VonSebastian Petersschließen
Die Hamburger Stadtreinigung behauptet, alle Streupläne erfüllt zu haben, trotz zahlreicher Glätteunfälle. Die Senatorin ruft zum Nacharbeiten auf.
Hamburg – Trotz zahlreicher Unfälle aufgrund von Glätte auf Straßen und Gehwegen sieht sich die Hamburger Stadtreinigung nicht in der Verantwortung für Versäumnisse im Winterdienst. Alle Streupläne seien bei sämtlichen Volleinsätzen seit Beginn der Wintersaison eingehalten worden, betonte ein Sprecher am Mittwoch.
Wegen des Umweltschutzes: Deshalb sind die Geh- und Radwege so eisig glatt
Schnee werde nicht von Nebenstraßen geräumt und gestreut. Wenn kleine Straßen keine Gehwege aufweisen, seien auch die Anwohner nicht zum Streuen verpflichtet. „Da gibt es in dem Sinne keine Verantwortung“, erklärte der Sprecher der Stadtreinigung. In Fußgängerzonen seien in der Regel die Geschäftsinhaber, vor öffentlichen Gebäuden die Einrichtungen selbst für den Winterdienst verantwortlich.
Laut Senatsangaben ist die Stadtreinigung auch für die Radwege an den Hauptverkehrsstraßen zuständig. In der Realität müssen Radfahrer jedoch oft über eisige Strecken navigieren. Dies sei auf das Hamburger Wegegesetz zurückzuführen, so der Sprecher. Es untersage den Einsatz von Taumitteln auf Geh- und Radwegen. Die Stadtreinigung dürfe lediglich Kies streuen, der schnell wieder gefriere. Im Gegensatz zum Einsatz von Salz und Sole auf den Fahrbahnen sei ein frühes Streuen auf Wegen sinnlos. Da Taumittel die Vegetation schädigen, gebe es eine politische Entscheidung zugunsten des Umweltschutzes. Die aktuelle Glätte-Situation müsse daher hingenommen werden.
Feuerwehr Hamburg: 107 Einsätze aufgrund von Stürzen von Radfahrern oder Fußgängern
Von Montag bis Mittwochmorgen verzeichnete die Hamburger Feuerwehr 107 Einsätze aufgrund von Stürzen von Radfahrern oder Fußgängern. Die für die Bezirke zuständige Senatorin Katharina Fegebank (Grüne) äußerte am Mittwoch in einem Interview des „Hamburger Abendblatts“ bezüglich des Winterdienstes: „In der Tat muss da jetzt noch mal ordentlich nachgeräumt und nachgearbeitet werden.“ Sie habe erfahren, dass es bei der Stadtreinigung viele krankheitsbedingte Ausfälle gegeben habe.
Seit Ende November hat der Winterdienst der Stadtreinigung mindestens 13 Volleinsätze absolviert. Im vorherigen Winter waren es lediglich 4. „Es ist ein besonders harter Wintereinbruch“, so der Sprecher der Stadtreinigung.
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