VonAdriano D'Adamoschließen
Im Olympiapark kam es zu einer Demonstration gegen Rammstein und Till Lindemann. Fans der Band und Demonstranten gerieten verbal dabei aneinander.
München – Rammstein-Sänger Till Lindemann stand in den letzten Tagen stark in der Kritik. Mehrere Frauen hatten zuletzt schwere Vorwürfe gegen Lindemann erhoben. Gegenüber dem Norddeutschen Rundfunk und der „Süddeutschen Zeitung“ beschrieben sie, wie junge Frauen offenbar gezielt für Sex mit dem Sänger rekrutiert wurden. Sie wurden demnach auf Konzerten und Instagram gezielt angesprochen, dann auf speziell für Lindemann organisierte Aftershowpartys eingeladen.
Zwei Frauen sollen demnach außerdem von mutmaßlichen sexuellen Handlungen gesprochen haben, denen sie nicht zugestimmt haben sollen. Die Band wies die Vorwürfe inzwischen zurück. Am Mittwochabend demonstrierten mehrere Menschen gegen Rammstein und Gewalt gegen Frauen im Olympiapark - kurz vor dem ersten von vier Konzerten der Band in München.
Demonstrationen gegen Rammstein: Fans gehen Teilnehmer verbal an
Mehrere Menschen hielten Plakate in die Höhe mit Nachrichten wie „Solidarität mit Opfern sexueller Gewalt“ und „Das Opfer ist nie Schuld“. Einige der teilnehmenden Demonstranten breiteten ein großes Transparent mit der Aufschrift „Das System Einzelfall“ und mehreren Strichen aus. Frauen redeten über Megafone in die Menge hinein. Eine der Frauen rief „Gewalt gegen Frauen ist kein Einzelfall“ und die Personen um sie herum antworteten mit „Sexismus bekämpfen, überall“.
Sie schreien: „Yes means yes and no means no“ und „Frauen, die kämpfen, sind Frauen, die Leben, lasst uns das System auseinanderheben!“. Auf beiden Seiten Beschimpfungen. pic.twitter.com/6MWXo3bnwc
— Alexander Spöri (@alexanderspoeri) June 7, 2023
Vereinzelte Fans gingen die Demonstranten verbal an. Ein Mann rief „Euch würde doch keiner anfassen“ und ein anderer „Nur weil ihr nicht in die erste Reihe kommt“, berichtete Focus Online. Eine teilnehmende Frau wehrte sich gegen die Aussagen und betitelte einen der Männer als Sexisten.
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Transparenzhinweis vom 8. Juni 2023, 19. 30 Uhr: Dieser Artikel wurde mit den Aussagen von Till Lindemanns Anwälten ergänzt.
Rubriklistenbild: © Katrin Basaran

