Energie aus Wasserstoff

Al-Wazir besucht Kasseler VW-Werk in Baunatal: „Das kannte ich noch nicht“

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Blick auf den neuen Elektroantrieb aus Baunatal: Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (von links) ließ sich von Gießereichef Mirco Wöllenstein, Getriebebauleiter Christian Rauch und Werkleiter Jörg Fenstermann informieren.
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Im VW-Werk Kassel in Baunatal soll bereits ab 2025 ein guter Teil der Energiegewinnung durch Wasserstoff erfolgen. Das freut Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir, der zu Besuch ist.

Kassel/Baunatal – In Europas größter Leichtmetallgießerei im VW-Werk Kassel in Baunatal soll bereits ab 2025 ein guter Teil der Energiegewinnung durch Wasserstoff erfolgen. Das wurde am Rande eines Besuches des Hessischen Wirtschaftsministers Tarek Al-Wazir am Mittwoch im Werk bekannt. Der Grünen-Kandidat für das Ministerpräsidentenamt informierte sich am Vormittag ausführlich bei Nordhessens größtem Arbeitgeber über die Transformation des Standortes hin zur E-Mobilität sowie den Einsatz von Erneuerbaren Energien.

Die Elektrolyse zur Gewinnung des Wasserstoffs in der Gießerei selbst zu machen und den Strom dafür an Ort und Stelle selbst zu erzeugen, halte er für eine gute Idee, sagte Tarek Al-Wazir. „Das kannte ich noch nicht.“

VW-Werk Kassel in Baunatal: Vorbereitung für neue Energiegewinnung laufen

In zwei Jahren wolle die Gießerei bereits 20 Prozent des jetzt zur Metallschmelze eingesetzten Gases durch Wasserstoff ersetzen, sagte Gießereileiter Mirco Wöllenstein, der gemeinsam mit Werkleiter Jörg Fenstermann und Getriebebauchef Christian Rauch den Gast aus Wiesbaden bei einem Rundgang informierte. Das Projekt soll gemeinsam mit der Uni Kassel und weiteren Partnern vorangetrieben werden. „Den Strom dafür produzieren wir selbst durch Photovoltaik-Anlagen“, sagte Wöllenstein. Der Plan sei, zusätzlich Windkraftanlagen auf dem Werksgelände aufzustellen.

Die Vorbereitungen für die Nutzung des Wasserstoffes in der Gießerei liefen bereits, erläuterte er weiter. „Wir bauen jetzt schon drei Brenner dafür ein.“ Ein Austausch zwischen Politik und Wirtschaft sei wichtig, sagt Werkleiter Jörg Fenstermann zum Besuch des Ministers. Der wichtigste Aspekt sei dabei, die Zukunft des Werkes im Blick zu haben. Der Standort könne schon jetzt eine „zukunftsfähige Produktpalette“ präsentieren. Da, wo früher einmal 8000 Getriebe am Tag gebaut wurden, sollen perspektivisch täglich 8000 Elektromotoren gefertigt werden.

Al-Wazir: „Sehr gut, dass man sich hier mit der Frage beschäftigt“

Den Wandel des Standortes mit knapp 17 000 Beschäftigten griff auch Tarek Al-Wazir auf. Wer früher Abgasanlagen und Getriebe gefertigt habe, werde schon bald keine Beschäftigung mehr haben, sagte er. Die Unternehmen müssten bei der Umstrukturierung mehr unterstützt werden. Es sei ein Wandel, der vollzogen werden müsse.

Zurück zum Einsatz von Wasserstoff in Industrieprozessen. „Das ist sehr gut, dass man sich hier mit der Frage beschäftigt“, so der Minister. Er habe bei seinem Rundgang jedenfalls sehr viele Menschen getroffen, die diesen Weg mitgehen wollen. Al-Wazir besuchte im Anschluss dann noch den Elektromotoren-Hersteller Plettenberg in Baunatal. (Sven Kühling)

Ausgediente Batterien aus Elektrofahrzeugen sollen am VW-Werk Kassel in Baunatal ein zweites Leben bekommen. Laut Pressemitteilung der VW-Tochter Elli sollen ältere Batteriesysteme aus dem Modell E-Up in einem so genannten Power-Center im Original-Teile-Center (OTC) bei Baunatal geladen werden.

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