Erste Bilanz

Straftaten am Bremer Hauptbahnhof: Polizei ermittelt gegen unbegleitete junge Ausländer

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Am Bremer Hauptbahnhof, in der Innenstadt und im Steintor hatten sich Diebstähle und Raubüberfälle gehäuft.
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Bremen – Seit Monaten häufen sich Diebstähle und Raubüberfälle rund um den Bremer Hauptbahnhof, in der Innenstadt und im Steintor. Am Freitag meldete das Bremer Innenressort – Zitat – „polizeiliche Ermittlungserfolge gegen minderjährige und heranwachsende ausländische Straftäter“. Für eine „nicht unerhebliche Zahl“ von Diebstahlsdelikten seien diese Jugendlichen verantwortlich, so Innensenator Ulrich Mäurer (SPD).

Etliche der Taten seien einem „Personenkreis unbegleiteter minderjähriger Ausländer (Uma) zuzuschreiben“, so die Mitteilung des Ressorts. Und weiter: „Im Bahnhofsbereich konnten aufgrund der Videoaufzeichnungen strukturierte und gemeinschaftliche Tatbegehungen beobachtet werden.“ Das klingt nach organisiertem Vorgehen. Erschreckend sind Zahlen, die Mäurer nennt: „Auffällig ist, dass eine nicht unerhebliche Zahl dieser Straftaten auf das Konto von rund 130 jungen unbegleiteten Ausländern geht. Ihnen werden 699 Tatbeteiligungen zugeordnet.“

Straftaten am Hauptbahnhof in Bremen

Eine extra eingerichtete Ermittlungsgruppe beschäftigt sich mit diesen Taten. „Ziel ist es, kriminelle Karrieren zum Schutz des Kindeswohls möglichst frühzeitig zu erkennen und im Interesse der Gemeinschaft zu unterbrechen. Es ist trotz einer schwierigen Perspektive nicht zu akzeptieren, dass Jugendliche, die hier den Schutz suchen, gleichzeitig Straftaten begehen“, so Mäurer. Zur Frage, aus welchen Ländern die Tatverdächtigen stammen, war am Freitag im Innenressort keine Auskunft mehr zu bekommen. Die Polizei hatte im Oktober die Herkunftsländer Algerien, Marokko und Tunesien genannt; die meisten Verdächtigen seien um die 20 Jahre alt.

Bremer Innensenator spricht von Umverteilung und Abschiebung

Seit gut zwei Monaten gehen die Beamten verstärkt gegen Jugendliche und junge Erwachsene vor, die durch Diebstähle und Raubüberfälle aufgefallen waren. Nach einer ersten Bilanz, so das Innenressort, wurden allein im Oktober 22 Täter bei elf Taten vorläufig festgenommen. Gegen 17 Personen leitete die Polizei Ermittlungen ein, meist wegen Diebstahls. Bei acht heranwachsenden und jungen erwachsenen Ausländern wurde bereits Untersuchungshaft angeordnet. „Sobald die Identitäten geprüft und das wirkliche Alter festgestellt sind, soll eine konsequente Umverteilung in andere Kommunen erfolgen beziehungsweise aufenthaltsbeendende Maßnahmen geprüft werden“, sagt der Bremer Innensenator. Im Klartext: Abschiebung (sofern möglich).

Die aktuellen Maßnahmen hätten zu einer „Reduzierung der Straftaten“ geführt, heißt es. Mäurer: „Trotz dieses Erfolges werden wir die Entwicklungen weiterhin sehr aufmerksam verfolgen, da sie sich kurzfristig wieder ändern könnten. Darüber hinaus werden täglich weitere Vorgänge überprüft, die im Zusammenhang mit den Haupttätern der polizeilichen Täterliste in Verbindung stehen könnten.“

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