- VonLinda Scherdinschließen
Celina Butzke und Florian Bachmann, zwei Berliner mit einer Leidenschaft für Innovation, haben in Fulda ein neues und nachhaltiges Projekt namens „HappyTaps“ gestartet. Dieses bietet Überraschungs-Pakete, ohne zu wissen, was man kauft.
Fulda - Celina Butzke, die zuvor Sozialrecht an der Hochschule Fulda studiert hatte, kehrte nach dem Studium nach Berlin zurück, stellte aber fest, dass ihr die Stadt zu schnelllebig geworden war. Zusammen mit Florian Bachmann, der derzeit seinen Master in Energietechnik an der Hochschule Fulda macht, zog sie deshalb vor zweieinhalb Jahren zurück nach Hessen. Im April haben sie dann ihr Unternehmen gegründet, das auf einem nachhaltigen Konzept basiert. Ein Retouren-Automat.
Überraschungs-Pakete aus dem Automat: Nachhaltiges Konzept in Fulda
Der Automat bietet für 10 Euro Überraschungspakete an, deren Inhalt die Käufer vorher nicht kennen. Von pinken Perücken bis zu smarten Uhren kann alles dabei sein. „Wir wissen auch nicht, was darin ist. Wir kaufen die Retouren von einem Zwischenhändler ein. Sonst würden diese von den Großkonzernen weggeschmissen oder verbrannt werden“, erklärt Bachmann. Es geht bei ihrem Konzept um den Spaß und die Überraschung und nicht um hohe Erwartungen an den Inhalt der Pakete, das betonen die zwei Gründer.
Das Ziel von „HappyTaps“ ist es, Retouren und unzustellbare Pakete zu verwerten und weiterzuverkaufen. Jedes Jahr werden Millionen Pakete weltweit zurückgeschickt oder bleiben unzustellbar, was zu einer erheblichen Umweltbelastung führt. Butzke und Bachmann möchten mit ihrem Projekt zur Reduzierung von Abfall und Schonung von Ressourcen beitragen. Durch die Wiederverwertung dieser Produkte sollen weniger Rohstoffe und Energie für die Herstellung neuer Produkte benötigt werden, was gleichzeitig den CO2-Ausstoß verringert.
Die Idee hatte das Paar durch eine Dokumentation. Bereits in anderen Städten in Deutschland gibt es solche Automaten. Dabei wollten sie gerne mitmachen als eine Art Franchise. Nachdem sie keine Rückmeldung bekommen hatten, beschlossen sie, ihr eigenes Unternehmen zu gründen. Den Namen haben die beiden über eine Künstliche Intelligenz (KI). „Ich habe die KI gefragt und diese ratterte mir schnell ein paar Namen runter“, erklärt die 29-Jährige. Dieser soll einen „Glücklichen Griff“ vermitteln.
Konzept sorgt für Verwirrung beim Gewerbeamt in Fulda
Das Konzept, Retouren-Pakete zu verkaufen, stieß zunächst auf Verwirrung beim Gewerbeamt in Fulda, da es so etwas in der Region noch nicht gab. Dennoch konnten Butzke und Bachmann Ende Juni ihren ersten Automaten am Peterstor 7 in Fulda aufstellen. Dieser Standort wird ihnen von Natalja Buhoci, die daneben das Nagelstudio „Glamour“ betreibt, zur Verfügung gestellt. Der Kiosk „Break Time“, ebenfalls von Buhoci betrieben, bietet Platz für den Automaten. Ende August soll der jedoch schließen. Deswegen sind die Gründer auf der Suche nach einem neuen Stellplatz ab September, bei dem auch die passende Öffnungszeiten gegeben sind. Denn laut Bachmann ist der Zulauf abends am höchsten.
Seit der Aufstellung des Automaten erfreut sich das Konzept großer Resonanz. „Wir können schon Stammkunden verzeichnen“, so Butzke. Neben dem Automatenverkauf sind die beiden auch regelmäßig auf Flohmärkten präsent, wo ihre mysteriösen Pakete ebenfalls großen Anklang finden. „Wir müssen oft Pakete aus unserem heimischen Lager holen, weil die Menschen uns leer gekauft haben. In unser Auto passen nur 150 Pakete rein, deswegen brauchen wir nach ein paar Stunden Nachschub.“
Tauschkiste soll unzufriedenen Kunden helfen
Nicht jedem gefällt der Inhalt seines Päckchens. Dafür haben die 29-Jährige und ihr Freund eine Lösung parat: „Wir haben eine Tauschkiste. Da können die Menschen entscheiden, ob sie ihren Gegenstand gegen einen anderen eintauschen wollen.“ Dabei bleiben auch ein paar Sachen liegen. Diese Spenden sie dann im Anschluss an das Deutsch-Rote-Kreuz. Laut Butzke tauschen die Käufer auch untereinander: „Das ist so mit der größte Mehrwert, den man haben kann.“ Mit ihrem nachhaltigen Ansatz möchte das Paar einen kleinen, aber wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten und gleichzeitig Freude und Spaß in den Alltag der Menschen bringen.
Nachhaltig ist auch der vegane Brotaufstrich „Emma“, den antonius mit der Hochschule Fulda entwickelt hat. Damit hat antonius den Preis „Regional Star 2024“ abgeräumt.