Zustände angeblich nicht mehr tragbar

BOB flüchtet aus dem Tölzer Bahnhof

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Die neue Bahn-Station steht auf dem Parkplatz.
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In Bad Tölz gibt es seit Donnerstag einen Bahnhof neben dem Bahnhof. Was kurios klingt, ist der traurige Höhepunkt einer langen Leidensgeschichte.

Bad Tölz Der Tölzer Bahnhof, einst stolzes Gebäude, ist mittlerweile eine Bruchbude. Der Bahnhof wurde vor einigen Jahren von der Deutschen Bahn an einen Privatmann verkauft. Der kündigt immer wieder Sanierungskonzepte an. Allein, es hapert an der Umsetzung.

Einer der letzten verbliebenen Nutzer war die Bayerische Oberlandbahn (BOB). Am Donnerstag jedoch hat die BOB mit ihrem Servicecenter quasi die Flucht aus dem Bahnhof ergriffen. Die Zustände in dem alten Gebäude seien einfach nicht mehr tragbar gewesen, hieß es. Im Winter bibberten die Mitarbeiter ohne Heizung am Fahrkartenschalter. Tatsächlich waren die Temperaturen so niedrig und das Klima so feucht, dass bestenfalls die Nase, nicht aber die Technik lief. Und auch das Personal-WC soll – so hört man – eher mäßig bis nicht mehr funktioniert haben.

Jetzt verkauft die BOB die Fahrkarten an ihre Kunden ein Stückchen weiter auf dem Park&Ride-Parkplatz. Dort hat die Stadt Bad Tölz für sie einen Container aufgestellt – inklusive Schalterfenster. Kosten für die Bahnhofs-Station neben dem Bahnhof: voraussichtlich rund 20.000 Euro. Dafür haben es die BOB-Mitarbeiter glücklicherweise ab sofort warm – nicht nur im Sommer. Und ein funktionierendes Klo gibt es ebenfalls.

Notfalls könnten sie auch noch auf das benachbarte WC-Häuschen ausweichen. Das hat die Stadt schon vor zwölf Jahren für 75.000 Euro auf dem Parkplatz gebaut, nachdem es im alten Bahnhofsgebäude keine öffentlich zugänglichen Toiletten mehr gab. Fehlt eigentlich nur noch eine Wirtschaft. Und auch für die wäre neben Klo und Kundencenter auf dem Parkplatz sicher noch ein Eckchen frei. 

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