VonManuela Schauerschließen
Die Liste für Landwirtschaft, Natur und Erholung hat sich formiert: 14 Kandidaten für den Gemeinderat stehen bereit – und eine Bewerberin für das höchste Amt der Kommune.
Bad Kohlgrub - Schon lange pfeifen es die Spatzen von Bad Kohlgrubs Dächern. Nur bestätigt hat Martina Höck nie in der Öffentlichkeit, dass sie mit der Nachfolge von Bürgermeister Franz Degele liebäugelt. „Ich hab‘ ja erst einmal eine Liste gebraucht“, sagt sie. Die formierte sich nun im Hotel Schillingshof. In diesem Rahmen rückte die 50-Jährige offiziell mit der Sprache heraus – und erfuhr großen Zuspruch für ihre Ambition, künftig die Verantwortung für das Dorf zu tragen. Alle 30 Stimmberechtigten von „Für Landwirtschaft, Natur und Erholung“ kürten sie zur Kandidatin für das höchste Amt der Gemeinde.
Höck wirkte anfangs noch etwas aufgeregt, als sie vor die Anwesenden trat, darunter Degele und einige Vertreter anderer politischer Gruppierungen aus dem Ort. Die Nervosität wich, während sie sich vorstellte. Im Brustton der Überzeugung sagte die gelernte Gärtnermeisterin: „Zum jetzigen Zeitpunkt bin ich die richtige Wahl.“ Eine Aussage, die sie nicht unbegründet ließ. Ihre kommunalpolitische Erfahrung würde für sie sprechen. Seit zwölf Jahren gehört die Mutter von drei Kindern (18, 13 und 10 Jahre) dem Gemeinderat an, war bereits Dritte Bürgermeisterin und insgesamt rund fünf Jahre Zweite. Eine Phase, in der sie wichtige Einblicke bekommen hat. Sie sei auf dem Laufenden. In Sachen Verwaltung, räumt die Bewerberin aus dem Weiler Hinterkehr ein, muss sie noch dazulernen. „Ich gehe nicht blauäugig in das Amt.“
Offene Ohren und Transparenz wichtig
Ein paar ihrer Ideen für die Zukunft lieferte die 50-Jährige, die mit ihrer Familie eine Nebenerwerbslandwirtschaft betreibt, gleich mit. Kleinere Vorhaben wie eine Neugeborenenbegrüßung im Frühjahr, bei der sich Eltern kennenlernen, Vereine vorstellen und das Landratsamt Hilfen präsentieren können. Auch die Gewerbebetriebe – davon gibt‘s 365 in Bad Kohlgrub – möchte Höck zusammentrommeln. „Vielleicht ergeben sich Synergien.“ Am Herzen liegt ihr der Kurpark. Diesen einmal komplett zu überplanen und dann sukzessive zu verbessern, schwebt der leidenschaftlichen Puzzlerin vor. Sie denkt dabei beispielsweise an ein Moortretbecken und einen Motorikpark.
Dem Tourismus misst sie große Bedeutung bei – und stimmte ihrer Gemeinderatskollegin Andrea Fend zu. Das Thema Ammergauer Alpen „muss man angehen“. Ob bei der Beitragsstruktur oder einer Erweiterung hin zur Zugspitzregion. Ganz wichtig ist der Kandidatin zudem ein offenes Ohr, die Bürger mitzunehmen. Gerade auch bei den großen Projekten, die Bad Kohlgrub zu stemmen hat.
Sogar der Sohn stellt sich zur Wahl
Was in der vergangenen Periode alles passiert ist, fasste Höck kurz und bündig zusammen. Was der Kommune blüht, dafür war Josef Fischer junior zuständig. Bauhof, Brückenbau, Haus des Gastes, Abwasserentsorgung et cetera führte er an. „Wir haben viele Pflichtaufgaben“, betonte Höck. Aber nicht viel Geld. „Wir müssen haushalten.“ Was aber nicht automatisch Stillstand bedeute.
Die „Herrscherin über die Außenanlagen“ des Bad Bayersoier Parkhotels, wie sie sich scherzhaft bezeichnete, baut auf einen starken Gemeinderat, der wie bisher fraktionsübergreifend gut zusammenarbeitet, um die Herausforderungen zu bewältigen. Im Blockverfahren wurde über die Bewerber von FLNE – auf das Kürzel einigte man sich – abgestimmt (siehe „Die Gemeinderatsliste“), was dazu führte, dass die Versammlung in weniger als einer Stunde erledigt war. Sogar Sohn Michael ließ sich platzieren – mit gerade einmal 18. Das passt zum Bild. Viele junge Anwärter stellten sich der Wahl. Das Durchschnittsalter bei FLNE liegt bei 35,43 Jahren. Die Bürgermeister-Kandidaten zeigte sich überaus zufrieden. „Wir haben gute Leute bekommen für die Liste.“
Die Gemeinderatsliste:
1. Martina Höck (50), 2. Josef Fischer junior (42), 3. Andrea Fend (62), 4. Thomas Lory (31), 5. Andreas Niklas (32), 6. Andreas Klöck (20), 7. Jakob Schmid (59), 8. Andreas Schmid (19), 9. Jakob Fischer (37), 10. Martin Burkart (40), 11. Vitus Gundlfinger (18), 12. Korbinian Klöck (26), 13. Josef Urbin (42), 14. Michael Höck junior (18).
