Kapazität für 1200 Menschen

Weitere Notunterkünfte für Flüchtlinge in der Bremer Überseestadt geplant

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In der Bremer Überseestadt sollen neue Notunterkünfte für Flüchtlinge entstehen.
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In Bremen entstehen weitere provisorische Unterkünfte für Flüchtlinge. Konkret sollen in der Überseestadt drei Leichtbauhallen für 1200 Menschen errichtet werden.

Bremen – In Kürze sollen in der Bremer Überseestadt provisorische Unterkünfte für Flüchtlinge entstehen. Wie der Weser-Kurier berichtet, sollen ganz in der Nähe der Großzelte an der Herzogin-Cecilie-Allee Leichtbauhallen errichtet werden. In diesen könnten laut der Sozialbehörde maximal 1200 Menschen untergebracht werden.

Bremen: Neue Flüchtlingsnotunterkünfte sollen in der Überseestadt entstehen

Geplant sei, dass der Komplex für die Flüchtlinge an der Birkenfelsstraße, also am Überseepark, entsteht. Mit Fokus auf dem nahenden Winter will die Sozialbehörde die aktuell noch in den Zelten wohnenden Neuankömmlinge in die Leichtbauhallen umsiedeln. Auszuschließen sei jedoch auch nicht, dass beide Objekte parallel genutzt werden müssen. Schließlich hält der Zustrom der flüchtenden Menschen nach Bremen unvermindert an.

Dementsprechend sind Prognosen aus dem vergangenen Jahr, wonach pro Monat mit circa 200 Flüchtlingen zu rechnen sei, längst überholt. Im Schnitt des laufenden Jahres hätten tatsächlich circa 1000 Menschen Schutz in Bremen gesucht – pro Monat. Die Flüchtlinge seien dabei unter anderem aus der Ukraine gekommen, in wachsender Zahl aber auch aus den Balkanstaaten.

Neue Notunterkünfte für Flüchtlinge in Bremen kosten elf Millionen Euro

Erst im August 2022 war ein Höchstwert von 1445 Menschen erreicht worden, die von der Sozialbehörde in Bremen untergebracht werden mussten. De facto verlässt mehr als die Hälfte dieser Menschen nach einer Weile wieder über das Verteilsystem der Bundesländer. Doch muss eine vorläufige Unterbringung sichergestellt werden.

Zur Aufnahme der Menschen gibt es keine Alternative.

Anja Stahmann (Grüne), Sozialsenatorin Bremens, gegenüber dem Weser-Kurier

Zwar besteht die Hoffnung, dass die Zelte für Flüchtlinge an der Herzogin-Cecilie-Allee im Winter nicht benötigt werden. Eine Gewissheit gibt es dafür aber nicht. Deswegen sollen die Zelte in Kürze provisorisch gedämmt werden. Die neue Notunterkunft belastet den Bremer Sozialhaushalt erneut mit Beträgen in Millionenhöhe. Bei der vereinbarten Mindestmietdauer von 18 Monaten für die drei Leichtbauhallen würden insgesamt Kosten von circa elf Millionen Euro anfallen.

„Gebot der Menschlichkeit“: Für Bremens Sozialsenatorin ist die Aufnahme von Flüchtlingen alternativlos

Für Bremens Sozialsenatorin Anja Stahmann (Grüne) bleibe die Aufnahme von Flüchtlingen „ein Gebot der Menschlichkeit“. Es sei zudem eine gesetzliche Verpflichtung. Derzeit sind in der Stadt Bremen circa 6500 Menschen, teils Familien mit Kindern, in Übergangswohnheimen sowie den beiden Erstaufnahmeeinrichtungen in Vegesack und Obervieland untergebracht. 

Es kommen aber noch mehrere Hundert minderjährige und unbegleitete Ausländer (UmA) hinzu, die in separaten Unterkünften untergebracht sind. Der Anteil der Flüchtlinge oder eine Duldung Suchenden beträgt damit insgesamt circa 1,2 Prozent der Gesamtbevölkerung der Stadt Bremen.

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