VonMagnus Reitingerschließen
„Musik als positive Kraft in einer krisengeschüttelten Welt“, das sei wichtiger denn je, sagt der Weilheimer Jazz-Star Johannes Enders. Im Stadttheater präsentiert er Mitte November ein Wochenende lang Klänge der Hoffnung.
Weilheim – „Ammertöne“, das ist längst ein Begriff in der deutschen Jazzszene. Natürlich gibt es größere, bedeutendere Festivals. Aber die Weilheimer Jazztage verbinden wie kaum ein anderes Festival höchste Qualität und familiäre Atmosphäre. Für beides bürgt Johannes Enders als künstlerischer Leiter: Der Saxofonist aus Weilheim, vielfach preisgekrönt (unter anderem mit dem Echo Jazz) und seit 2008 auch als Professor an der Musikhochschule Leipzig tätig, verfügt über beste internationale Kontakte. Und er ist nicht nur Programm-Macher der „Ammertöne“, er tritt auch stets selber auf, in immer neuen Formationen.
„Kammerjazz mit Pop-Appeal
Auch heuer lässt er aber natürlich den Gästen den Vortritt. Und die sind hochkarätig – in einer feinen Mischung aus „alten Bekannten und Neuentdeckungen“. Vielleicht sogar in beide Kategorien fällt die Leipziger Posaunistin Antonia Hausmann, die die „Ammertöne“ 2023 am Freitag, 10. November, mit ihrem Quartett eröffnet. „Teleidoscope“ heißt das Programm, in dem die 33-Jährige erstmals durchweg eigene Stücke präsentiert – „Kammerjazz mit Pop-Appeal“, wie Enders erklärt: „In diesen Kompositionen gibt es keinen Platz für Eitelkeiten, stattdessen eine breite Palette an Ideen, die nie angestrengt oder ausgedacht wirken.“
Zweiter Act am 10. November ist das Quartett des in Stuttgart geborenen und seit langem in München lebenden Tenorsaxofonisten Jason Seizer: „Music of Hope“ heißt dessen neues Programm, das Enders als „fein austarierte Klangerkundungen durch melancholisches Terrain“ beschreibt. Begleitet wird Seizer vom US-amerikanischen Piano-Star Bill Carrothers, dem dänischen Bassisten Jonas Westergaard und Schlagzeuger Fabian Arends.
Voll wird die Bühne am Samstag, 11. November, wenn das 18-köpfige „Jakob Maes Jazz Orchestra“ das Stadttheater entert. Der junge Leipziger Trompeter und Komponist Maes hat für sein neues Großprojekt laut Enders „eine feine Auswahl unter den hochkarätigsten Musikern seiner Generation getroffen“ – und lässt „klassische Bigbandsounds mit einer sinfonischen Ästhetik verschmelzen“. Danach greift der künstlerische Leiter selbst ins musikalische Geschehen ein: Das Johannes Enders Trio – neben dem Weilheimer Saxofonisten gehören dazu Bassist Henning Sieverts und Drummer Howard Curtis – präsentiert „Sweet Freedom“, seine hochgelobte Hommage an die Modern-Jazz-Ikone Sonny Rollins.
„Ammertöne“ 2023
• Freitag, 10. November: Antonia Hausmann Quartett und Jason Seizer Quartett;
• Samstag, 11. November: Jakob Maes Jazz Orchestra und Johannes Enders Trio.
Beide Konzertabende beginnen um 20 Uhr im Stadttheater Weilheim. Vorverkauf am 6./7./8. November (17-19.30 Uhr) sowie 9. November (18-20 Uhr) im Theaterfoyer – dabei ist nur Barzahlung möglich. Auswärtige erhalten Karten unter Tel. 0152-56570359 oder E-Mail info@stadttheater-weilheim.de
