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Wann regnet es endlich wieder? Anhaltende Trockenheit in Hessen – Auswirkungen auf Landwirtschaft und Natur

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Das Wetter wird immer besser. Es ist warm und die Menschen können Zeit draußen verbringen. Aber wo bleibt der für die Natur dringend nötige Regen?

Hessen - Strahlender Sonnenschein, warme Temperaturen, gute Laune – der Sommer scheint vor der Tür zu stehen. Aber wo ist der Regen? Seit Wochen hat die Natur kaum einen Tropfen abbekommen und Waldbrände mehren sich.

Der Meteorologe Daniel Jose-Tünch vom Deutschen Wetterdienst erklärt, dass derzeit ein hoher Luftdruck herrscht, weshalb kein Atlantik-Wetter zu uns ziehen kann. Es muss Tiefdruck vorhanden sein, dadurch entsteht schlechtes Wetter. Ein Lichtblick ist nah: In der Nacht zu Sonntag (13. April) können Gebietsweise Regenschauer auftreten, auch tagsüber. „Aber keine große Menge“, sagt Daniel Jose-Tünch. Vereinzelt kann es auch gewittern.

In der Nacht zu Montag sieht es besser aus. „Flächendeckend kann Regen fallen. Die Modellunterschiede sind aber noch sehr groß, deshalb ist die Prognose unsicher“, erklärt der Meteorologe. Bis Mittwoch und Donnerstag könnte es immer wechselhafter werden.

Es hat seit Wochen nicht regnet. Die Natur trocknet aus. Wann schlägt das Wetter wieder um?

Waldbrandrisiko in Hessen sinkt bei Regen

„Wenn es regnet, dann sinkt auch das Waldbrandrisiko“, erklärt Daniel Jose-Tünch. Während am Samstag das Risiko noch sehr hoch ist, da mit viel Sonne und warmen Temperaturen gerechnet werden kann, stehen die Chancen ab nächster Woche gut, dass das Risiko wieder abnimmt.

Neben den Wäldern sind auch alle Pflanzen, die auf dem Feld wachsen, von der Trockenheit betroffen. Etwa Raps oder Zuckerrüben, wie der Bauernverband Hessen berichtet. Da die Tiere noch nicht auf der Weide stehen, sind sie eher weniger betroffen. Klar ist, es muss dringend regnen. Das Wachstum der Pflanzen verzögert sich sonst und der Ertrag wird schlecht.

