Preise ziehen an

Den Nahost-Konflikt bekommen die Menschen in Bayern nun am Geldbeutel zu spüren

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Die Welt schaut gebannt in Richtung Nahen Osten. Dort droht der Konflikt zwischen Israel und Iran endgültig zu eskalieren. Auswirkungen hat dies auch auf Bayern.

München – Seit dem Angriff Israels auf den Iran droht der Nahost-Konflikt zwischen den verfeindeten Israelis und dem Mullah-Regime in Iran endgültig zu explodieren. Im wahrsten Sinne des Wortes – denn aktuell erwägen nun auch die USA dem Vernehmen nach, selbst in den Krieg einzutreten.

Schon jetzt bekommen die Menschen in Bayern erste Auswirkungen des Konflikts zu spüren – und zwar am eigenen Geldbeutel.

Krieg zwischen Israel und Iran: Menschen in Bayern bekommen Auswirkungen zu spüren

Ein Name fällt am Rande des Nahost-Konflikts sehr häufig: die Seestraße von Hormus. Dabei handelt es sich um eine Meerenge, die an ihrer engsten Stelle nur rund 40 Kilometer breit ist. Auf der einen Seite liegt die arabische Halbinsel mit den Vereinigten Arabischen Emiraten und dem Oman, auf der anderen Seite der Iran. Und letzterer hat immer wieder damit gedroht, die Seestraße – notfalls militärisch – dichtzumachen.

Die Seestraße von Hormus – ihr Name fällt regelmäßig im Rahmen des Israel-Iran-Konflikts. Der Grund: Sie ist für den Welthandel von zentraler Bedeutung. Und könnte im Krieg militärisch gesperrt werden. (Symbolbild)

Das hätte Auswirkungen auf den gesamten Welthandel. Denn wie der BR erklärt, werden knapp ein Fünftel des weltweit gehandelten Erdöls und große Mengen Flüssiggas tagtäglich durch die Seestraße von Hormus transportiert.

Wahrgemacht hat der Iran die Drohung bislang nie. Doch so heiß wie der Konflikt aktuell ist, war er eben auch schon lange nicht mehr. So verweist der BR auch darauf, dass allein seit dem Luftangriff Israels auf den Iran der Preis für Rohöl am Weltmarkt um rund 10 Prozent gestiegen ist.

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Bayern nicht abhängig von Energie aus Nahost – aber der Weltmarkt schon

Dieser Preissprung macht sich auch in Bayern bemerkbar. So stiegen vor allem die Kosten für Benzin und Diesel dem ADAC zufolge seit Israels Angriff am Freitag stark an.

Zwar weist der BR mit Bezug auf Aussagen von Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw), darauf hin, dass die direkte Abhängigkeit Bayerns von Energieimporten aus dieser Region gering sei. Die Weltmarktpreise wären aber massiv von den Preissteigerungen betroffen – und das hätte natürlich auch Auswirkungen auf Bayern.

Hormus-Blockade: Folgen schwer abzuschätzen – aber die Gefahr ist groß

Sollte der Iran seinen Worten Taten folgen lassen und die Seestraße von Hormus militärisch blockieren, wären die Folgen für den Welthandel also wohl mit großer Wahrscheinlichkeit extrem.

Und wenn dann die internationalen Energiepreise steigen, hätte dies mit hoher Wahrscheinlichkeit auch Auswirkungen auf die Wirtschaft in Bayern. Dann würden wohl nicht nur die Preise an der Tankstelle steigen, sondern es würde auch wieder die Inflation anheizen. (fhz)

Rubriklistenbild: © IMAGO / ZUMA Press

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