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Bremer City: Verbot für Taubenfütterung kommt

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Blick in die Böttcherstraße: Roselius-Haus mit Gerüst, Glockenspiel mit neuer Steuerung.
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Tauben füttern? Betteln in der Außengastronomie? Der Senat will es in der Bremer Innenstadt verbieten. Zudem tut sich in den City-Quartieren einiges, so in der Domshof-Passage und in der Böttcherstraße.

Bremen – Viel Bewegung in der Bremer Innenstadt: Geschäfte ziehen um, Geschäfte schließen, die City wandelt sich weiter. Und hat mit teils sehr speziellen Problemen zu kämpfen. Zwei davon werden nun angegangen. Der Senat hat am Dienstag beispielsweise ein Verbot der Taubenfütterung beschlossen. Es soll ab 1. Juni im Bereich zwischen Wall und Weser sowie zwischen Bürgermeister-Smidt-Straße und Altenwall gelten, sagte ein Sprecher. Der Gesetzentwurf des Senats werde jetzt der Bürgerschaft zur Verabschiedung zugeleitet.

Auch gewerbsmäßiges Betteln und Betteln mit Kindern wird ausdrücklich verboten. „Wir haben uns seit Monaten zudem für das nun beschlossene Bettelverbot in der Außengastronomie stark gemacht, da diese Form der Bettelei für Gastronomen und Gäste in Bremen in den vergangenen Jahren gleichermaßen zur Zumutung geworden ist. Zur Stärkung der Bremer Innenstadt ist dies vor der Sommersaison ein großer Erfolg“, so Carolin Reuther, Geschäftsführerin der Einzelhandelsvereinigung City-Initiative.

Tauben sorgen in der City seit Jahren für (Schmutz-)Probleme. Das Fütterungsverbot auf öffentlich zugänglichen Flächen ist eine Art Notbremse. Gerade in der Innenstadt hat die Taubenpopulation in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Eine Ursache dafür sei, so heißt es in der Senatsvorlage, „das Füttern der Tauben durch Privatpersonen beziehungsweise das Ausbringen von Futter- und Lebensmitteln, die von wildlebenden Tieren oder verwilderten Haustauben aufgenommen werden“. Die Folge seien unter anderem massive Verschmutzungen von Gebäuden, Beschwerden aus dem Einzelhandel und der Bevölkerung nähmen zu. Die City-Initiative begrüßt das Fütterungsverbot: „Das Füttern von Tauben auf öffentlichen Plätzen erhöht die Population der Tiere überdurchschnittlich stark und diese brüten aufgrund eines ausreichenden Nahrungsangebots auf Balkonen und in Fensternischen. Damit verbunden sind erhebliche Verunreinigungen durch Taubenkot, die für Einzelhandel und Immobilienbesitzer horrende Kosten verursachen.“

Von den Tauben zu den Schweinen – die Sögestraße feiert ein City-Wahrzeichen. Seit nunmehr 50 Jahren stehen die Bronze-Schweine des Bildhauers Peter Lehmann (1921 in Bremen geboren, 1995 in Großenkneten gestorben) in der Sögestraße und verweisen auf deren Historie als eine der ersten Hauptstraßen im mittelalterlichen Bremen. Anno 1261 wurde sie als „platea porcorum“ erstmals erwähnt, 1306 in der Übersetzung als „Soghestrate“. Das bedeutet „Saustraße“ oder „Schweinestraße“. Durch Sögestraße und Herdentor wurden einst Schweine getrieben.

Im Jubiläumsjahr der Schweine: Schließungen in der Bremer Sögestraße

1974, als die Bronzefiguren aufgestellt wurden, war die Sögestraße gerade von Grund auf umgestaltet worden – Kanalarbeiten, neue Pflasterung, Umwandlung in eine Fußgängerzone. Die Sögestraße gilt als Bremens erste autofreie Straße. Lange Zeit war das Karstadt-Sporthaus ein Anziehungspunkt der Einkaufsmeile. Zuletzt wurde „Sport-Scheck“ daraus; und nun naht der Abpfiff. Die Filiale mit 36 Beschäftigten soll Ende Juni schließen. „Wir sind bis zum 26. Juni für Euch da“, heißt es auf der Website des Unternehmens. „Alles muss raus“ – die Schaufenster des Hauses sind mit grellen Ausverkaufsplakaten beklebt. Schräg gegenüber das gleiche Bild: „Totaler Räumungsverkauf“ – der Deko-Spezialist „Depot“ verlässt seine Räume.

Nur wenige Schritte entfernt füllt sich Leerstand in der Domshof-Passage: Stefan Brockmann zieht mit dem Bremer Bo-Concept-Store von der Knochenhauerstraße weiter ins Herz der City. Eröffnung: voraussichtlich im November. Die skandinavischen Designmöbel und Wohnaccessoires werden am neuen Standort auf einer Fläche von knapp 600 Quadratmetern präsentiert. Zuletzt waren hier „Hallhuber“ (Mode) und „Butlers“ zu finden. An der Knochenhauerstraße blickte Brockmann zuletzt auf das leerstehende frühere „C&A“-Gebäude. Nun steht in Brockmanns bisheriger Nachbarschaft auch noch die Schließung des Apple-Spezialisten „Gravis“ bevor.

Böttcherstraße: Klimaschäden und neue Glockenspiel-Steuerung

Ortswechsel, Szenenwechsel. In der Böttcherstraße sind die massiven und andauernden Regenfälle des vorigen Jahres nicht ohne Folgen für die historische Bausubstanz geblieben. Die Feuchtigkeit zog ein, dann kam der winterliche Frost. All das setzte Mauerwerk und Steinen zu. „Wir haben Klimaschäden“, sagt Susanne Gerlach, Geschäftsführerin der Böttcherstraße. Seit geraumer Zeit wird an der Fassade des Roselius-Hauses gearbeitet. „Hier müssen 50 Backsteine ersetzt werden.“ Das ist nur in sicher frostfreien Zeiten möglich, zudem gilt, beispielsweise bei den Fugen genau den richtigen Farbton zu treffen – eine Puzzlearbeit. „Es wird noch eine Weile dauern“, so Gerlach.

Bereits abgeschlossen hingegen sind Arbeiten an Glockenspiel und Bilderturm. Sie haben eine neue, hochmoderne Steuerung bekommen, installiert und eingerichtet durch die Hamburger Spezialisten der Firma Iversen Dimier, so Gerlach. Die Glockenanschläge sind dabei extra neu justiert worden, gleichsam Klöppel für Klöppel. Der Klang ist nun noch besser. „Wir sind total glücklich damit“, sagt Gerlach.

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