Sanierung des Wehrs „Kleine Weser“ kostet mehr als zehn Millionen Euro

Hochwasserschutz in Bremen: Eingetaktete Schwerstarbeit

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Das Wehr „Kleine Weser“ wird seit Frühjahr 2022 saniert. Die Restarbeiten dauern laut Deichverband noch bis 2024.
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Das Wehr „Kleine Weser“ zwischen Teerhofinsel und Neustädter Weserufer wird runderneuert. Das Projekt läuft bis ins Jahr 2024. Die Kosten liegen bei 10,3 Millionen Euro.

Bremen – Die buchstäblich schwersten Arbeiten sind erledigt. Ein Schwimmkran der niederländischen Spezialfirma Hakkers BV hat jetzt auch die zweite Stauklappe am Wehr „Kleine Weser“ ausgetauscht, die auf der Neustädter Seite. „Der Zeitpunkt wurde genau auf das Zeitfenster der einlaufenden Flut in der Weser eingetaktet“, teilte der Deichverband am linken Weserufer mit.

Bei der Stauklappe handelt es sich um einen Koloss, um einen gut 55 Tonnen schweren und 24 Meter breiten Drehsegmentkörper aus Stahl. Ganz abgeschlossen sei die Grundinstandsetzung des Wehrs „Kleine Weser“ damit noch nicht, teilt der Deichverband am linken Weserufer mit. „Die Restarbeiten am Massivbau der Anlage und an den Betriebsgebäuden werden voraussichtlich bis in das Jahr 2024 dauern.“ Die Stadt Bremen investiert nach aktuellem Stand rund 10,3 Millionen Euro in die Sanierung des für den Hochwasserschutz „eminent wichtigen Bauwerks“, heißt es.

Die Flussstauanlage befindet sich in der Kleinen Weser, einem Seitenarm der Weser, zwischen Teerhofinsel und dem Neustädter Ufer mit seinen vielen Platanen. Die Wehranlage besteht aus zwei Wehrfeldern mit einer lichten Weite von je 24 Metern, die Gesamtbreite der Anlage beträgt 57 Meter, die Gesamtlänge beträgt rund 20 Meter. Beidseits der Wehranlage befinden sich auf den Randpfeilern die Betriebsgebäude, in denen die technische Ausrüstung für den Antrieb der Wehrklappen untergebracht ist.

Zwei 55 Tonnen schwere Stahlkolosse

Das Wehr hält seit Errichtung im Jahr 1968 den Wasserstand im Werdersee konstant. Der wiederum gilt als Bremens größtes Stillgewässer und als Kernelement im bremischen Hochwasserschutzsystem, sagt Michael Dierks, Geschäftsführer des Deichverbands am linken Weserufer. So werde bei extremen Hochwasserereignissen in der Mittelweser ein Teil des Abflusses über den Werdersee geleitet, um den Hauptstrom der Weser zu entlasten und dort Schäden zu verhindern. „In diesem Fall müssen die Mitarbeiter des Deichverbandes handeln und über die Stauklappen die abzuführenden Wassermengen in der Kleinen Weser regulieren“, heißt es. Die letzte turnusmäßige Bauwerksinspektion fand im Jahre 2017 statt. Der Bericht der Inspektion zeigte zahlreiche Mängel sowie leider auch Schäden auf, heißt es. Der Deichverband reagierte und beschloss eine Grundinstandsetzung, einen Austausch der Schleusenklappen.

Die Sanierung hat im Frühjahr 2022 begonnen. Es ist ein langwieriges Projekt, denn für die Arbeiten an den eigentlichen Wehrkörpern bleiben nur die weitgehend sturmflutfreien Monate von April bis September. „In den übrigen Monaten muss die volle Funktionsfähigkeit beider Wehrfelder für den Hochwasserfall gewährleistet sein“, sagt Dierks. Und so wurde dann im Sommer 2022 die Stauklappe an der Teerhofseite ausgetauscht und eben jetzt die auf der anderen Seite.

Deichverband beschäftigt 24 Mitarbeiter

Der Bremische Deichverband am linken Weserufer ist – wie sein Pendant am rechten Weserufer – in der Rechtsform eines Wasser- und Bodenverbandes eine Körperschaft des öffentlichen Rechts mit Selbstverwaltung. Er beschäftigt 24 hauptamtliche Mitarbeiter. Seine Mitglieder sind die beitragspflichtigen Grundstückseigentümer im Verbandsgebiet. Diese wählen alle fünf Jahre einen Verbandsausschuss, das Deichamt. Dessen 20 Mitglieder wählen aus ihren Reihen den Deichhauptmann. Das Ehrenamt bekleidet derzeit Ralf Hagens.

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