- VonSophia Authschließen
60 Jahre alt ist das Freibad Waidesgrund mittlerweile, nicht nur ein Grund zum Feiern, sondern auch ein Grund zum Sanieren. Für Letzteres rechnet die Gemeinde mit einer Investition von fast neun Millionen Euro. Doch die einkalkulierten Fördermittel in Höhe von 3,9 Millionen Euro bleiben aus.
Petersberg - Mit 3,9 Millionen Euro aus dem Förderprogramm des Bundes „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ habe die Gemeinde Petersberg kalkuliert und vor Kurzem eine Absage bekommen. „Grund dafür ist eine Überzeichnung des Programmes. Das Gesamtvolumen der 812 eingereichten Bewerbungen lag bei 2,55 Milliarden Euro, im Fördertopf waren insgesamt aber nur 200 Millionen Euro vorgesehen. Entsprechend sind nur 68 Projekte bedacht worden, dies entspricht einer Quote von gerade einmal 8 Prozent“, erklärt Bürgermeisterin Claudia Brandes (parteilos).
Fulda: 3,9-Millionen-Euro-Förderung für Petersberger Freibad verwehrt
Das Petersberger Freibad sollte aufwändig saniert werden, denn die Technik sei veraltet und die Energieeffizienz lasse zu wünschen übrig. Angedacht war eine Sanierung des Bades nach Abschluss der Saison 2024, ob das nun letztendlich so kommen wird, ist nun fraglich. Die Verwaltung prüfe daher gerade mehrere Varianten, darunter alternative Förderprogramme, eine Sanierung ohne Fördermittel und eine Verschiebung der Sanierungsmaßnahme. Dies soll in den kommenden Wochen mit den gemeindlichen Gremien besprochen werden, heißt es in einer Meldung der Gemeinde Petersberg.
Auf die bevorstehende Schwimmbadsaison habe das jedoch keine Auswirkungen. Die Vorbereitungsarbeiten für die Eröffnung am 1. Mai laufen bereits seit Wochen auf Hochtouren, jetzt müsse nur noch das Wetter am Mittwoch mitspielen. Schon seit Wochen werde alles vorbereitet, damit auch dieses Jahr eine gelungene Saison wird: die Becken gereinigt, das Wasser geheizt, die große Liegewiese gemäht, die Kabinen aufgemöbelt und der Kiosk auf Hochglanz gebracht. „Dem Start in zwei Wochen steht nichts im Wege“, kündigt Bürgermeisterin Brandes an. Sie werde die ersten 50 Besucher des Bades mit einem kleinen Geschenk begrüßen, heißt es in der Meldung weiter.
Gegenüber den Vorjahren seien die Eintrittspreise leicht gestiegen. Dies habe die Gemeindevertretung bereits im November 2023 beschlossen, heißt es in der Meldung weiter. Es handele sich um die erste Erhöhung seit 2015. Damit können Mehreinnahmen von etwa 21.000 Euro erzielt werden. „Das ist dennoch nur ein Tropfen auf dem heißen Stein“, betont Bürgermeisterin Brandes.
Denn den jährlichen Einnahmen von rund 120.000 Euro stehen Ausgaben von fast einer halben Million Euro entgegen, erläutert sie: „Der Erhalt des Freibades kostet uns also jede Menge Geld. Aber das ist eine Herzensangelegenheit für uns, denn wie die Besucherzahlen zeigen, ist der Waidesgrund nicht nur für die Petersberger ein Anziehungspunkt, sondern für Menschen aus der gesamten Region.“ Das zeigen auch die Zahlen des vergangenen Jahres: Trotz eines verregneten Sommers hätten voriges Jahr fast 70.000 Menschen den Waidesgrund besucht.