Betroffene gesucht

Dauerhaft erschöpft: Bremer Jacobs-Universität forscht zu Long-Covid

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Forscht an Behandlungsansätzen bei Long-Covid: die Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Sonia Lippke (3.v.l.) an der Jacobs-Universität.
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Die Bremer Jacobs-Universität forscht zu Long-Covid. Es geht dabei um Behandlungsansätze. Für das Projekt werden Betroffene gesucht.

Bremen – Selbst junge Top-Sportler trifft es: Long-Covid, also langanhaltende Folgen einer Covid-19-Erkrankung. Warum trifft es den einen mit diesen schwer in den Griff zu bekommenen Folgen, den anderen aber nicht? Das ist noch offen, wie so vieles bei Corona. Ein Forschungsprojekt will sinnvolle Behandlungsansätze bei Long-Covid herausfinden. Maßgeblich beteiligt ist daran die Jacobs-Universität im Bremer Norden.

Erschöpfung, Schwierigkeiten beim Atmen, das Gefühl, den Alltag nicht mehr bewältigen zu können – und das nicht nur ein paar Tage, sondern über Wochen, über Monate. Mit diesem Problem kämpfen etliche Covid-19-Patienten, nachdem sie die eigentliche Infektion überstanden haben. Das sind dann Anzeichen für Long-Covid. Nach Angaben der Jacobs-Uni sind davon schätzungsweise etwa zehn bis 15 Prozent der Infizierten betroffen – bei mittlerweile um die 30 Millionen Infizierten in Deutschland. Noch nicht wirklich erforscht sind geeignete Behandlungsansätze. Mit dem Forschungsprojekt „Asap“ soll sich das ändern. „Asap“, nein, das steht in diesem Fall nicht für „as soon as possible“ (so schnell wie möglich), sondern für „Assistierter, Sofortiger, Augmentierter Post-/ Long-Covid Plan“). Ein Team um Professorin Dr. Sonia Lippke an der privaten Jacobs-Uni in Grohn arbeitet daran entscheidend mit, diese Lücke in der Behandlung zu schließen.

Long-Covid: Nach Wochen immer noch erschöpft

Das Projekt ist Teil der Förderinitiative „Post-Covid-Syndrom“ des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, das innovative multidisziplinäre Versorgungskonzepte entwickelt und evaluiert. Von Long-Covid spricht man, wenn die Symptome länger als vier Wochen anhalten. Sind sie nach zwölf Wochen noch vorhanden, werden sie als Post-Covid bezeichnet, erläutert eine Sprecherin der Uni. Im Rahmen des Projekts werden Betroffene durch Befragungen begleitet. Die Symptome werden über einen bestimmten Zeitraum erfasst und mit Erkrankten aus Bayern verglichen, die Teil einer Studie zu Behandlungsmöglichkeiten sind. „Betroffene sind alle Menschen, die unter Gesundheitseinschränkungen leiden, welche wahrscheinlich auf eine Covid-19-Infektion oder eine Impfung gegen das Virus zurückzuführen sind“, heißt es von der Jacobs-Uni. Wer sich nicht sicher sei, ob er oder sie dazu zähle, könne dies in der ersten Befragung feststellen lassen. Dieser Test könne bereits zur Aufklärung einer Beeinträchtigung beitragen.

Derzeit werden für das Projekt potenziell Betroffene aus ganz Deutschland gesucht. Und was sollen die tun? Nun, Interessierte sollten bereit sein, im Abstand von vier bis acht Wochen insgesamt drei Fragebögen zu ihren Symptomen, ihrer Lebensqualität, ihrem Gesundheitsverhalten und ihrer Teilhabe auszufüllen. Der erste Fragebogen ist ein fünfminütiges Screening, in dem es darum geht, die eigenen Symptome zu verstehen und zu ermitteln, ob diese in Zusammenhang zu Covid-19 stehen. Vier bis acht Wochen später folgen zwei längere Fragebögen, deren Bearbeitung den Angaben zufolge etwa 15 bis 20 Minuten in Anspruch nimmt.

Voraussetzungen für die Teilnahme an dem Forschungsprojekt sind unter anderem ein Internetzugang, ausreichend Deutschkenntnisse und die Fähigkeit, selbst am Computer lesen und schreiben zu können. Das „Asap“-Projekt wird vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit mit mehr als einer halben Million Euro gefördert.

Weitere Informationen unter „www.jacobs-university.de/Long-Covid“. Link zum ersten Fragebogen „www.unipark.de/uc/COVIDUmfrage/“.

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