Stadtrat entscheidet in nächster Sitzung

Wolfratshauser „Eiszeit“ abgesagt: Nun liegt dieser Alternativ-Vorschlag auf dem Tisch

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Rollschuhe könnten in diesem Winter in Wolfratshausen zu einem viel genutzten Sportgerät werden – geht es nach dem Willen der Jugendreferentin des Stadtrats, Jennifer Layton, und des Kulturreferenten des Gremiums, Sepp Schwarzenbach.
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Die „Eiszeit“, das Schlittschuhvergnügen an der alten Floßlände in Wolfratshausen, wird‘s in diesem Winter nicht geben. Nun beantragen zwei Stadträte eine Ersatzveranstaltung.

Wolfratshausen – Eine „Eiszeit“ an der alten Floßlände, Schlittschuhvergnügen unter freiem Himmel – das wird’s im Winter 2022/23 nicht geben. Der Stadtrat traf diese Entscheidung unter dem Eindruck der explodierenden Energiekosten. Doch die Jugendreferentin des Gremiums, Jennifer Layton (Grüne), hat gemeinsam mit Kulturreferent Sepp Schwarzenbach (CSU) eine mögliche Alternative erarbeitet: Eine Fläche, die mit Rollschuhen genutzt werden könnte – sowie einen Shuttle-Bus, der Kufenflitzer ins Geretsrieder Eisstadion bringt.

Wolfratshauser „Eiszeit“ abgesagt: Nun liegt dieser Alternativ-Vorschlag auf dem Tisch

Die „Eiszeit“ machte heuer reichlich Schlagzeilen. Nach einem Stimmen-Patt im Kulturausschuss des Rats war das Thema eigentlich vom Tisch. Doch nach lautem Protest aus den Reihen der Bürger kassierte der Stadtrat die Entscheidung des Fachgremiums ein und votierte mit 16:5-Stimmen für die Durchführung der „Eiszeit“. Kurze Zeit später ging der Stadtrat wie berichtet auf Energiesparkurs – und sagte das Wintervergnügen wieder ab. Laut Bürgermeister Klaus Heilinglechner (Bürgervereinigung) verbrauchten das Kälteaggregat für die Herstellung der künstlichen Eisfläche sowie die Beleuchtung im zurückliegenden Winter 22 570 Kilowattstunden Strom. Renate Tilke (CSU) erklärte fürs Gros des Gremiums: „Dieser extreme Energieverbrauch ist einfach nicht mehr zu verantworten.“

Rollschuh-Spaß auf dem Parkplatz vor der Loisachhalle?

In der Stadtratssitzung am nächsten Dienstag (18 Uhr, Loisachhalle) werden Layton und Schwarzenbach eine Ersatzveranstaltung beantragen: Das Rathaus-Referat Stadtmarketing soll beauftragt werden, „in der Advents- und Nach-Weihnachtszeit eine mobile, anzumietende Rollschuh-, Inlineskater- oder Scooter-Bahn mit Verleih oder einen Pumptrack zu realisieren“. Geprüft werden, so der Antrag des Duos, sollen öffentliche Parkplatzflächen ohne/mit Überdachung – zum Beispiel der Parkplatz vor der Loisachhalle. Eine weitere Möglichkeit wäre „ein Autoscooter-Fahrgeschäft als überdachte Fahrfläche für Rollschuhe nach dem Modell des Hamburger Unternehmens Rollerskate Jam“. Als eine dritte Option schlagen Layton und Schwarzenbach folgendes vor: „Entleihung/Anmietung von Innenflächen/Räumlichkeiten von privaten Eigentümern/innen.“

Mit dem „Eisbus“ von Wolfratshausen zum Geretsrieder Eisstadion

Parallel soll der Stadtrat die Verwaltung beauftragen, einen Bus-Shuttle („Eisbus“) bereitzustellen. Mit dem könnten in der Adventszeit bis zum Ende der Weihnachtsferien „jeden Freitag, Samstag und Sonntag“ im Zweistunden-Rhythmus Schlittschuhfans ins Eisstadion nach Geretsried und zurück gefahren werden. Ein Preisangebot haben die Jugendreferentin und der Kulturreferent bereits eingeholt: „Vom 25. Dezember 2022 bis zum 8. Januar 2023 verlangt das Busunternehmen pro Tag 285 Euro“, so Layton und Schwarzenbach gegenüber unserer Zeitung. Macht nach ihren Worten summa summarum 4560 Euro für den besagten Zeitraum – plus sieben Prozent Mehrwertsteuer.

Der dritte Teil ihres Antrags: Die Verwaltung „wird beauftragt, Buden/Stände mit Ausschank und Verköstigung und Feuertonnen sowie Sitzgelegenheiten an der alten Floßlände zu organisieren – und somit einen Treffpunkt mit weihnachtlicher Atmosphäre während der Adventszeit bis einschließlich Silvester für die Bürger/innen zu schaffen“.

Antrag: Gratis-Tickets für Kinder für den Besuch des Geretsrieder Eisstadions

Punkt vier: Die Kommune soll nach dem Willen der beiden Mandatsträger ein Kontingent Gratis-Tickets für Wolfratshauser Kinder und Jugendliche „für den öffentlichen Lauf im Geretsrieder Eisstadion bereitstellen“. Layton und Schwarzenbach setzen auf eine „unkomplizierten Lösung“ zusammen mit dem Stadionverein.

Zu guter Letzt soll der Stadtrat Geld für örtliche Schulen bereitstellen, damit diese Bustransfers für Schulklassen zum Geretsrieder Eisstadion durchführen können. „Die notwendige Organisation und Buchung übernehmen die Schulen selbst.“

Absage der „Eiszeit“ kostet die Stadt Wolfratshausen rund 23.000 Euro

In der Begründung ihres Antrags erinnern Layton und Schwarzenbach daran, dass die „Eiszeit“ gestrichen worden ist, „um den Stromverbrauch während der Energiekrise zu reduzieren“. Dennoch sei es wichtig, Kindern und Jugendlichen im kommenden Winter „eine Alternative zu bieten, die Spaß und Bewegung verbindet“. Die „Eiszeit“ war budgetiert, so das Duo, das heißt, es seien Haushaltsmittel für die geplante Freiluftveranstaltung bereitgestellt worden. Zwar muss die Stadt aufgrund der Absage laut Rathauschef dem Eismacher etwa 23 000 Euro Stornokosten überweisen – doch nach Wissen von Jugendreferentin und Kulturreferent bleibt noch etwas im Stadtsäckel übrig „für eine Ersatzveranstaltung auf Wolfratshauser Flur und günstige Beförderungsangebote zum Eisstadion in der Nachbarstadt Geretsried“.

Antragsteller bieten ihre Hilfe „bei der Recherche“ an

Da die städtische Kulturmanagerin im August gekündigt hat (wir berichteten) und die Stelle bis dato vakant ist, bieten die Antragsteller an, dass sie dem „unterbesetzten“ Rathaus-Referat Stadtmarketing „gerne bei der Recherche behilflich sind“. Zunächst aber haben die Stadträte am kommenden Dienstag das Wort. (cce)

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