VonThomas Kuzajschließen
Am 11. 11. geht´s unweigerlich los mit dem Karneval – auch in Bremen. Der Sambakarneval im Februar allerdings ist in Gefahr. Es fehlt Geld.
Bremen – Helau? Alaaf? Unsinn: Ahoi! Das und nichts anderes ruft man in Bremen, wenn am Montag, 11. November, pünktlich um genau 11.11 Uhr die Karnevalssaison beginnt. Und an der Weser, da wird der Karneval „für Bremen und das Umland“ ausgerufen, wie es beim „Großen Karnevalsverein Rot-Weiß“ heißt. Einmal mehr feiert der Verein den hanseatischen Karnevalsauftakt am Haus der Bürgerschaft.
„Danach treffen wir uns in der ,Stäv‘“, so die Bremer Jecken. Die „Stäv“, die „Ständige Vertretung“ in der Böttcherstraße, ist so etwas wie die Bremer Botschaft des rheinischen Frohsinns. Nun denn: „Kölle alaaf! Bremen ahoi!“
„Uns blüht was“ : Bremer Sambakarneval nimmt Abschied
Und dann wäre da ja noch der Bremer Sambakarneval, initiiert und organisiert vom „Stelzen-Art“-Team um Janine Jaeggi und Martin Sasse. Mit Samba, Masken und Spektakel wird er am 21. und 22. Februar 2025 gefeiert – unter dem Motto „Uns blüht was“ erblüht er dann „noch einmal in seiner traditionellen Form“, so die Organisatoren. Wie berichtet, wird der 40. Bremer Sambakarneval zugleich auch die letzte Ausgabe des Spektakels „mit Einheizen, Eröffnungsinszenierung auf dem Marktplatz, Umzug vom Marktplatz bis zum Sielwall, Straßenkarneval im Ostertorviertel, Maskentreiben im Milchquartier und Ball im Schlachthof“ sein. Zugesagt haben mehr als 80 Gruppen mit etwa 1.350 Aktiven aus fünf Ländern, sie stehen für Rhythmus, Masken und Straßentheater, für Stelzenkunst, Tanz und Kostümrausch.
Warum zum letzten Mal? Jaeggi und ihre Kollegin Ramona Schmalen erklären es so: „Der Bremer Karneval steht – wie auch viele andere kulturelle Veranstaltungen – vor immer größer werdenden Herausforderungen. Steigende Kosten, komplexere bürokratische Auflagen und der Bedarf an einer digitalen Neuausrichtung.“ Aufgaben, wie sie das „kleine, ehrenamtlich arbeitende Organisationsteam“ nicht mehr stemmen könne.
Selbst das Finale des privat organisierten Spektakels, das zugleich auch als Bremen-Werbung wirkt, ist noch nicht komplett finanziert – und folglich in Gefahr. „So wie die Finanzlage momentan aussieht, kann der letzte Bremer Karneval noch nicht stattfinden. Deshalb sind wir wie nie zuvor auf Spenden angewiesen“, hieß es am Freitag bei der Initiative Bremer Karneval, einem eingetragenen Verein.
Rubriklistenbild: © Norbert A. Mueller

