VonUlrike Pflüger-Scherbschließen
Die 70 Meter lange Rutsche für den Kasseler Märchenweihnachtsmarkt ist in der Nacht zum Donnerstag in die Treppenstraße gebracht worden. Die Vorbereitungen für den Markt laufen auf Hochtouren. Ein Glühwein soll in diesem Jahr weiter 3,50 Euro kosten.
Kassel – Mit dem Aufbau des Turms auf dem Friedrichsplatz und des Spannens des Hochseils zum Dach der Galeria haben die Vorbereitungen für den Kasseler Weihnachtsmarkt bereits Ende Oktober begonnen. Nachdem der Rentierschlitten von Hochseilartist Fernando Traber längst bereitsteht, damit er demnächst als Fliegender Weihnachtsmann täglich zwei Mal über den Friedrichsplatz fliegen kann, hat am Montag dieser Woche der Aufbau so richtig Fahrt aufgenommen.
Der Aufbau des Weihnachtsmarktes, der am Montag, 27. November, eröffnet wird, ist dabei bis ins Detail durchdacht. Nachdem die schön gewachsene, 14 Meter hohe Tanne, die den Namen Lotte trägt, am vorletzten Wochenende auf den Königsplatz aufgestellt worden war, wurden die Platanen mit Lichtern geschmückt, sagt Oliver Braun, Projektleiter für den Weihnachtsmarkt bei Kassel Marketing.
Danach wurde mit dem Aufbau der großen Geschäfte begonnen, zum Beispiel der Almhütte. Am Mittwochmorgen kam dann die große Hütte von Käthe Wohlfahrt, in der Weihnachtsschmuck verkauft wird. Am Nachmittag begann der Aufbau der großen Pyramide.
Parallel dazu verlaufen die Arbeiten auf dem Opern- und Friedrichsplatz. Dort war Schausteller Mike Nier am Dienstagnachmittag bereits so gut wie fertig mit seinem Riesenrad. Das 23 Jahre alte Fahrgeschäft erstrahlt in neuem Glanz.
Nier, Schausteller aus Kassel in der siebten Generation, berichtet, dass das Riesenrad in diesem Jahr umfassend überholt worden ist: neue Beleuchtung, neue Gondeln. Er freue sich sehr, dass der Weihnachtsmarkt bald beginnt.
Auf dem Friedrichsplatz stand am Dienstag auch schon die Pyramide von Schausteller Sebastian Ruppert. Gestern Nacht begann er mit dem Aufbau seiner 70 Meter langen Rutsche auf der Treppenstraße. Dafür mussten die Straßenbahnen kurzzeitig aus der Königsstraße genommen werden.
Neu in diesem Jahr ist die Erweiterung des Marktes auf dem Florentiner Platzes. Dort wird es wieder (nach einem Jahr Unterbrechung) den skandinavischen Julemarked von Line Umbach und Frank Marth geben. Und ganz neu: Daneben bauen Metzger Jens Jonsson und Christian Schaeling (FAC-Events & Verleih) eine Ochsenbraterei auf.
In diesem Jahr gibt es wieder einen Suppenstand (auch mit veganen und vegetarischen Alternativen). Der wird von Brendan Kennedy vom Irish Pub betrieben. Neben den zahlreichen weiteren Ständen mit Speisen und Getränken wird es auch zwei Stände mit Maronen geben, sagt Birgit Kuchenreiter, Sprecherin von Kassel Marketing. Im vergangenen Jahr ließ die Versorgung mit Maronen nämlich ein wenig zu wünschen übrig.
Die Preise für Glühwein werden offenbar nicht erhöht. Er nehme 3,50 Euro für eine Tasse weißen oder roten Glühwein, sagt Konrad Ruppert, Vorsitzender des Schaustellerverbands. So wie im Vorjahr. Seine Kollegen hätten wohl auch keine Preissteigerungen vorgesehen. Konrad Ruppert beginnt mit dem Aufbau des Märchenwaldes (neben Sinn) am Montag.
Laut Braun und Kuchenreiter wird es in diesem Jahr insgesamt 125 Stände geben. Neben den ganzen Leckereien gibt es Kunsthandwerk, Kerzen, Dekoration, warme Kleidung wie Mützen, Hüte, Schals, Handschuhe und Spielzeug.
Im vergangenen Jahr sorgte besonders der Fliegende Weihnachtsmann für eine volle Innenstadt. In diesem Jahr bekommt der erfolgreiche Mann mit dem roten Mantel sogar noch Unterstützung. Zwischen seinen beiden Auftritten um 16.30 und 19 Uhr wird nämlich Schneewittchen zu sehen sein. Sie wird an den Freitagen, Samstagen und Sonntagen mit einem Schlitten (mit Rollen und Elektroantrieb) vom Opern- bis zum Königsplatz fahren. Dort erzählt Schneewittchen ihre Geschichte auf der Bühne. Und fährt anschließend mit dem Schlitten wieder zurück. Das Märchen Schneewittchen steht dieses Jahr im Mittelpunkt des Kasseler Märchenweihnachtsmarktes. Deshalb wird auch jeden Freitag um 15.30 Uhr Castellos Puppentheater eine Inszenierung des Märchens der Brüder Grimm auf dem Opernplatz präsentieren. (use)

