlände jährlich eine außergewöhnlich kulinarisch-gesellschaftliche Zusammenkunft. Und auch vor einer Woche hatte das „White Dinner“ wegen einer Gewitterwarnung zunächst verschoben werden müssen. An diesem Samstagabend jedoch gab es kein Halten mehr.

Weißer Anzug und schwarze Schuhe mit gelben Bändern

„Wir sind froh, dass so viele gekommen sind“, begrüßte LAW-Chef Ernst Gröbmair die rund 300 Gäste. Sein weißer Anzug stand im Kontrast zu seinen mit gelben Bändern geschnürten schwarzen Schuhen. So wie ihm ging es vielen der Besucher bei der der Auswahl der Kleidung. Denn helle Oberteile, Hosen, Blusen und Röcke fanden die meisten in ihren Schränken. Bei den Schuhen sahen es viele nicht ganz so eng.

Werbekreischef Hans-Joachim Kunstmann dankte in kurzer Hose seiner nicht anwesenden Vorgängerin Ingrid Schnaller. Die jetzige SPD-Ortsvorsitzende hatte das bereits in einigen Großstädten erfolgreich durchgeführte „White Dinner“ vor vier Jahren erstmals in Wolfratshausen realisiert. Zur Finanzierung trugen der Innenstadt-Projektfond und die beiden Vereine bei.

Stimmungsvolle Beleuchtung

Anders als im vergangenen Jahr erhellte dieses Mal zwar keine Lichtshow den Himmel über der Loisach. Der ehemalige Kulturreferent Alfred Fraas verlieh aber lange Kabel, die für den Anschluss der grünen, roten und blauen Beleuchtungselemente von Lichtdesigner Günter Klügl benötigt wurden. Dies gefiel auch Agnes Handfest. Die 34-jährige Münchnerin war der Einladung ihrer Wolfratshauserin Freundin Salwa Olol gefolgt, um erstmals einen Abend in diesem stilvollen Ambiente zu verbringen. „Ich bin total angetan von der Atmosphäre: So etwas kannte ich bisher noch nicht“, schwärmte Handfest. Ihrer in Somaliland geborenen Begleiterin fiel positiv auf, dass auch Hunde willkommen sind.

Noch kein Wolfratshauser „White Dinner“ versäumt hat Anneliese Deutsch. „Das ist immer wieder etwas Besonderes: In unserer Stadt muss sich etwas tun, sonst schläft alles ein“, erklärte die 75-Jährige. Die ehemalige Inhaberin einer Fußpflegepraxis buchte mit Freundinnen und Nachbarn einen Tisch.

Kurz vor Mitternacht räumen die letzten Besucher ihre Tische

Die Online-Anmeldungen nahm Carmen Gröbmair-Jonas in ihrem Büro entgegen. „Leider gab es aufgrund von Corona-Erkrankungen einige kurzfristige Absagen“, bedauerte sie. Vier Stunden vor der Eröffnung baute sie mit Helfern die Tische auf. Für musikalische Begleitung sorgte Alexandra Fischer. Bei dezenter Lautstärke sang sie Klassiker wie den Sam-Cooke-Evergreen „Wonderful World“. Dazu passten die nach Einbruch der Dunkelheit leuchtenden Kronleuchter auf einigen Tischen. Kurz vor Mitternacht räumten die letzten Besucher die Reste ihrer mitgebrachten Speisen, Abfälle und leere Flaschen in ihre Körbe und gingen heim.

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Bis auf eine Teilnehmerin, die versehentlich fast ein Insekt heruntergeschluckt hat, verzeichneten die Veranstalter keine negativen Vorfälle. „Es blieb alles friedlich und entspannt“, bilanzierte Ernst Gröbmair zufrieden. Dass der Wolfratshauser Bürgermeister und Stadträte dem gesellschaftlichen Ereignis ausnahmslos fernblieben, nahm er gelassen zur Kenntnis.

ph

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