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„Ahle Wurscht“ geschützt: Fleischerei Köhler erhält Zertifikat

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Dürfen ihre Ahle Wurscht nun mit einem EU-Siegel kennzeichnen: Innungsobermeister Uwe Köhler von der Fleischerei Köhler in Hofgeismar freut sich über das Zertifikat. Archi
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Die Fleischerei Köhler in Hofgeismar darf als erster zertifizierter Betrieb die Stracke, den Feldkieker und die Dürre Runde unter dem Namen „Nordhessische Ahle Wurscht“ verkaufen.

Hofgeismar- Fleischermeister Uwe Köhler erklärt, um was es dabei genau geht und welche Voraussetzungen erfüllt sein mussten, um die Zertifizierung zu erhalten.

Um was für ein Zertifikat handelt es sich?

Die Ahle Wurscht ist überregional bekannt und muss daher auch besonders geschützt werden. Mit dem europaweit geltendem Zertifikat wird bestätigt, dass das Unternehmen Fleischerei Köhler das geografisch geschützte Produkt „Nordhessische Ahle Wurscht“ unter diesem Namen herstellen und mit dem Unionszeichen vermarkten darf. Jede Wurst wird mit diesem Siegel gekennzeichnet, damit der Kunde nachvollziehen kann, dass es sich um eine originale Nordhessische Ahle Wurscht handelt.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

Nur Metzgereien, die in der Region produzieren, können das Zertifikat erhalten. Die Herstellung der Wurst muss innerhalb von zwölf Stunden nach Beendigung der Schlachtung abgeschlossen sein. Betriebe, die nicht selbst schlachten, müssen eine Sondergenehmigung beantragen, denn für den Transport sind bestimmte Fristen und Temperaturen vorgeschrieben. Außerdem muss jede Wurst nachverfolgt werden können. Ort, Zeit und Datum sind an jeder Wurst kenntlich zu machen.

Wie läuft die Kontrolle ab?

Zwei Prüfer kontrollieren in einer fünfstündigen Begehung den Betrieb und die Reiferäume. Sie überprüfen, woher die geschlachteten Schweine stammen und ob die Anforderungen an Farbe, Geschmack und Konsistenz der Wurst erfüllt sind. Darüber hinaus wird die Herstellung kontrolliert und darauf geachtet, dass keine Zusatzstoffe oder andere Reifemittel enthalten sind. Auch wird überprüft, ob eine Qualitätssicherung stattfindet.

Wie teuer ist so ein EU-Zertifikat?

Das Zertifikat ist mit Kosten verbunden. Die erstmalige Kontrolle kostet 500 Euro, auch jede weitere Überprüfung ist kostenpflichtig. Einmal im Jahr wird außerdem vom Kontrollgremium untersucht, ob die Kennung mit Ort, Zeit und Datum an jeder Wurst vorhanden ist.

Welche Vorteile bringt das Zertifikat mit sich?

Der Name „Ahle Wurscht“ wurde in der Vergangenheit oft missbräuchlich verwendet. Dies hat nun ein Ende: Die fälschliche Nutzung des Namens wird fortan mit hohen Geldstrafen geahndet. (Annika Beckmann)

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