„Laut gegen Rechts“: Vereine rufen in Bremen zur Anti-AfD-Demo auf
VonFabian Raddatz
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Immer mehr Vereine teilen den Demo-Aufruf zu „Laut gegen Rechts“ in Bremen. Auslöser ist das AfD-Treffen mit Rechtsextremen in Potsdam.
Bremen – 30.000 Menschen in Köln, 8500 in Hannover, etwa 10.000 in Leipzig: Deutschlandweit gehen Menschen auf die Straße, um gegen die AfD, die erzkonservative Werteunion und Rechtsextremismus zu demonstrieren. Auslöser ist das AfD-Treffen mit Rechtsextremen in Potsdam.
Die besten Bilder der Großdemo in Bremen – ‚Laut gegen Rechts‘
„Laut gegen Rechts“: Anti-AfD-Demo in Bremen – auch Politik wird da sein
Auch in Bremen wird zur Demo aufgerufen. Das Bündnis „Laut gegen Rechts“, initiiert von zwei Privatpersonen, lädt zur Protestaktion – kommenden Sonntag, 21. Januar, 12:05 Uhr, auf den Bremer Marktplatz. Mittlerweile haben zahlreiche Vereine und Parteien den Demo-Aufruf geteilt. 500 Teilnehmer sind offiziell angemeldet, Polizei und Organisatoren gehen aber von weit mehr aus.
Bremens Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) hat ebenfalls angekündigt, an der Demo am Sonntag teilzunehmen. Auch Bremens Bürgermeister, Andreas Bovenschulte, hat angesichts eines drohenden Rechtsrucks alle demokratischen Kräfte aufgefordert, klar Stellung zu beziehen. Ein Angriff auf die demokratische Grundordnung müsse „mit allen geeigneten und notwendigen Mitteln abgewehrt und zurückgewiesen werden“, betonte der SPD-Politiker beim Neujahrsempfang des Bremer Senats am Mittwoch.
Aus Sicht von Bovenschulte stellen sich drei große Aufgaben, um die Krise in der Gesellschaft systematisch anzugehen. „Wir müssen die drängenden tatsächlichen Probleme in Wirtschaft und Gesellschaft lösen“, sagte er. So müsse mehr Geld investiert werden, damit die Wirtschaft konkurrenzfähig bleibe, Arbeitsplätze geschaffen und der soziale Zusammenhalt gefördert werden könne.
Unsere Demokratie muss nicht nur freiheitlich, sondern auch wehrhaft sein.
Die Menschen müssten aber auch emotional für die Demokratie gewonnen werden, sagte Bovenschulte. Es sei eine der größten Herausforderung demokratischer Politik, „neben dem Kopf auch das Herz, den Bauch und die Seele der Menschen zu erreichen.“ Darüber hinaus appellierte der SPD-Politiker, sich jeder Form der Menschenfeindlichkeit, des Terrors und der militärischen Aggression entgegenzusetzen. „Wir müssen eins immer wieder deutlich machen: Unsere Demokratie muss nicht nur freiheitlich, sondern auch wehrhaft sein.“
AfD-Treffen mit Rechtsextremen löst bundesweite Protestwelle aus
Das Medienhaus Correctiv hatte vorige Woche über das bis dahin nicht bekannte Treffen von Rechtsradikalen mit Politikern von AfD und CDU in einer Potsdamer Villa vom 25. November berichtet. Der frühere Kopf der rechtsextremen Identitären Bewegung in Österreich, Martin Sellner, hatte dort nach eigenen Angaben über „Remigration“ gesprochen. Wenn Rechtsextremisten den Begriff verwenden, meinen sie in der Regel, dass eine große Zahl von Menschen ausländischer Herkunft das Land verlassen soll – auch unter Zwang.
Als Folge der Berichte über das Treffen hatten in den vergangenen Tagen in mehreren deutschen Städten Tausende von Menschen gegen die AfD demonstriert. Auch an diesem Wochenende sind bundesweit Demonstrationen angekündigt.