Erinnerungen an schwierige Phasen

Münchner blicken auf Corona-Zeit zurück: „Totales Chaos beim ersten Lockdown“

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Vielen Menschen steckt die Pandemie noch in den Knochen.
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Der Beginn der Pandemie ist fünf Jahre her. Viele Menschen in München haben immer noch Spätfolgen oder erinnern sich zumindest gut an die herausfordernde Zeit.

München – Es ging alles blitzschnell. Die Corona-Pandemie fing mit wenigen Fällen in China an, binnen Tagen waren es Tausende weltweit. Am 28. Januar 2020 wurde vom Robert-Koch-Institut ein erster Fall in Deutschland laborbestätigt. Etwa zwei Wochen später waren es 16 Fälle, die auf Kontakte der Gautinger Firma Webasto zu einem Unternehmen im chinesischen Wuhan zurückzuführen waren. Keine vier Wochen später gab es mehr als 1000 registrierte Infektionen in Deutschland – und die ersten Todesfälle.

Agnes ist als Coronahelferin an ihre Grenzen gekommen.

Plötzlich stand die Welt Kopf: Überfüllte Intensivstationen, Kontaktverbote, Ausgangssperren, großangelegte Impfkampagnen, Arbeit und Bildung vor dem Bildschirm. Wir haben in der Fußgängerzone in München gefragt, wie sich die Menschen an die Pandemie erinnern und sind dabei auf Agnes, 43, gestoßen. Sie hat als Corona-Helferin in einer Rosenheimer Klinik gearbeitet und erzählt: „Ich habe Leute an Corona sterben sehen. Das Schlimmste war, dass sich die Angehörigen nicht verabschieden konnten. Das war kein würdevolles Sterben.“

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Menschen aus München erinnern sich: „Corona hat die Gesellschaft gespalten“

Sehr zwiegespalten blicken Erwin (64) und Lillian (62) Lettmeier auf die Corona-Zeit zurück: „Mein Bruder wäre beinahe daran gestorben und hat auch heute noch Asthma“, berichtet Erwin Lettmeier. Ihn hat sehr gestört, dass die Menschen zu vielem gezwungen wurden. „Es gab viel Streitereien im Freundeskreis. Corona hat die Gesellschaft insgesamt gespalten und auch zu großen Ungerechtigkeiten geführt. Während wir bei MTU Kurzarbeitergeld bekamen, haben viele Menschen ihre Existenz verloren.“

„Wir kamen klar“: Anna, Phillip, Noah und Finn.

Entspannt sahen es Anna (43), Phillip (45), Noah (11) und Finn (14). Die Familie besitzt einen Garten und hat dort Spielgeräte aufgebaut. „Wir konnten auch gut online arbeiten.“ Für Anna als Lehrerin war nicht immer alles problemlos: „Beim ersten Lockdown herrschte totales Chaos.“ Aber irgendwie haben sie am Ende alles gemanagt.

Zeit für Entschleunigung

Auch Klaus Wölfle (74) hat die Corona-Zeit gut erlebt. „Was ich als positiv in Erinnerung habe, war, dass es eine ruhigere Zeit war: weniger Verkehr und Hektik. Ich erinnere mich an lange Spaziergänge mit meiner Frau.“ Die konnte auch Katharina (58) mit ihren Hund genießen. „Allerdings waren meine Söhne damals in der Pubertät und fanden es nicht so toll, ihre Freunde nicht zu sehen.“

Klaus Wölfle hat während Corona Zeit zur Entschleunigung gefunden.

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