VonChristina Jachert-Maierschließen
Christiane Goetz-Weimer richtet zum fünften Mal den Ludwig-Erhard-Gipfel aus. Im Interview erzählt sie, wie sie die Gäste auswählt und warum der Tegernsee der richtige Ort für den Gipfel ist.
Tegernsee – 2015 traf sich eine kleine, aber illustre Runde auf Einladung des Tegernseer Verleger-Ehepaars Weimer zum Jahresauftakt. Daraus ist der Ludwig-Erhard-Gipfel gewachsen, der im fünften Jahr noch einmal mächtig zugelegt hat. Es sind nun zwei Tage, 50 Redner, 60 Kooperationspartner. Fürs Treffen 2019 am 10./11. Januar reist auch EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker an. Christiane Goetz-Weimer freut sich, dass aus einer Idee ein Erfolg geworden ist.
Frau Goetz-Weimer, wie holt man Jean-Claude Juncker an den Tegernsee?
Christiane Goetz-Weimer: Der Gipfel hat sich deutschlandweit einen Namen gemacht und strahlt auch auf Europa aus. Jean-Claude Juncker verlässt ein großes europäisches Treffen in Bukarest vorzeitig und fliegt mit einer Sondermaschine nach München, damit er unseren Freiheitspreis der Medien entgegennehmen kann. Für uns bedeutet sein Besuch auch die höchste Sicherheitsstufe, die wir bislang hatten. Juncker steht da auf einer Stufe mit der Kanzlerin.
Den Preis bekommt er als Brückenbauer Europas.
Christiane Goetz-Weimer: Den Europäer zu ehren, das ist uns ungemein wichtig. Das Thema für den Gipfel 2019 stand schnell fest: Wir wollen ein positives Signal vom Tegernsee nach Europa senden. Wir wissen, was wir an Europa haben und möchten das als Weimer Media Group in diesem Jahr mit verschiedenen Veranstaltungen unterstreichen. Leider ist Europa im Moment eher negativ in den Schlagzeilen, durch den Brexit, die europafeindlichen Äußerungen der AfD und die nicht immer ganz gemäßigten Politiker, die in unseren Nachbarländern die Regierung führen.
Sie haben ein gutes Gespür bei der Auswahl Ihrer Gäste. 2017 war Annegret Kramp-Karrenbauer da, von Ihnen als Vielleicht-Nachfolgerin der Kanzlerin vorgestellt.
Christiane Goetz-Weimer: Darauf bin ich ein bisserl stolz. Auf kaum eine Personalie wurde ich aus dem Kreis unserer Gäste so oft angesprochen wie auf diese. Damals dachten sich viele, was machen die Weimers? Warum Annegret Kramp-Karrenbauer aus dem Saarland? In diesem Fall waren wir wirklich sehr nah dran am Geschehen in Berlin. Mit AKK bin ich seit Längerem in engeren Frauen-Netzwerken verbunden. Aber auch Friedrich Merz mögen wir sehr, er hat hier seinen zweiten Wohnsitz, war schon öfter beim Gipfel und kommt auch diesmal. Die Bewerbungen um den CDU-Vorsitz haben wir als spannend und belebend empfunden. Es gab Aufbruchstimmung und eben nicht die von Angela Merkel ausgerufene Alternativlosigkeit.
Wie wählen Sie Ihre Gäste für den Gipfel aus?
Christiane Goetz-Weimer: So gerne wir hier in Tegernsee leben, so viel sind mein Mann und ich doch unterwegs. 2018 waren es sicher 200 Nächte in Hotelbetten. So kann man aus den verschiedenen Etappen des Jahres und des Erlebens schöpfen. Fürs Programm gibt’s wichtige Themen zu bedenken, aber es gilt auch interessante Personen zu finden. Und so sammeln sich prominente Namen auf dem Gipfel, nicht, weil die öfter in der Zeitung stehen, sondern weil das die wichtigen Gestalter sind. Wenn wir Redner haben, die den Jahreslauf aufgrund ihrer Ämter ein Stück weit beeinflussen können, ist das besonders spannend. Man kann ihr Handeln auch öffentlich nachverfolgen. Damit hat die Rede ein anderes Gewicht.
