VonKevin Goonewardenaschließen
Die Hamburger Kinderärzte sehen die Versorgung ihrer Patienten gefährdet. Sie wenden sich mit Brandbrief an die Politik.
Hamburg – Wegen einer akuten Gefährdung der Versorgung haben Hamburgs Kinderärztinnen und -ärzte einen Brandbrief an Sozialsenatorin Melanie Leonhard und Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (beide SPD) geschrieben. Darin werde auch die Kassenärztliche Vereinigung aufgefordert, sich für die Kinder und ihre Ärzte einzusetzen, berichtet das Hamburger Abendblatt am Dienstag.
| Name: | Freie und Hansestadt Hamburg |
| Fläche: | 755 km² |
| Bevölkerung: | rund 1,9 Millionen |
| Anzahl Ärzte gesamt (Mitglieder Ärztekammer Hamburg) | 18.111 (2021) |
Kinderärzte Hamburg: Situation in einigen Quartieren „wirklich krass“
In einigen Quartieren sei die Situation „wirklich krass“, sagte die Vorsitzende des Verbandes der Kinder- und Jugendärzte in Hamburg, Claudia Haupt. „Wir sehen uns als Träger der pädiatrischen Versorgung in unserer Aufgabe und Existenz bedroht. Dadurch ist die medizinische Versorgung der Kinder und Jugendlichen in unserer Stadt akut gefährdet“, heißt es in dem Brief von vergangener Woche.
Immer wieder seien die Kinderärzte mit neuen Aufgaben betraut worden. „Wir versorgen in unseren Praxen eine stetig zunehmende Zahl chronisch kranker Kinder mit erhöhtem Betreuungsaufwand, mit beispielsweise Übergewicht, allergischen oder rheumatologischen Erkrankungen.“
Bedarf an Beratung und Betreuung im Umfeld der Kinder dramatisch gestiegen
Dramatisch gestiegen sei auch der Bedarf an Beratung und Betreuung, die sich um das Umfeld der Kinder dreht. „Die Auswirkungen der Coronapandemie und die Flüchtlingsbewegung haben die ohnehin schon stark angestiegene Zahl an Kindern und Jugendlichen mit Verhaltens- und Entwicklungsauffälligkeiten, Essstörungen, Ängsten, Depressionen und Schulverweigerung noch einmal deutlich erhöht.“ Den Mangel an entsprechenden diagnostischen und therapeutischen Angeboten könnten die Kinderärzte nicht kompensieren.
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Ohne Entlastung der Praxen drohen Folgen bis hin zu Praxisschließungen
Hinzu kämen Infektionswellen mit Atemwegserkrankungen und RS- und Adenoviren, die immer wieder verstärkt Kinder befallen. Sollte keine spürbare Entlastung der Praxen kommen, werde es zwangsläufig zu längeren Wartezeiten, Wartelisten, Energiespartagen bis hin zu Praxisschließungen kommen, da eine wirtschaftliche Praxisführung nicht mehr gewährleistet werden könne, heißt es in dem Brief weiter. Auch Hamburgs Kinderkrankenhäuser seien überfüllt mit kleinen Kindern. (mit Material der DPA).
Rubriklistenbild: © Lars Berg / Imago

