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Auf dem Areal des früheren Polizeipräsidiums in Frankfurt sollte eigentlich ein Quartier mit Wohnungen, Büros, einem Hotel entstehen. Doch nun sind die Projektgesellschaften insolvent.
Frankfurt – Der Bau eines bis zu 175 Meter hohen Hochhauses auf dem Gelände des früheren Frankfurter Polizeipräsidiums rückt in immer weitere Ferne. Nach Dachgesellschaften der Düsseldorfer Gerch Group haben nun auch die von dieser für die Neuentwicklung des Areals an der Messe gegründeten Projektgesellschaften Insolvenz angemeldet. Drastisch gestiegene Zinsen und hohe Baukosten hätten die Situation verschärft, so dass das Management der Gesellschaften zu diesem Schritt gezwungen gewesen sei, teilt der vorläufige Insolvenzverwalter Jens Schmidt mit.
Die Gerch Group hatte das frühere Polizeipräsidium, das bereits seit 2002 leersteht, im Jahr 2018 für 212,5 Millionen Euro vom Land Hessen erworben. Der Kaufpreis für das gut 1,5 Hektar große Areal galt damals selbst für Frankfurter Verhältnisse als sehr hoch. Noch im März 2023 zeigten sich Investor und Stadt aber zuversichtlich, dass bald die Bagger rollen.
Insolvenzverwalter stellt Fortführung des Projekts in Frankfurt in Aussicht
Geplant war, das denkmalgeschützte frühere Polizeipräsidium um eine Blockrandbebauung und das Hochhaus zu ergänzen. Ein Hotel, ein Restaurant, Wohnungen und Büros sollten dort Platz finden. Die Falkschule sollte eine Mensa und eine Sporthalle erhalten, auch eine Kita war geplant.
Nun ist sehr ungewiss, wie es weitergeht. „Mein Team und ich werden alles unternehmen, um eine Fortführung dieses vielversprechenden Projektes und die bestmögliche Befriedigung der Gläubiger zu erreichen“, verspricht der Insolvenzverwalter in seinem Statement und wirbt um Geduld.
Frankfurter Planungsdezernat zeigt sich nach Insolvenzen besorgt
Im Frankfurter Planungsdezernat äußert man sich indes besorgt. Die Insolvenzen führten zu einer weiteren Verzögerung des Projekts, hieß es am Donnerstag auf Anfrage der Frankfurter Rundschau. Die mit Gerch geschlossenen städtebaulichen Verträge gälten grundsätzlich auch für Rechtsnachfolger – also etwa einen Käufer des Areals. Die Stadt werde in den kommenden Wochen mit Gerch und dem vorläufigen Insolvenzverwalter sprechen, um Handlungsoptionen auf der Grundlage des Vertrages auszuloten, heißt es.
Die Stadt habe mit dem Vertrag und der Änderung des Bebauungsplans die wesentlichen Voraussetzungen für eine positive Entwicklung des Areals geschaffen. Sie werde alle Möglichkeiten prüfen und bei Bedarf ausschöpfen, um den Standort des Alten Polizeipräsidiums möglichst bald zu entwickeln und wieder zu beleben, teilt das Dezernat mit. (Christoph Manus)