Zu den Rednern gehört auch Profi-Boxer Henry Maske.
Christiane Goetz-Weimer: Als Sportler fällt er bewusst aus dem Rahmen, wie auch Extrembergsteiger Thomas Huber. Wir suchen immer auch überraschende Perspektiven. Und wenn das Programm schon viele Politiker und Wirtschaftler enthält, ist das auch ein erfrischender Spannungsbogen. Henry Maske und Thomas Huber sind ja nicht nur Sportstars, sondern haben beide auch als Unternehmer eine Menge zu sagen. Das ist eine sehr schöne Kombination.
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Neue Heimat des Gipfels ist die Bachmair Weissach Arena. Da haben 1000 Gäste Platz. Ist das die Zielmarke?
Christiane Goetz-Weimer: Wir haben uns für die Arena entschieden, aber wir wollen diese 1000 Plätze nicht füllen. Das Besondere des Ludwig-Erhard-Gipfels ist der immer noch persönliche Charakter. Den kriegt man bei 1000 Leuten nicht mehr hin. Im Seeforum, wo wir uns sehr wohl gefühlt haben, reicht der Platz aber auch für 500 Besucher nicht mehr aus. Dank der großen Halle können wir eine Expo mit besonderen Ständen bieten, an denen auch etwas passiert. Unsere Besucher haben dort einfach mehr Raum, um ins Gespräch zu kommen.
Das Kombi-Ticket für zwei Gipfeltage plus Galanacht kostet 1750 Euro. Wer leistet sich das?
Christiane Goetz-Weimer: Viele. Die Nachfrage ist so gut, dass wir schon jetzt einen dritten Tag hätten anbieten können. Die Tickets kosten viel Geld, aber sie sind es wert. Wir vergeben übrigens auch 100 Patenschaftstickets und jeweils zehn Tickets für Studenten der LMU und Abiturienten des Gymnasiums Tegernsee, die sich fürs Gemeinwohl engagieren. Für Talbürger gibt’s Rabatt, denn die wollen wir sehr gerne dabei haben. Zu teuer ist der Gipfel definitiv nicht. Das meiste Geld fließt übrigens ins Tal zurück. Von Hotels bis Gaststätten, von Einzelhändlern bis zu Gipfeldienstleistern, von Taxifahrern bis Musikanten profitieren viele vom Gipfel.
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Und der Tegernsee ist auf Dauer der richtige Ort für einen Hochkaräter-Gipfel?
Christiane Goetz-Weimer: In der Großstadt springt man von einer Veranstaltung zur anderen. Wir wollten mit dem Gipfel am Tegernsee aus dieser Zapp-Kultur heraus. Die Rechnung ist aufgegangen. Wer zu uns kommt, muss sich Zeit nehmen und nimmt sich die auch ganz bewusst. Besonders erfreulich: Viele kommen immer wieder. Denn der Tegernsee ist nicht nur Deutschlands schönster Flecken, er ist auch gastfreundlich, liebenswert und seit Jahrhunderten ein Ort besonderer Begegnungen – von Königen, Künstlern, Denkern und Machern. Diese Tradition der Begegnung führen wir mit dem Gipfel fort. Und viele freuen sich neben den geistigen Impulsen der Konferenztage jetzt schon auch auf die wirklich fantastische Gala im Hotel Das Tegernsee, unserem Partnerhotel der ersten Stunde. Der enorme Erfolg zeigt uns, dass wir doch einiges richtig gemacht haben.
Alle Infos
gibt es auf www.ludwig-erhard-gipfel.de. Abiturienten des Gymnasiums Tegernsee können sich bei der Weimer Media Group an die Mailadresse leg@weimer media.de bewerben. Dies ist auch die Adresse für Anfragen zum Talbürger-Rabatt.
