VonElias Bartlschließen
Vom Speditionskaufmann zum reichsten Deutschen: Klaus-Michael Kühne hat sein Vermögen seit 2017 mehr als verdreifacht. Er stößt damit den Lidl-Gründer Dieter Schwarz vom Thron.
Hamburg – Es gibt einen neuen Spitzenreiter in der Liste der wohlhabendsten Deutschen: Ein Milliardär fällt zurück, während ein anderer die Gelegenheit zum Aufstieg nutzt.
Er ist 86 Jahre alt, verheiratet, ohne Nachkommen - und sein Vermögen wächst stetig. Nun hat er es im Echtzeit-Ranking von „Forbes“ an die Spitze der Liste der vermögendsten Deutschen geschafft: Der in Hamburg geborene Klaus-Michael Kühne hat laut dem Wirtschaftsmagazin derzeit beeindruckende 42,5 Milliarden Dollar (39 Mrd. Euro) auf seinem Konto, acht Milliarden Dollar mehr als noch vor einem Monat.
Klaus-Michael Kühne: Vom Speditionskaufmann zum reichsten Deutschen
Damit hat er den 84-jährigen Gründer von Lidl, Dieter Schwarz, vom Podest gestoßen. Schwarz hat laut „Forbes“ kürzlich einen erheblichen Geldbetrag verloren. Noch vor wenigen Wochen lag er mit 46,4 Milliarden Dollar deutlich vorne. Jetzt wird Schwarz‘ Vermögen „nur“ noch auf 38,4 Milliarden Dollar geschätzt.
Kühnes finanzielle Entwicklung ist besonders bemerkenswert. Seit 2017 hat er sein Vermögen mehr als verdreifacht. Geboren wurde er 1937 als einziges Kind des Speditionskaufmanns Alfred Kühne. Sein Großvater August Kühne gründete das Unternehmen 1890 zusammen mit einem Geschäftspartner.
Wechsel an der Spitze: Kühne überholt Lidl-Gründer Schwarz
Klaus-Michael Kühne trat 1958 in das Familienunternehmen ein und wurde 1966 zum Vorstandsvorsitzenden ernannt. 1969 verlegte er den Unternehmenssitz in die Schweiz. Heute beschäftigt Kühne+Nagel nach eigenen Angaben 80.000 Mitarbeiter an etwa 1.300 Standorten in fast 100 Ländern und betreibt das Logistikgeschäft zu Lande, in der Luft und auf dem Meer.
Kühne hält auch Anteile an Hapag-Lloyd, ist der größte Aktionär der Lufthansa und investiert gelegentlich einige Millionen in den Zweitligaverein HSV. Im Februar dieses Jahres offenbarte er sich als Fan von Felix Magath und sagte dem Fernsehsender Sky: „Ginge es nach mir, würde ich Herrn Magath sofort als Trainer oder Sportdirektor verpflichten.“
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