„Pionierarbeit“

Ein halbes Jahrhundert Lehre, Forschung, Praxis: Hochschule Fulda feiert 50-jähriges Bestehen

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Zum Start in das Jubiläumsjahr gab es auch Geburtstagstorte, die Hochschulpräsident Karim Khakzar gemeinsam mit dem Präsidium anschnitt (von links): Anke Günther (Leiterin der Präsidialbüros), Jörg Kreiker (Vizepräsident für Digitalisierung), Kathrin Becker-Schwarze (Vizepräsidentin für Lehre und Studium), Karim Khakzar und Claudia Kreipl (Vizepräsidentin für Forschung und Transfer).

Die Hochschule Fulda feiert in diesem Jahr ihr 50-jähriges Bestehen. Heute eine moderne Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW), blickt sie auf eine bewegte Geschichte mit großen Veränderungen und starkem Wachstum zurück.

Fulda - Die Anfänge im Gründungsjahr 1974 waren eher bescheiden. An der damaligen Fachhochschule waren gerade einmal 750 Studierende eingeschrieben. Heute sind es knapp 9000 junge Menschen, die an acht Fachbereichen in rund 60 Studiengängen an der Hochschule Fulda studieren, heißt es in einer Mitteilung der Hochschule. Gleichzeitig ist die Zahl der Beschäftigten von weniger als 100 auf über 850 angestiegen. Damit hat sich die Hochschule Fulda auch zu einer wichtigen Arbeitgeberin in der Region entwickelt.

50 Jahre Hochschule Fulda: Jubiläumsjahr mit vielen Veranstaltungen

Heute zähle die Hochschule Fulda zu den führenden Hochschulen für Angewandte Wissenschaften in Deutschland und genieße bundesweit einen hervorragenden Ruf. Ihren festen Platz in der deutschen Bildungslandschaft habe die Hochschule Fulda nicht zuletzt der Tatsache zu verdanken, dass sie immer wieder eine Vorreiterrolle einnahm.

Hochschulpräsident Prof. Dr. Karim Khakzar, seit 2008 im Amt, zieht Bilanz: „Wir können stolz sein auf diese 50 Jahre, auf das, was wir gemeinsam erreicht haben. Die Hochschule Fulda leistete immer wieder Pionierarbeit im deutschen Hochschulsystem, unter anderem mit der Einführung innovativer Studiengänge wie Hebammenkunde, Diätetik, Physiotherapie, Sozialrecht oder International Business and Management und mit innovativen Formaten, beispielsweise im Blended Learning-Bereich. Mit unserem eigenen Profil, das durch die Themen Lebensqualität und Gesundheit geprägt ist, haben wir uns bundesweit einen Namen gemacht.“

Im bundesweiten Vergleich ist die Hochschule Fulda in den Bereichen Gesundheit, Ernährung, Lebensmittel und soziale Nachhaltigkeit führend, denn keine andere Hochschule kann hier eine größere Vielfalt an Studiengängen, mehr Studierende und mehr Professuren vorweisen, heißt es weiter.

Ein besonderer Meilenstein für die Hochschule war aus Sicht des Präsidenten im Jahr 2016 die Verleihung des eigenständigen Promotionsrechts als erste HAW in Deutschland für die forschungsstarken Fachrichtungen „Sozialwissenschaften mit den Schwerpunkten Globalisierung, Europäische Integration und Interkulturalität“, „Public Health“ sowie „Soziale Arbeit“ durch den damaligen hessischen Wissenschaftsminister und heutigen Ministerpräsidenten Boris Rhein.

Inzwischen gehören auch die beiden Fachrichtungen „Angewandte Informatik“ sowie „Mobilität und Logistik“ dazu und weitere werden folgen. Das eigenständige Promotionsrecht erlaubt der Hochschule Fulda die Verleihung des Doktortitels. Derzeit promovieren rund 190 Doktoranden an der Hochschule Fulda, davon über 100 an einem Promotionszentrum im Rahmen des eigenständigen Promotionsrechts. Die Qualität der Promotionen überzeugte jüngst auch ein hochkarätig besetztes Gutachtergremium, sodass das ursprünglich auf sechs Jahre befristete Promotionsrecht 2022 auf Dauer erteilt wurde.

Zur Feier des Tages gab es eine Torte mit dem Logo der Hochschule.

Besonders erfolgreich sei die Hochschule Fulda darin, gesellschaftlich relevante Themen in der Breite der Hochschule zu verankern. So ist rund die Hälfte der Professuren weiblich – ein Wert, der deutlich über dem bundesdeutschen Durchschnitt liegt und der einer konsequenten, strategischen Frauenförder- und Gleichstellungsarbeit zu verdanken sei. Die Aktivitäten der Hochschule für mehr Chancengerechtigkeit und Gleichstellung, für Vielfalt und Diversität wurden mehrfach ausgezeichnet. Auch in den Querschnittsaufgaben Digitalisierung und nachhaltige Entwicklung stellt sich die Hochschule mittlerweile strategisch auf.

