Arcelor-Mittal beginnt mit Umbau der Produktion auf „grünen Stahl“

Bremer Stahlwerk forciert Milliardenprojekt

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Das Stahlwerk an der Weser im Sonnenaufgang: Arcelor-Mittal will in Bremen die Produktion auf „grünen Stahl“ umstellen. Der Projektstart erfolgt jetzt auf eigenes Risiko, aber mit grünem Licht vom Bund.

Das Land Bremen will bis 2038 klimaneutral sein. Ein wichtiger Baustein auf dem Weg dorthin ist der Umbau der Produktion im Bremer Arcelor-Mittal-Werk auf „grünen Stahl“.

Bremen – Das Bremer Arcelor-Mittal-Werk forciert den Umstieg auf „grünen Stahl“. Der Umbau der Produktionsanlagen beginnt auf eigenes Risiko, aber mit grünem Licht aus Berlin. Das Bundeswirtschaftsministerium habe einen vorzeitigen Maßnahmenbeginn für die Planung neuer Anlagen für eine klimafreundlichere Stahlproduktion an den Standorten Bremen und Eisenhüttenstadt zugelassen, teilte der Stahlkonzern mit.

Das bedeutet, Arcelor-Mittal muss nicht bis zur Genehmigung der Europäischen Kommission für die staatlichen Beihilfen warten, sondern kann jetzt Planungsaufträge erteilen. Der Stahlhersteller will mit klimaneutral hergestelltem Wasserstoff zunächst Eisenschwamm produzieren, aus dem dann CO2-armer Stahl hergestellt werden kann. Das Unternehmen hatte nach eigenen Angaben 2021 einen Förderantrag für das rund 2,5  Milliarden Euro teure Investitionsprojekt in Bremen und Eisenhüttenstadt gestellt. In beiden Werken leite das Unternehmen die nächsten Schritte ein, um den Bau der Anlagen vorzubereiten, sagte der Chef von Arcelor-Mittal Deutschland, Reiner Blaschek. „Die Umstellung der Produktionsweise erfordert einen kompletten Technologiewechsel.“ Der Konzern will nach eigenen Angaben den Ausstoß von Kohlendioxid in Europa bis 2030 um 30 Prozent senken und Stahl bis 2050 weltweit klimaneutral herstellen.

Für die Bremer „Hütte“ ist bislang von einer Gesamtfördersumme in Höhe von einer knappen Milliarde Euro die Rede. Der Bund und das Land Bremen wollen das Vorhaben fördern, sobald die Brüsseler Förderzusage vorliege, teilte das Unternehmen weiter mit. Bremen hat im Nachtragshaushalt für 2023 rund 300 Millionen Euro für den „grünen“ Umbau des Stahlwerks eingeplant.

Arcelor-Mittal: 300 Millionen Euro im Bremer Nachtragshaushalt

In den Werken in Bremen und Eisenhüttenstadt leite das Unternehmen die nächsten Schritte ein, um den Bau der Anlagen vorzubereiten, sagte der Chef von ArcelorMittal Deutschland, Reiner Blaschek. „Die Umstellung der Produktionsweise erfordert einen kompletten Technologiewechsel.“ Der Konzern will nach eigenen Angaben den Ausstoß von Kohlendioxid in Europa bis 2030 um 30 Prozent senken und Stahl bis 2050 weltweit klimaneutral herstellen.

Der Umbau des Stahlwerks gilt als entscheidender Mosaikstein auf dem Weg in die Klimaneutralität, die im kleinsten Bundesland für 2038 angestrebt wird. Das Stahlwerk erzeugt „in etwa so viele CO2-Emissionen wie der Rest von Bremen“, heißt es. Und: „Arcelor-Mittal Bremen verfügt über hoch technisierte Anlagen, mit denen bis zu 3,6 Millionen Tonnen Rohstahl hergestellt werden können“, teilte das Unternehmen mit. Pro Tonne produziertem Stahl fallen im Schnitt knapp zwei Tonnen CO2 an, weil im Herstellungsprozess Kohle eingesetzt wird. Die soll ersetzt werden – zunächst noch teilweise mit Gas, aber mittelfristig mit Wasserstoff.

Erster Hochofen soll bis 2026/27 stillgelegt werden

Beim „Technologiewechsel“ im Bremer Stahlwerk soll 2026/27 der erste Hochofen stillgelegt und durch eine „Direktreduktionsanlage“ zur Eisenerzvorbehandlung ersetzt werden. Diese soll laut Arcelor-Mittal zunächst mit Gas, dann mit grünem Wasserstoff betrieben werden und zukünftig Roheisen produzieren. Das wiederum wird anschließend zusammen mit Schrott in zwei Elektrolichtbogenöfen zu Stahl eingeschmolzen. Die Wasserstoff-Leistung wiederum soll von zwölf Megawatt 2023 auf mehr als 300 im Jahr 2030 erhöht werden.

Arcelor-Mittal Bremen hat seinen Standort direkt am Unterlauf der Weser auf einem etwa sieben Quadratkilometer großen Gelände in Mittelsbüren. Seit 1957 wird hier Stahl produziert. Das Werk beschäftigt rund 3 200 Mitarbeiter.  (je/dpa)

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