Die Arbeitslosigkeit in der Region Fulda ist im Juni erneut leicht zurückgegangen. Zum Ende des Monats sank die Zahl der Arbeitslosen gegenüber Mai um 69 auf 4026 (-1,7 Prozent). Die Arbeitslosenquote blieb bei 3,2 Prozent (Vorjahr: 2,8 Prozent).
Fulda - Waldemar Dombrowski, Leiter der Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda spricht von einer „Seitwärtsbewegung des Arbeitsmarktes“, wobei Risiken für die Wirtschaft und gedämpfte Erwartungen der Unternehmen mit hineinspielen. So ist die Frühjahrsbelebung weitgehend ausgeblieben.
Arbeitsmarkt: Arbeitslosigkeit im Landkreis Fulda sinkt
Die Zahl der Arbeitslosen liegt nur um 2,4 Prozent unter der von Januar, berichtet die Arbeitsagentur in einer Pressemitteilung weiter. Zum Vergleich: Vor fünf Jahren – in 2018 - hatte sich die Arbeitslosigkeit im gleichen Zeitraum um 11,2 Prozent verringert. Gleichwohl weist der Agenturchef auf eine positive Entwicklung gegenüber dem Vorjahresmonat hin: „Lassen wir die Thematik Flucht aus der Ukraine und anderen Asylherkunftsländern außen vor, dann zeigt sich der Markt relativ stabil.“
Auch haben sich weniger Menschen aus einer Beschäftigung heraus arbeitslos gemeldet als vor einem Jahr. Zugleich konnten im Juni 295 Personen ihre Arbeitslosigkeit durch die Aufnahme einer Beschäftigung beenden. Das waren 12,2 Prozent mehr als im Vorjahr.
Am wenigsten vom Anstieg der Arbeitslosigkeit betroffen waren ältere Arbeitslose über 50 Jahren (+5,1 Prozent auf 1.238). Bei den jüngeren Personen verzeichneten Arbeitsagentur und Kreisjobcenter einen Anstieg von 9,2 Prozent gegenüber dem Juni des vergangenen Jahres. Aktuell sind 381 Frauen und Männer unter 25 arbeitslos gemeldet. Agenturleiter Dombrowski geht davon aus, dass diejenigen Ausbildungsabsolventen, die nicht in eine Beschäftigung übernommen wurden, zeitnah in den Arbeitsmarkt integriert werden können.
Während bei der Arbeitsagentur 1.406 Personen arbeitslos gemeldet sind – 3,7 Prozent weniger als im Juni 2022 - verzeichnet das Jobcenter des Landkreises Fulda binnen Jahresfrist einen Anstieg der Arbeitslosigkeit um 31,5 Prozent auf 2.620. Dies hängt weitgehend mit dem Zugang von aus der Ukraine geflüchteten Menschen zusammen.
Trotz der Risiken für Unternehmen und Betriebe konnte der Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur im Juni 353 Arbeitsstellen akquirieren, seit Jahresbeginn insgesamt 2.320 und somit 106 mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Bedarf an Fach- und Hilfskräften besteht in nahezu allen Berufen und Branchen. „Perspektivisch ist der Personalmangel auch für unsere Region das größte Wachstumsrisiko“, macht Agenturleiter Dombrowski deutlich.