VonDoris Schmidschließen
Nach zehnjährigem Bestehen des BGZ-Gebäudes verrät Geschäftsführer Wolfgang Selig, ob sich die mit dem Neubau am Karl-Lederer-Platz verknüpften Erwartungen erfüllt haben.
Geretsried – Vor zehn Jahren stemmte die Baugenossenschaft mit dem BGZ ihr bis dato größtes Einzelbauvorhaben. Etwa 13 Millionen Euro investierte sie in das markante Wohn- und Geschäftshaus an der Ecke Egerlandstraße/Karl-Lederer-Platz. Im Interview verrät BG-Geschäftsführer Wolfgang Selig, ob sich die mit dem Neubau verknüpften Erwartungen erfüllt haben.
Ja, absolut. Es war die richtige Entscheidung zur richtigen Zeit. Wir sind froh, es umgesetzt zu haben. Unsere Erwartungen haben sich erfüllt.
Während der Bauphase gab es viel Kritik an der Architektur, das stimmt. Aber vier bis sechs Wochen nach der Eröffnung ist das abgeebbt. Da hatte sich das Gebäude mit Leben gefüllt.
Heute höre ich nur sehr selten von Geretsriedern, die schon lange hier sind, Kritik. Das heißt, Kritik ist wohl gar nicht das richtige Wort, eher eine Art Wehmut nach der Nachkriegsarchitektur.
Ohne die damals gleichzeitig durchgeführten städtischen Maßnahmen hätte sich das Gebäude meiner Meinung nach nur bedingt eingefügt. Durch die Verlagerung der Straße direkt vor das BGZ, die Verlegung und Erweiterung des Brunnens und die Umgestaltung der Oberflächenbeläge wurde das Einfügen vonseiten der Stadt kräftig unterstützt.
davon ausgegangen?
Wir haben mit dem Gebäude drei Dinge erreicht: Die große städtebauliche Unterbrechung der Erdgeschoss-Ladenflächen zwischen der Westseite der Egerlandstraße Nord und der Egerlandstraße Süd wurde massiv verkürzt. Die beiden Straßenteile fügen sich zumindest auf dieser Straßenseite jetzt eher zusammen. Die Verbindung von der Egerlandstraße zum Karl-Lederer-Platz, die auf der Südseite schon immer recht gut gelöst war, wurde jetzt mit C & A und dem Café Waldmann erstmals auch städtebaulich verknüpft.
Und eine kleine Änderungsschneiderei, die den erzwungenen Umzug glücklicherweise überlebt hat. Durch C & A, Waldmann und die Drogerie Rossmann wurde die Frequenz im Zentrum auch für die anderen Gewerbetreibenden deutlich erhöht. Nach meiner Kenntnis kam das allen zu Gute, selbst den Wettbewerbern, da die zusätzlichen Besucher des Karl-Lederer-Platzes die zusätzliche Konkurrenz mindestens kompensiert haben, ja oft sogar überkompensiert.
Was die städtebauliche Grundidee betrifft: in vielen Teilen ja. Statt Wohnungen wollen wir Läden und Gastronomie im Erdgeschoss haben. In anderen Fragen ist das BGZ 2 völlig eigenständig. Das betrifft unter anderem die öffentlich nutzbaren Parkplätze im Untergeschoss, die Großaufzüge zwischen Untergeschoss und ersten Obergeschoss sowie das Fassaden- und Beleuchtungskonzept. Die Architektur ist eigenständig, aber ähnlich wie beim BGZ nicht mehr an der Geretsrieder Nachkriegsarchitektur mit ihren Satteldächern orientiert.
Mit dem Umbau des Deimer-Hauses („Ernsting’s Familiy“, Anm. d. Red.) und KLP 9 haben sich im Zentrum schon bauliche Veränderungen ergeben. Mit „Centrum 20“, „Puls G“ und der großen zentralen Tiefgarage wird am Karl-Lederer-Platz gerade wieder fleißig gebaut. Da sehen wir das BGZ 2 nicht mehr so stark als Solitär wie seinerzeit das BGZ, das von Thomas Hammer konzipiert wurde. Mit dem Büro Kehrbaum Architekten haben wir einen eigenständigen Planer für das BGZ 2.
nej
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