- VonRudi Stalleinschließen
Am Montag öffnete Dr. Josef Hingerl trotz Corona-Verbot den Golfplatz in Wolfratshausen. Die Konsequenzen ließen nicht lange auf sich warten: Am Dienstag musste er wieder schließen.
Wolfratshausen – Das Vergnügen war nur von kurzer Dauer. Am Montag hatte Dr. Josef Hingerl die Golfanlage Bergkramerhof in Wolfratshausen entgegen der Anordnung der Landesregierung zum Golfspielen geöffnet (wir berichten). Am Dienstag früh musste er den Platz wieder schließen.
Golfclub in Wolfratshausen: Besitzer muss wieder schließen
Im Schließungsbescheid des Landratsamts, der auf der Internetseite des Golfclubs einsehbar ist, wird ferner „die Öffnung der Anlage bis einschließlich 10. Mai 2020 untersagt“. Bei Zuwiderhandlung, das heißt, einer früheren Aufnahme des Golfbetriebs, wird ein Zwangsgeld von 25 000 Euro pro Tag der Öffnung angedroht. Die Kosten des Verfahrens, vorerst eine Gebühr von 400 Euro für den zugestellten Bescheid, habe die Bergkramerhof GmbH zu tragen.
Landratsamt droht mit Zwangsgeld
Dienstagmittag kündigte Ministerpräsident Markus Söder zur Freude aller bayerischen Golfer an, dass im Zuge weiterer Lockerungen ab dem 11. Mai „kontaktloser Einzelsport im Freien“ wieder erlaubt sei. Damit könnte die Sache nun ihr Bewenden haben. Aber Josef Hingerl will sich damit nicht zufriedengeben, er klagt gegen den Bescheid des Landratsamtes beim Bayerischen Verwaltungsgericht.
Wolfratshausen: Hingerl will an Klage festhalten
Er sei der Ansicht, dass die Schließung der Golfanlagen „vom ersten Tag an verfassungswidrig war“ und die Einzelentscheidung gegen seinen Platz rechtswidrig sei, begründet der Rechtsanwalt sein Vorgehen. Nun hoffe er noch im Laufe dieser Woche auf eine richterliche Entscheidung, andernfalls werde er Fortsetzungsfeststellungsklage erheben. „Das Gericht soll feststellen, wer rechtswidrig gehandelt hat“, fordert Hingerl – nicht zuletzt, weil „es am Ende auch um Schadenersatz geht“.
rst
Für seine eigenwillige Aktion in Corona-Zeiten musste der Golfplatz-Besitzer bereits in den letzten Tagen heftige Kritik seiner Kollegen einstecken - und auch das Landratsamt mischte sich ein.