Festival am Osterdeich

Fünf Tage „Breminale“: So fällt die Bilanz zum Osterdeich-Festival aus

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Die „Breminale“ zog rund 200 000 Besucher an und verlief laut Polizei weitgehend friedlich.
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Fünf Tage „Breminale“ am Osterdeich sind vorbei. Das Festival zog etwa 200.000 Besucher an - und blieb überwiegend friedlich, heißt es bei der Polizei Bremen.

Bremen – Nach fünf Tagen „Breminale“ hat die Polizei am Montag Bilanz gezogen. Wie der Veranstalter auch, sprach sie von rund 200.000 Besuchern, die in lockerer Atmosphäre gefeiert hätten. Das Festival sei „größtenteils friedlich“ verlaufen, teilte eine Sprecherin mit.

Neben sogenannten „Awareness-Teams“ der „Breminale“-Macher war die Polizei rund um das Festival auf den Osterdeichwiesen mit uniformierten und zivilen Kräften im Einsatz, so Sprecherin Nastasja-Klara Nadolska. „Während der gesamten Veranstaltung kam es zu keinem Raubdelikt“, sagte sie.

Ganz friedlich war’s dann halt doch nicht. Wie berichtet, kam es zu mehreren sexuellen Belästigungen. Die Polizei nahm drei Verdächtige vorläufig fest, sie kamen wieder auf freien Fuß. Insgesamt wurde den Einsatzkräften den Angaben zufolge ein Dutzend sexuelle Belästigungen bekannt. Außerdem notierte die Polizei einige Diebstähle und Auseinandersetzungen, berichtete die Sprecherin. Die Polizei registrierte insgesamt 14 Diebstahlsdelikte und 14 Körperverletzungen. Fast alle Verdächtigen seien vor Ort gestellt worden, so Nadolska.

Daneben stellte die Polizei neun Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz fest. Veranstalter, Ordnungsamt, Rettungsdienst und Polizei hätten während des Festivals in ständigem Kontakt gestanden. Fazit der Sprecherin am Montag: „Dies und die gute Zusammenarbeit mit allen Verantwortlichen, Künstlern und Standbetreibern trug zu einer friedlichen ,Breminale’ bei.“

„Breminale“: Wie geht es 2024 mit dem Festival weiter?

Doch wie geht es weiter mit der „Breminale“? Die Veranstalter des Concept Bureaus um den Künstlerischen Leiter Jonte von Döllen blicken mit Sorge aufs nächste Jahr. Gründe seien die Preissteigerungen, wärend gleichzeitig die Corona-Hilfen wegfielen. Die Finanzierung für 2024 sei noch nicht geklärt, hieß es. Die CDU sprang den Veranstaltern zur Seite. Claas Rohmeyer, kulturpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion, sagte am Montag: „Die ,Breminale’-Macher brauchen jetzt Sicherheit für ihre Planung 2024, um auch dann ein vielfältiges und attraktives Programm auf die Beine stellen zu können.“ Bürgermeister und Kultursenator Andreas Bovenschulte (SPD) sollte zunächst die Zukunft eines „beliebten und etablierten Festivals“ sichern, bevor er sich um ein Projekt auf dem Gelände der ehemaligen Justizvollzugsanstalt im Blockland kümmere. „Und zwar sofort“, forderte Rohmeyer, nicht erst nach Abschluss der Haushaltsberatungen von Rot-Grün-Rot.

Die „Breminale“ sei mit ihren 200.000 eines der wichtigsten Kultur- und Musikfestivals in Bremen, das weit über seine Stadtgrenzen hinaus Strahlkraft für junge Menschen und Familien besitze. Mit ihrem Motto „umsonst und draußen“ sei die „Breminale“ eine feste Größe im Bremer Veranstaltungskalender. Und ein Lob hatte der CDU-Mann für die Macher auch parat. Sie hätten das Festival „mit einem überzeugenden, weiterentwickelten Konzept neu aufgestellt und erfolgreich durch die Pandemie gebracht“. In Sachen Nachhaltigkeit, Mehrwegsystem und anderem sei es für die Zukunft gut aufgestellt. Nun müsse es auch finanziell abgesichert werden, forderte Rohmeyer.

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