Naturwunder des Jahres gesucht: Das sind die traumhaften Kandidaten in Bildern

Der Langwarder Groden ist eine knapp 140 Hektar große Vorlandfläche und gehört zum UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer.
Der Langwarder Groden ist eine knapp 140 Hektar große Vorlandfläche und gehört zum UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer. Als Teil des Nationalpark niedersächsisches Wattenmeer wurde der Langwarder Groden vor 10 Jahren renaturiert und wieder dem Einfluss der Gezeiten ausgesetzt. So entstanden Salzwiesen und Wattflächen. Der neu entstandene Lebensraum bietet Platz für bedrohte und geschützte Arten. Vögel, wie Rotschenkel und Säbelschnäbler brüten und rasten in den Salzwiesen und suchen im Watt nach Nahrung. © Gerhard Vaas
Die Qualitätswanderregion Edersee liegt in der Mittelgebirgsregion der GrimmHeimat NordHessen
Die Qualitätswanderregion Edersee liegt in der Mittelgebirgsregion der GrimmHeimat NordHessen. Zwei Großschutzgebiete erstrecken sich über 70.000 Hektar, in deren Herzen der 27 Kilometer lange Edersee liegt, einer der längsten Stauseen Europas. Rund um den Edersee besticht der Naturpark Kellerwald-Edersee mit wertvollen Naturschutzgebieten. Die werdende Wildnis mit majestätischen Baumriesen ist in Hessens einzigem Nationalpark zu bestaunen. Ausgewählte Bereich des Nationalparks sind zudem als UNESCO-Weltnaturerbe Buchenwälder ausgezeichnet. © Edersee Marketing GmbH / Heinrich Kowalski
Der Geißkopf bei Wölferbütt in Thüringen
Der Geißkopf bei Wölferbütt in Thüringen ist einer der beiden Gipfel des Dietrichsbergs im Biosphärenreservat Rhön. Seit 1979 gilt die Blockhalde, die beim Zerfall großer Basaltsäulen entstanden ist, als „geologisches Naturdenkmal“. Dahinter ist ein Vulkanschlot aus dem Miozän aufgeschlossen. Steile Hänge, Bäche und Gewässer prägen die urigen Wälder. © Katrin Jörk
Die Bergmähwiesen im Vogelsberg sind Kandidat für die Wahl zum Naturwunder des Jahres 2024.
Die Bergmähwiesen im Vogelsberg sind Kandidat für die Wahl zum Naturwunder des Jahres 2024.  © Christina Marx
Der ca. 350 Meter hohe Rochlitzer Berg in Sachsen ist seit über 900 Jahren Abbaugebiet für den Rochlitzer Porphyrtuff
Der ca. 350 Meter hohe Rochlitzer Berg in Sachsen ist seit über 900 Jahren Abbaugebiet für den Rochlitzer Porphyrtuff. Das markant rote Gestein entstand vor 290 Mio. Jahren als Ablagerung eines Supervulkans. Als prägender Werkstein an Kirchen, Gebäuden und Stadtmauern spiegelt der 2022 ausgezeichnete „Heritage Stone“ seine kulturelle Bedeutung weit über die Region hinaus wider. Die alten Gebäude der Steinbruchtätigkeit und mit Wasser gefüllten Steinbrüche sind heute vielfältiger Lebensraum u.a. für Fledermausarten, Waldvögel sowie Waldbewohner wie Lurche und den Siebenschläfer. © TV Chemnitz Zwickau Region e.V./Oliver Göhler
Obere Schandtauber_stellvertretend für Fuchslabyrinth_Blick bachaufwärts-M. Pantle.JPG
Das Fuchslabyrinth als Teil der Unterirdischen Schandtauber in Baden-Württemberg zählt mit über 14 Kilometer zu den längsten Höhlen Deutschlands. Es beeindruckt durch ein scheinbar endloses, bisher nicht vollständig erforschtes Netzwerk von Passagen. Das Höhlensystem ist Fundort mittelalterlicher Gefäße, prähistorischer Knochen und eines 700 Jahre alten vollständig erhaltenen Fuchsskelettes. Die Unterirdische Schandtauber verbindet mehrere FFH-Schutzgebiete mit seltener Fauna und Flora. Das Bild stammt aus der Oberen Schandtauber. © M. Pantle / Arbeitsgemeinschaft Höhle und Karst Stuttgart e. V.
Der Orchideenpfad im Biosphärenreservat Bliesgau
Der Orchideenpfad im Biosphärenreservat Bliesgau, im Südwesten des Saarlandes gelegen, führt durch das Orchideengebiet Gersheim, das fast die Hälfte der in Deutschland vorkommenden Orchideenarten beherbergt. Das mediterrane Klima und die nährstoffarmen Böden fördern seltene Lebensgemeinschaften. Teile des Gebiets stehen seit 1957 unter Naturschutz. Seit 2016 lenkt der Pfad Besucherströme und informiert interaktiv an Infotafeln über die lokale Fauna und Flora. © Daniel Spohn
Mitten im Naturschutzgebiet Lörmecketal in NRW mit seinen Niedermoor- und Bruchwaldbereichen steht ein 380 Millionen Jahre altes Kalksteinmassiv
Mitten im Naturschutzgebiet Lörmecketal in NRW mit seinen Niedermoor- und Bruchwaldbereichen steht ein 380 Millionen Jahre altes Kalksteinmassiv. Das Wasser des Baches Lörmecke hat das Massiv so lange ausgehöhlt, bis das Kluft- und Höhlensystem über eine längere Strecke einstürzte und die Höhle „Hohler Stein“ entstand. Archäologische Funde belegen, dass es sich um eine Kulturhöhle handelt, die von der End-Altsteinzeit bis zur vorrömischen Eisenzeit vom Menschen genutzt wurde. © Naturpark Arnsberger Wald / Klaus-Peter Kappest
Die Mörschieder Burr im Nationalpark Hunsrück-Hochwald
Die Mörschieder Burr im Nationalpark Hunsrück-Hochwald ist ein fast 650 Meter hoher, für den Hunsrück-Hochwald (Rheinland-Pfalz) typischer Höhenrücken. Eine Besonderheit sind die in dem Gebiet und auch an der Burr gelegenen Rosselhalden. Die Gesteinshalden entlang abgeneigter Hänge entstanden durch Verwitterungsvorgänge wie Frostsprengung während der letzten Eiszeit. Heute sind die Rosselhalden wichtige Rückzugsorte für bedrohte Tierarten wie die Wildkatze, die entlang der knorrigen Wälder und abgelegenen Hohlräume der Felsblöcke beste Lebensbedingungen findet. © Konrad Funk

Ohne Regen können sich auch keine Pfützen bilden. Das ist problematisch für Wildtiere im Garten, wie die Referentin für Umweltkommunikation Kathrin Kaltwaßer vom Naturschutzbund Hessen mitteilt. Igel, Eichhörnchen oder Amseln können sich und ihren Nachwuchs dadurch schwerer mir Feuchtigkeit versorgen. Auch die Nahrungsaufnahme durch Schnecken und Regenwürmer wird schwieriger, da sich diese in den Boden zurückziehen.

Um Gemüse wie Spargel müsste man sich, laut Bauernverband, nicht sorgen. Spargel mag Sonne. Auch für Tiere wie Wildbienen, Schmetterlinge und Wespen bringt ein trockener Frühling eher Vorteile. Sie können häufiger nach Nahrung suchen und ihre Eier sind vor Verpilzung geschützt. Sobald jedoch die Nahrungspflanzen durch Trockenheit beschädigt werden, produzieren diese weniger Nektar und können im schlimmsten Fall vertrocknen. Das stellt einen Nachteil für diese Tiere dar. (ljk)

Rubriklistenbild: © Pia Bayer/dpa

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