Studierende der Hochschule Fulda werden zudem gezielt auf die Anforderungen einer zunehmend globalisierten Welt vorbereitet. Die Hochschule setzt sich das Ziel, den Anteil internationaler Studierender bis 2025 auf mindestens 20 Prozent zu erhöhen. „Wir stehen bereits kurz davor, dieses Ziel zu erreichen. In diesem Semester haben wir erstmals einen Anteil von 19 Prozent erreicht. Bei den Erstsemestern lag der Anteil im laufenden Wintersemester sogar bei 25 Prozent“, freut sich der Präsident.

Als eine große Auszeichnung sowie als einen enormen Impuls für die Internationalisierung der Hochschule Fulda betrachtet Khakzar die Vollmitgliedschaft in der Europäischen Hochschulallianz E³UDRES² seit 2023. Neun europäische Hochschulen, die in kleinen und mittelgroßen Städten außerhalb der großen Metropolregionen angesiedelt sind, bilden diese strategische Allianz, die von der EU in den kommenden vier Jahren mit circa 14,4 Millionen Euro gefördert wird. Sie haben sich zum Ziel gesetzt, ihre eher ländlich geprägten Regionen zu vernetzen und ihre langfristige Entwicklung zu zukunftsfähigen und nachhaltigen Regionen zu unterstützen.

Während die Hochschule in ihren Anfangsjahren noch als Fremdkörper in der Region wahrgenommen wurde, arbeiten wir heute ganz selbstverständlich mit Partnern aus Stadt und Landkreis gemeinsam an Innovationen für Wirtschaft und Gesellschaft.

Karim Khakzar

Der Hochschulpräsident sagt: „Von dem internationalen Netzwerk profitieren künftig Studierende, Lehrende und Forschende ebenso wie Stadt und Region.“ Die Zusammenarbeit mit europäischen Partnerhochschulen wird seiner Ansicht nach zu einem wichtigen Lösungsbeitrag für die Herausforderungen der Region, der Wirtschaft und der Hochschule selbst.

„Während die Hochschule in ihren Anfangsjahren noch als Fremdkörper in der Region wahrgenommen wurde, arbeiten wir heute ganz selbstverständlich mit Partnern aus Stadt und Landkreis gemeinsam an Innovationen für Wirtschaft und Gesellschaft“, betont Khakzar.

Erfolgreiche Lehre und Forschung brauchen Platz. Der Campus der Hochschule ist in den vergangenen Jahren stetig gewachsen. Dabei habe die Hochschule stets hohen Wert auf städtebauliche und architektonische Qualität gelegt, wovon zahlreiche Architekturpreise für die Gebäude und die Außenanlagen zeugen. Aktuell plant die Hochschule, wie ein von der RhönEnergie erworbenes Areal im Sinne der Lehre und Forschung der Zukunft bestmöglich genutzt werden könnte. Kein Zufall: Das Areal grenzt unmittelbar an den bisherigen Campus an. Denn zum Profil der Hochschule gehöre auch, dass alle acht Fachbereiche auf einem zusammenhängenden Campus untergebracht sind. Die kurzen Wege fördern die Zusammenarbeit über Fachdisziplinen hinweg.

Die Zahl der Studierenden von 1971 bis heute

Das gesamte Jubiläumsjahr wird von zahlreichen Veranstaltungen begleitet, darunter im Sommer ein offizieller Festakt im Beisein des hessischen Ministerpräsidenten Boris Rhein und eine hochkarätig besetzte Tagung zum Thema Frauen in der Wissenschaft, aber auch ein „Studium Generale“ gemeinsam mit der Volkshochschule der Stadt Fulda, in dem Gäste aus Wissenschaft und Gesellschaft drängende Fragen unserer Zeit beleuchten. Im Herbst ist zudem ein großer Tag der offenen Tür geplant.

Die Jahrestagung der Hochschulrektorenkonferenz, der Interessensvertretung und Stimme der knapp 300 staatlichen Universitäten und HAWs, Kunst- und theologischen Hochschulen in Deutschland, wird im Mai anlässlich des Jubiläums ebenfalls an der Hochschule Fulda ausgerichtet. Dass eine Jahrestagung der HRK erstmalig seit ihrer Gründung 1990 an einer HAW stattfindet, gilt als Zeichen großer Anerkennung und Wertschätzung für die Hochschule Fulda, ist Khakzar überzeugt.

Die Hochschule Fulda lädt Studierende, Mitarbeitende und die gesamte Region ein, die Erfolge der vergangenen 50 Jahre zu feiern und den Blick auf eine vielversprechende Zukunft zu richten. Auf einer eigenen Jubiläums-Website (www.hs-fulda.de/50jahre) können Interessierte in der Hochschul-Historie stöbern und sich über die verschiedenen Jubiläumstermine und -aktionen informieren. (ssa)

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