Nach Attacke auf Frau

„Angst, sein Portemonnaie zu öffnen“: Menschen berichten von Erfahrungen am Bremer Hauptbahnhof

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Brennpunkt Bremer Hauptbahnhof: Nach einer Attacke auf eine Frau berichten Menschen von ihren Erfahrungen, die sie am Hauptbahnhof gemacht haben.

Bremen – Drogen-Abhängige, Kriminalität, Schmutz und Angst: Die Situation am Hauptbahnhof in Bremen sorgt seit Jahren für Negativ-Schlagzeilen. Die Politik versucht, mit Razzien, Abschiebe-Maßnahmen und sozialen Angeboten für Drogen-Abhängige, gegenzusteuern. Dennoch empfinden viele den Bahnhof als „rechtsfreien“ Raum.

Dealer, Drogenelend, Straßenkriminalität –die Lage am Bremer Hauptbahnhof spitzt sich immer weiter zu.

Nun heizt die Attacke auf eine Frau die Debatte abermals an. Auf Facebook sammelten sich unter dem Post schnell Dutzende Kommentare, in den Menschen über ihre Erfahrungen am Bremer Hauptbahnhof berichten.

„Angst, sein Portemonnaie zu öffnen“: Menschen berichten von Erfahrungen am Bremer Hauptbahnhof

So schreibt eine Userin etwa: „Ich hatte mal eine Begegnung, da kam einer nur weil ich mir nach Feierabend (22.15 Uhr) was zu essen geholt hatte und die Tüte noch in der Hand „ich hab auch Hunger“ als man nicht drauf einging wurde der aggressiv und ging unter die Gürtellinie mit beleidigungen.“

Die Frau hält fest: „Mag da gar nicht mehr lang laufen oder fahren.... Es wird von Jahr zu Jahr schlimmer.“ Ähnlich liest sich auch der Beitrag einer anderen Nutzerin: „Ich habe jedes Mal Angst alleine durch den Bahnhof zu gehen. Weiß schon warum...“

Haben uns beide kapputtgelacht.“

Einige reagieren auf die Situation am Bremer Hauptbahnhof auch mit Humor

Andere scheinen hingegen bereits eine gewisse Abgeklärtheit entwickelt zu haben: „Bin gefragt worden,hast Mal ne Euro?Ja ,wenn Du auf zehn wechseln kannst.Dumm geschaut der Punker“, berichtet ein User. Und auch Humor scheint für einige eine Möglichkeit zu sein, mit der Bettelei am Hauptbahnhof in Bremen umzugehen: „Ich habe mal einen Punker gefragt aus Spaß haste mal ne Mark. Wir haben uns beide kaputtgelacht“, schreibt ein männlicher Nutzer.

„Ich wurde mal von einem geschlagen“: Frauen berichten von negativen Erlebnissen am Hauptbahnhof in Bremen

Anders lesen sich da vor allem Erlebnisse weiblicher Facebook-Nutzerin am Bremer Hauptbahnhof: „Der Bremer Bahnhof wird immer schlimmer.... nicht ein Tag, ohne dass man da angebettelt wird, oft sogar mehrmals von denselben. Man muss ja schon Angst haben, beim Bäcker bloß sein Portmonee zu öffnen, schon hat man einen/eine Bettler/in am Hintern kleben“, so eine Nutzerin.

Andere Frauen berichten: „Ich wurde mal von einem geschlagen weil i kein Bargeld bei hatte.“ „Und ich angeschrien weil ich 3 Tage in Folge kein Geld hatte.“

Brennpunkt Bremer Hauptbahnhof: Das sagt die Politik

Auch in der Bremer Landespolitik ist die Situation am Bremer Bahnhof Dauerthema. Der Senat verfolgt bei der Bewältigung der Herausforderung einen ressortübergreifenden Ansatz, gab eine Sprecherin des Innenressorts auf Nachfrage bekannt: „Denn bei allen Bemühungen steht fest: Ein Ordnungsrecht und massive Polizeipräsenz allein werden nicht dazu führen, dass den suchtkranken Menschen geholfen werden kann.“

Als einer der Hauptschwerpunkte zählt dabei der kürzlich erst wieder freigegebene Drogenkonsumraum an der Friedrich-Rauers-Straße. Er soll in Kürze mit einem Witterungsschutz und einem ausgeweiteten Essensangebot ausgestattet werden, um „zumindest Teile der Konsumentenszene vom Hauptbahnhof in diesen Bereich zu orientieren.“

Ziel sei es, dass sich Pendler, Touristen und Anwohner wieder sicherer im Bahnhofsquartier fühlen.

Ob der Drogenkonsumraum, der 15 bis 20 Minuten entfernt an der Friedrich-Rauers-Straße liegt, wirklich zu einer Verbesserung am Hauptbahnhof führen kann, gilt unter Experten allerdings als umstritten.

Rubriklistenbild: © Hauke-Christian Dittrich/dpa

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